Lifeline testet...

Samsung Gear Fit im Praxischeck

Die Gear Fit von Samsung vereint Funktionen von Fitness-Tracker und Smartwatch

Die Gear Fit ist das neueste Wearable von Samsung, ein Zwitter aus Smartwatch und Fitness-Armband. Lifeline hat das Gadget auf Tauglichkeit im Alltag und beim Sport getestet.

Startbildschirm Gear Fit
Die Gear Fit von Samsung vereint Funktionen einer Smartwatch mit denen eines Fitness-Trackers - und sieht recht chic aus.
Lifeline

"Die Samsung Gear Fit mit ihrem modernen gebogenen Super AMOLED-Touchscreen und ihren austauschbaren Armbändern lässt Sie selbst bei den anstrengendsten Aktivitäten cool aussehen." Das schreibt Samsung als allererste Erklärung zur Gear Fit auf der Webseite, stapelt damit recht tief und verrät erst beim Weiterscrollen mehr.

Das kann die Gear Fit

In der Gear Fit hat Samsung Smartwatch und Fitness-Armband gekreuzt und zu einem durchaus interessanten Gadget vereint. So können Benachrichtigungen vom Smartphone empfangen, eingegangene SMS und Anrufe beantwortet werden. In den Fitness-Disziplinen geht die Gear Fit mit Schrittzähler, Pulsmesser, Schlaf-Tracker,Trainingsprogrammen für Laufen, Radfahren, Walken und Wandern an den Start. Stoppuhr, Timer, die Anzeige der Uhrzeit und eine Finden-Funktion für das über Bluetooth gekoppelte Smartphone sind praktische Zusatznutzen.

Lifeline hat die Gear Fit eine gute Woche lang ausprobiert: auf dem Weg zur S-Bahn und zum Briefkasten, beim Lauftraining, beim Schlafen und beim Radeln zum Baggersee. Konzentriert haben wir uns auf die Fitness-Spezifikationen, die Smartwatch-Features nahmen wir dankend mit.

Jetzt wird ausgepackt

Die Gear Fit kommt im Samsung-typischen Produktkarton in Holzoptik daher. Zum Lieferumfang gehört ein Ladekabel mit Micro-USB-Anschluss, eine Mini-Ladeschale sowie eine Kurz-Bedienungsanleitung.

Die Gear Fit besteht aus einem schwarzen Kunststoff-Armband und der eigentlichen Uhr, die in das Material des schwarzen Armbandes eingepasst ist.  Zum Aufladen des Akkus wird die Gear Fit aus dem Armband herausgedrückt und mit der Ladeschale verbunden. Das Armband wird mit zwei Stiften eines Metallverschlusses recht  sicher verschlossen und lässt sich fast stufenlos einstellen. Die geriffelte Unterseite des Armbandes sorgt dafür, dass sich auf der Haut nicht allzu viel Schweiß bildet - beim Sport ein nicht zu unterschätzender Komfort. Durch die gewölbte Unterseite passt sich die Gear Fit gut am Arm an - für den Chic-Faktor könnte das Gerät durchaus dünner und nicht ganz so lang sein. Das ginge dann aber wohl zu Lasten von Technik und Bedienbarkeit.

So wird die Gear Fit bedient

Für den ersten Wow- Effekt beim Einschalten sorgt der gewölbte Super-Amoled-Touchscreen, über den die Gear Fit gesteuert wird: Die Farben sind brilliant, die Kontraste gestochen scharf, Wisch- und Tipp-Gesten in den Menüs werden präzise und schnell umgesetzt. Der Bildschirm ist sogar bei hellem Sonnenlicht noch halbwegs gut lesbar. Die Helligkeit sollte dabei auf Maximal gestellt werden. Nach fünf Minuten stellt sich dieser Wert wieder zurück - das kann als nervend (bei längerem Training) oder aber als nützlich (für die Akkulaufzeit) gewertet werden. Aktivieren lässt sich der Bildschirm durch Gesten oder kurzes Drücken auf den Start-Knopf.

Beim ersten Start muss die Gear Fit mit dem Smartphone über Bluetooth gekoppelt werden. Wir testeten mit einem Galaxy S4,  zur Zeit werden rund 20 Smartphone-Modelle ausschließlich von Samsung unterstützt. Die Fitness-Uhr kann am Gerät selbst oder am Smartphone über die Gear-Fit-Manager-App individuell konfiguriert werden. Bildschirmhintergrund und verschiedene Uhr-Layouts gehören dazu. Ebenso kann eingestellt werden, ob und welche Benachrichtigungen vom Handy auf die Gear Fit kommen sollen. Ein Anruf oder eine SMS macht sich dann mit einem Vibrieren am Handgelenk bemerkbar und kann mit vorgefertigten Kurztexten beantwortet, E-Mails nur gelesen werden. Smartwatch-Fans finden dies vielleicht als etwas mager - uns haben die überschaubaren Funktionen beim Test völlig ausgereicht - für mehr ist das Handy ja sowieso meist dabei.

Fitness-Funktionen der Gear Fit

Interessanter für uns waren die verschiedenen Fitness-Programme, welche die Gear Fit an Bord hat. Größe, Gewicht und Alter (welches wir vorher in der App am Smartphone eingegeben haben) dienen der Software zur Berechnung von Kalorien und Entfernungen. Die einzelnen Fitness-Programme können sowohl auf der Gear Fit als auch der Handy-App gespeichert und ausgewertet werden. Den größeren Funktionsumfang bietet die Handy-App.

Schrittzähler

Beim Test ließen wir unsere Schritte den ganzen Tag zählen. Die Sensoren reagieren dabei recht sensibel. Ausholende Armbewegungen und Handgriffe ergaben bereits eine respektable Schrittzahl, obwohl die Testperson noch auf der Bettkante saß oder mit Frühstück-Machen beschäftigt war. Auf einer längeren Strecke, die wirklich gegangen wird, zählt die Gear Fit jedoch recht genau die Schritte mit - und rechnet diese in Entfernung und verbrauchte Kalorien um. Wer sich den Schrittzähler auf den Startbildschirm holt, hat seine Tages-Schritte immer in Blick - ein anerkennendes Vibrieren gibt bekannt, dass der "Goldstatus" (10.000 Schritte) für den aktuellen Tag erreicht ist.

Pulsmesser

Den Puls misst die Gear Fit über einen grünen Licht-Sensor, der an der Gehäuse-Unterseite angebracht ist. Und das ebenfalls sehr genau, wie eine parallele  Handmessung in der Lifeline-Redaktion ergab. Der Pulsmesser ist  besonders beim Lauf- oder Radtraining nützlich, dann kann der Puls ständig überwacht werden. In unserem Test versagte der Pulsmesser jedoch zum Abschluss eines kurzen Laufs: Die Gear Fit stürzte ab, anschließend leuchtete die Diode des Pulsmessers ständig. Weder war eine weitere Messung möglich, noch das Ansteuern anderer Funktionen. Ein Reboot (langes Drücken auf den Start-Knopf) konnte das Problem für den Moment beheben. Es sollte uns für den Rest des Testzeitraumes begleiten.

Trainingsprogramme

Die Gear Fit kann Trainings im Laufen, Radfahren, Walken und Wandern tracken und auswerten. Es werden Entfernung, Kalorienverbrauch und der Puls gemessen. Das Coaching-Programm, bei dem  zum Lauf Informationen und Tipps gegeben werden, haben wir nicht ausprobiert. Zum Radfahren muss zwingend das Handy mitgeführt werden, da die Gear Fit über keinen eigenen GPS-Sender verfügt und das Signal vom Handy nutzt. Beim Laufen und Walken wird die Entfernung über Schritte und Bewegungssensoren berechnet.

Die Entfernungsmessung ohne GPS empfanden wir beim Laufen als zu ungenau: Eine mit GPS und Google Maps ausgemessene Laufrunde von 2,8 Kilometern gab die Gear Fit mit 3,3 Kilometern an - eine nicht zu unterschätzende Abweichung.

Schlafmodus

Wer  wissen möchte, wie lange und wie tief er nachts schläft, schaltet vor dem Einschlafen den Schlaftracker ein. Die Gear Fit meldet am morgen zum Beispiel: "7:01 Stunden Schlaf - 95 Prozent bewegungslos". Das klingt erst einmal unspektakulär. Die App weiß es genauer: Das detaillierte Schlafprotokoll sagt, zu welchen Uhrzeiten sich der Gear-Fit-Träger im Bett gewälzt hat. Großes Staunen: Der Schrittzähler zeigte morgens beim Aufwachen bereits die ersten 53 Schritte an. Vielleicht doch Schlafwandler oder war das nur der zu sensible Bewegungsmesser?

Positiv: Das gefällt uns an der Samsung Gear Fit

Daumen hoch

  • Mehr als ein Fitness-Tracker - die chice Gear Fit könnte Smartwatch-Einsteiger locken, denen bisherige Geräte zu auffällig und klobig sind.

  • Der Schrittzähler motiviert tatsächlich dazu, jeden Tag ein paar Meter mehr zu gehen und sich so Stück für Stück mehr zu bewegen.

  • Einmal angelegt, soll die Gear Fit nicht mehr fehlen. Jeder Blick aufs Display lässt die Augen von Technik-Fans leuchten.

Negativ: Das könnte an der Samsung Gear Fit verbessert werden

Daumen runter

  • Die Gear Fit ist momentan nur mit Samsung-Smartphones kompatibel.

  • Fitness-Apps wie Runtastic oder Endomondo können nicht mit der Gear Fit kommunizieren. Hier ist nicht Samsung gefragt, sondern die Programmierer der Fitness-Apps.

  • Genaue  Entfernungsmessung ist nur mit GPS-Signal vom Handy möglich.

Unser Fazit zur Samsung Gear Fit

Die Samsung Gear Fit überzeugte im Test durch eine schicke Optik, sehr guten Tragekomfort und einfache Bedienbarkeit. Die App ist nicht überladen mit Kalorien-Statistiken zu den täglichen Mahlzeiten. Empfehlen können wir das Gadget für Menschen, die sich gern bewegen, ihre Aktivitäten messen und so einen Überblick über ihr Fitness-Level bekommen wollen. Für passionierte Hobbysportler ist eine richtige Fitness-Uhr mit GPS und umfangreicheren Funktionalitäten wahrscheinlich die bessere Alternative. Abnehmwillige wären mit der Gear Fit wohl auch nicht glücklich, denn eine Gesamtkalorienstatistik spuckt das Gerät nicht aus.

Technische Daten Samsung Gear Fit

Produkt Samsung Gear Fit
Hersteller Samsung
Modell SM-R350
Preis ab 149 Euro (Online, Stand 10. Juni 2014), 199 Euro (empfohlener Herstellerpreis)
Akku-Laufzeit (laut Anbieter) 3 bis 4 Tage, bis 5 Tage bei  geringer Nutzung
Abmessungen 1,84" curved Super Amoled Display
Breite 57,4 mm
Höhe 23,4 mm
Tiefe 11,95 mm
Gewicht 27 g
Zubehör Ladekabel, Ladeschale, Bedienungs-Kurzanleitung, schwarzes Armband, weitere Farben extra erhältlich

 

 

Samsung Gear Fit im Test

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Juni 2014

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