Aufstechen oder nicht?

Blasen brauchen Zeit zum Heilen

Blasenpflaster können auch vorbeugend eingesetzt werden

Blasen können einem ganz schön die Tour vermasseln. Sie entstehen, wenn die Haut starker Reibung oder Druck ausgesetzt ist, an den Füßen beispielsweise durch enge oder steife Schuhe oder an den Händen durch ungewohnte harte Arbeit.

blase am fuß
Ist eine Blase entstanden, kann ein Pflaster helfen, weiteres Scheuern an der lädierten Hautstelle zu verhindern.
© iStock.com/nicolecioe

Bei steigenden Temperaturen ist es an der Zeit, schicke Sommerschuhe und Sandalen wieder hervorzuholen und die Socken einzumotten. Das schöne Wetter lädt auch zum Wandern, Joggen oder zur Gartenarbeit ein – Freizeitbeschäftigungen, die viele im Winter buchstäblich auf Eis gelegt haben. Häufige Nebenwirkung: Schmerzhafte Blasen vor allem an den Füßen.

Sie entstehen, wenn eine Hautstelle Reibung oder Druck ausgesetzt ist. Wird zum Beispiel ausdauernd mit Spaten oder Rechen im Garten hantiert, sind Blasen an den Händen nicht selten die Folge. Auch bei bestimmten Sportarten wie Tennis, Badminton oder Golf kann der Schläger Spuren in Form von Blasen auf den Händen zurücklassen. Meist ist jedoch ungeeignetes Schuhwerk die Ursache. Noch nicht eingelaufene Schuhe sind in der Regel steif und scheuern gerne. Dass sich eine Blase bildet passiert oftmals, sobald ein Schuh oder eine Sandale direkt auf der bloßen Haut getragen wird.

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Reibt steifes Material, ein Sandalenriemchen oder der Griff eines Tennisschlägers anhaltend die Haut an einer bestimmten Stelle, beginnt sich die obere von der unteren Hautschicht zu lösen. Der entstehende Hohlraum füllt sich mit Flüssigkeit, wodurch das darunterliegende Gewebe geschützt wird. Trotzdem schmerzt die Blase.

Pflaster als Erste Hilfe bei Blasen

Wenn Sie jetzt nicht handeln, wird das Weiterlaufen schnell zur Qual. Bei fortgesetzter Reibung besteht zudem die Gefahr, dass die Blase aufgeht und oder tiefer liegende Gewebeschichten verletzt werden. Ein Hinweis darauf ist eine mit Blut statt mit durchsichtiger Gewebsflüssigkeit gefüllte Blase. Soweit sollten Sie es nicht kommen lassen. Handeln Sie schon beim ersten Anzeichen einer Blasenbildung. Am besten ziehen Sie den Schuh aus. Ein Pflaster kann jedoch auch ein weiteres Scheuern verhindern. Noch besser sind spezielle Blasenpflaster, die zum Beispiel in der Apotheke erhältlich sind: Sie sind mit einer Gelschicht gepolstert und enthalten zudem Wirkstoffe für eine bessere Wundheilung. Außerdem haften sie meist besser als ein normales Pflaster und können auf der Blase belassen werden, bis sie sich mit der Blasenhaut von selbst ablösen.

Platzt die Blase jedoch auf, bevor sich neue Haut darunter bilden konnte, ist es wichtig, sie zu desinfizieren. Die Blasenhaut über der offenen Stelle sollte belassen und nicht abgezogen werden. Denn sie schützt das Gewebe darunter. Besser ist es, die Stelle mit einem Pflaster zu überkleben, damit keine Keime eindringen. Durch die heilungsfördernden Inhaltstoffe und die Polsterung ist ein spezielles Blasenpflaster gut geeignet.

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Lifeline/Wochit

Blase aufstechen, aber richtig

Die Blase aufzustechen, ist nur ratsam, wenn Sie dabei sorgfältig vorgehen. Befreien Sie Hände und die Blase sowie die Haut um die Blase herum von Keimen, beispielsweise mit Desinfektionsspray. Verwenden Sie zum Aufstechen am besten eine noch abgepackte, keimfreie Lanzette oder Kanüle. Im Notfall tut es auch eine heiße Nadel. Damit werden zwei kleine Löcher in die Blase gestochen, sodass die Flüssigkeit auslaufen kann. Die Blase wird danach mit einer sterilen Kompresse abgetupft, nochmals desinfiziert und steril verbunden oder mit einem Blasenpflaster überklebt. Durch das Abfließen der Flüssigkeit in der Blase lässt der Druck nach, was meist als Erleichterung empfunden wird.

Wer lieber nicht die Selbst-OP durchführen möchte, sollte die Blase vor Reibung und Druck schützen. Dann kann die Blase von selbst abheilen. Unter der Blase bildet sich schnell neue Haut, und nach einigen Tagen löst sich die Blasenhaut ab – fertig.

Bei Wundheilungsstörung besser zum Arzt

Gut gepolstert und keimfrei gehalten heilt die Blase nach wenigen Tagen von alleine wieder ab. Tut sie dies jedoch nicht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Vor allem Diabetiker oder Menschen mit Durchblutungsstörungen sollten damit nicht zu lange warten, da bei ihnen die Wundheilung meist verzögert ist und schneller Infektionen auftreten. Ein Fall für den Arzt ist auch eine besonders große, pralle und mit Blut gefüllte Blase. In der Arztpraxis kann die Blase fachmännisch und unter sterilen Bedingungen geöffnet und versorgt werden.

Auch für Blasen gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen

Die beste Blasenbehandlung besteht darin, solche Hautläsionen erst gar nicht entstehen zu lassen. Das Tragen von Handschuhen bei Sportarten wie Tennis oder bei Gartenarbeiten schützt die Hände. Für die Füße bedeutet Blasenprävention vor allem, keine unbequemen Schuhe zu tragen. Sie sollten nicht zu klein sein, weil sie dann Druckstellen verursachen, und nicht zu groß, weil sie dann scheuern. Wenn Sie auf High Heels nicht verzichten wollen, können Sie gefährdete Stellen vorbeugend mit einem Blasenpflaster schützen.

Feuchtigkeit begünstigt das Entstehen von Blasen an den Füßen. Daher ist es wichtig, die Füße trocken zu halten. Bei Schweißfüßen kann Pudern helfen, sie trocken zu halten. Und nach einem Fußbad während einer Wanderung sollten Sie darauf achten, dass Ihre Füße vollständig trocken sind, bevor Sie wieder in Ihre Wanderschuhe schlüpfen. Apropos Wanderschuhe: Von langen Wanderungen oder exzessivem Joggen mit neugekauften Schuhen ist unbedingt abzuraten, denn dann ist das Material noch steif und fest. Gut beraten ist, wer das neue Schuhwerk erst auf kurzen Strecken einläuft, bevor er damit auf große Tour geht.

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