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Asthma? Oder etwas anderes

Kategorie: Infektionen » Expertenrat Bronchitis/Husten | Expertenfrage

20.12.2017 | 09:30 Uhr

Liebes Expertenteam,

 

da ich leider noch zwei Monate auf einen erneuten Facharzttermin warten muss, erhoffe ich mir ein wenig Unterstützung bei der Deutung der mir vorliegenden Untersuchungsergebnisse. Ich wäre Ihnen dafür sehr verbunden.

 

Ich bin 35 Jahre alt, 170cm groß und wiege 74Kg.

 

Ende Juni dieses Jahrs habe ich meinen Hausarzt konsultiert aufgrund von leichter Atemnot und morgendlichem Hustenreiz. Ferner war und ist beim Husten, sowie bei gepresster/gehauchter Ausatmung ein brummendes Geräusch zu hören und zu fühlen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Rauchen bereits seit drei Monaten (März) aufgegeben nach rund 20 Jahren (jeweils eine Packung pro Tag maximal). Dazu kommt eine fast permanent vorliegende Heiserkeit und Räusperzwang. Letzterer wird aber besser wenn ich meine Nase gut frei halte. Seit geraumer Zeit ist meine Nase ständig zu, bzw. meine Nasenschleimhäute angeschwollen. Dazu kommt Zahnfleischbluten und häufig schlechter riechender Atem.

 

Mein Hausarzt verschrieb mir testweise einen Inhalator mit Cortison und Bronchienerweiternden Mittel. Seine Vermutung wäre Asthma. Ich solle es mal ein paar Wochen testen. Nach zwei Wochen war keine Verbesserung zu spüren und ich erhielt eine Überweisung zum Röntgen Thorax welches keine Ergebnisse lieferte. Die Spirometrie beim Hausarzt ergab einen FEV1 Wert von 2,77l. Ich erhielt daher auch eine Überweisung zum Lungenfacharzt.

 

Da ich auch häufig einen stechenden Schmerz hinter dem Brustbein und im seitlichen Thorax habe wurde im selben Zeitraum Magenspiegelung vorgenommen mit dem Ergebnis das eine leicht Magenschleimhautentzündung vorliegt und ein Reflux Ösophagus.

 

Wegen der Heiserkeit war ich beim HNO, dieser hat den Hals abgetastet und konnte lediglich eine Entzündung der Stimmbänder feststellen. Laut HNO steht dies wahrscheinlich in Verbindung zum Reflux.

 

Mitte Oktober wurde ich erstmalig vorstellig beim Lungenfacharzt. Die Ergebnisse der Bodyplethysmographie sind mir in Zahlen nicht bekannt, aber auch seine Vermutung ist/war aufgrund meines Alters ein Asthma, da er eine Verengung feststellen konnte. Ich erhielt Junik Autohaler 100mg und soll Ende Februar wieder vorstellig werden. Sollten meine Probleme stärker werden sollte der Hausarzt ein CT anordnen. Der Termin könne dann vorgezogen werden.

 

Ende November war dann der Inhalator leer. Da ich zu dem Zeitpunkt Vater wurde kam ich nicht direkt dazu mir Ersatz zu beschaffen. Innerhalb von zwei Wochen wurden dann meine Probleme schlimmer. Ich ließ mir einen neuen Inhalator verschreiben, der Hustenreiz wurde rückläufig und ich erhielt eine Überweisung zum CT.

Ein CT Thorax wurde dann in der zweiten Dezemberwoche durchgeführt. Als Befund wurde angegeben: Vereinzelt kleine Emphysembullae rechts apkial, DD Dirty Chest.

Leider war es meiner Hausarztpraxis nicht möglich den Termin vorzuziehen. Beim Facharzt wäre man terminlich bereits Ende März.

Meine Frage ist daher in wie fern die Ergebnisse mit einem Asthma in Einklang gebracht werden können. Muss ich mich hierbei eventuell nun auf eine andere Diagnose einstellen? Was genau muss ich unter Dirty Chest verstehen? Ist dies reversibel?

Mir ist bewusst das ich keine verbindliche Diagnose erwarten kann. Aber für Ihre unverbindliche Einschätzung bedanke ich mich im Voraus.

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Bisherige Antworten
Experte-Barczok
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23.12.2017, 15:54 Uhr
Antwort von Experte-Barczok

Hallo,

wie Sie bereits selbst ansprechen, darf ich im Internet keine individuellen Diagnosen stellen.
Anhand der von Ihnen mitgeteilten Befundergebnisse könnte ich das auch nicht, da für die Frage beispielsweise, ob ein Asthma vorliegt, die detaillierte Befundung der Lungenfunktion notwendig wäre. Allerdings ist alles, was sie berichten, nicht besonders problematisch. Dies gilt insbesondere auch für den Befund des Computertomogramms, der Ihnen ja wohl besonders am Herzen liegt. Sogenannte Emphysem Blasen (Emphysem Bullae) sind ein häufiger Befund, der zunächst einmal bedeutungslos ist, solange die Lungenfunktion hierdurch nicht messbar eingeschränkt ist. Asthma kann man im Computertomogramm ohnehin nicht sehen. Der Begriff dirty lung ist ein rein beschreibender. Der Radiologe will damit ausdrücken, dass er etwas stärkere Strukturintensität in der Lunge sieht als normal, wobei normal ein sehr relativer Begriff ist. Man müsste dazu das Röntgenbild sehen. Der Begriff wird mitunter als Hinweis darauf verwendet, dass sich verstärkt verdickte Bronchien erkennen lassen, was wiederum ein Hinweis für eine diffuse Schädigung durch langjähriges Rauchen sein könnte. Auch hier zählt jedoch nur der Lungenfunktionsbefund. Im Übrigen haben Sie ja erfreulicherweise das Rauchen bereits aufgehört. Sicher ist jedenfalls nach dem CT Befund, den sie mitteilen, dass nichts gefährliches etwa im Sinne eines Tumors vorliegt. Länger anhaltender Husten ist bei Rauchern und ehemaligen Rauchern ein sehr häufiges Problem, in der Regel aber eher lästig als gefährlich. Insofern würde ich in der Tat eine Kontrolluntersuchung beim Pneumologen vorschlagen, außerdem sollte geklärt werden, ob eine Reflux-Problematik vorliegt, die man abstellen kann, da auch dies Probleme machen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Barczok

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23.12.2017, 17:06 Uhr
Antwort

Hallo Herr Dr. Barczok,

vielen Dank für die beruhigenden Infos in Bezug auf den CT Befund. Mein Hausarzt hat vom Lungenfacharzt leider keine Diagnose mit Werten bekommen. Im Befund stand das eine leichtgeradige zentrale Obstruktion vorliegt, keine periphere. Keine Restriktion, keine Überblähung. Sauerstoffsätriging war normal. Die Beurteilung lautete leichtgeradiges Asthma bronchiale.

Die Spirometrie beim Hausarzt ergab einen FEV1 von 93% und eine Vitalkapazität von 2.6l. Dies wurde aber vor der Bodyplethysmographie durchgeführt. Letztere fand ich relativ niedrig. Mein Hausarzt verwies allerdings 1. auf eine schwankende Tagesform und 2. war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal ein halbes Jahr Nichtraucher.

Vielen Dank und ein wunderschönes Weihnachtsfest!

Experte-Barczok
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23.12.2017, 21:19 Uhr
Antwort von Experte-Barczok

Hallo,

 

der entscheidende Wert ist deas FEV1. Ein Wert von 93% ist sehr gut, ob trotzdem eine Behandlung erforderlich ist, kann ich so nicht beurteilen, empfehle Ihnen aber, dem Vorschlag des Lungenspezialisten zu folgen. Angebrannt ist dabei sicher noch nichts.

mit freundlichen Grüssen

Dr. Barczok

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