Tanzsport

Ballett: Sport und Kunstform

Ballett ist eine relativ alte Tanzform, deren Wurzeln im 15. bis 16. Jahrhunderts in Frankreich und Italien liegen. Zunächst handelte es sich beim Ballett weniger um einen Sport, sondern vielmehr um eine Art Unterhaltungstanz, die dem Amüsement von Fürsten oder Königen diente.

Balletttänzerinnen
Ballett ist als Sport nicht unumstritten, als Kunstform aber weltbekannt.
©iStock.com/Valdas Jarutis

Erst im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich das Ballett zu einer Kunstform weiter, wobei erstmals auch feste Regeln, etwa für bestimmte Fußpositionen oder Sprünge, festgelegt wurden.

Kann Ballett jeder erlernen?

Obgleich viele Mädchen, heute zunehmend auch Jungen, im Kindesalter mit Ballett beginnen, können Sie grundsätzlich auch im Erwachsenenalter diesen klassischen Tanz erlernen. Prinzipiell eignet sich Ballett für jeden, der Freude an Musik und Bewegung mitbringt. Allerdings erfordern die Bewegungsabläufe ein gewisses Maß an Beweglichkeit, weswegen Ballett für Menschen mit Erkrankungen oder Einschränkungen des Bewegungsapparats (z.B. Gelenk- oder Rückenproblemen) nur bedingt geeignet ist. Dabei richtet sich das Maß der Anforderung nicht zuletzt nach Ihren persönlichen Zielen, die Sie sich selbst setzen. Um mit Spaß und Freude Ballett zu tanzen, müssen Sie schließlich keine Primaballerina sein!

Ballettschulen

Ballett können Sie heute an vielen Einrichtungen erlernen. An vorderster Front stehen natürlich die Ballettschulen, die neben dem klassischen Ballett auch oft moderne Tanzvarianten anbieten. In der Regel sind hier die Ballettlehrer ausgebildete Tänzer, die nicht selten selbst auf eine stolze Bühnenkarriere zurückblicken. Doch neben Ballettschulen bieten auch viele Fitnessstudios, Volkshochschulen oder Familienbildungsstätten Ihrer Gemeinde Ballettkurse an – letztere zu meist moderaten Kursgebühren.

Balletttraining an der Stange

Um die Grundkenntnisse des klassischen Tanzes zu erlernen, beginnt jedes Balletttraining zunächst an der Stange. Dabei dient die Stange als Gleichgewichtsstütze. Der Fokus liegt auf der korrekten Ausführung der Übungen mit stets guter Körperspannung und aufrechter Körperhaltung. Beispielsweise sollten Sie den Hals lang strecken und die Schultern tief nach unten ziehen.

Das Balletttraining beginnt zunächst mit der freistehenden Körperseite, wobei Sie das Bein abwechselnd nach vorn, zur Seite und nach hinten bewegen. Dabei führen Sie stets den Arm der gleichen Seite auf entsprechende Weise mit. Die Übungen erfolgen im Seitenwechsel. In der Regel befindet sich neben der Stange oder auch gegenüberliegend im Raum ein Spiegel, sodass Sie Ihre Körperhaltung stets prüfen und gegebenenfalls korrigieren können. Nach dem Balletttraining an der Stange üben Sie verschiedene Bewegungsabläufe wie Pirouetten oder Sprünge frei im Raum.

Positionen des Balletts

Basiselemente des Balletts sind die fünf Grundpositionen. Dabei befinden sich die Füße – je nach Position – in einer bestimmten Stellung zueinander. Diese Positionen behält der Tänzer stets bei, sowohl als Ausgangsposition als auch, wenn die Füße, etwa nach einem Sprung, wieder auf dem Boden aufsetzen. Tänzerische Stilelemente und Sprünge sind genau festgelegt und tragen meist französische Bezeichnungen, was auf die Entstehung des Balletts in Frankreich zurückgeht.

Ballettkleidung

Wenn Sie mit dem klassischen Tanz beginnen möchten, sollten Sie sich entsprechende Ballettkleidung zulegen. Wichtig ist dabei, dass die Kleidung eng anliegt, da weite Stoffe nicht nur die Bewegung stören, sondern auch fehlerhafte Körperhaltungen verdecken. Gut eignen sich zum Ballett eine enge Leggins oder Strumpfhose sowie ein darüber getragenes Trikot, meist in Form eines Bodys. Für Anfänger sind weiche Ballettschläppchen mit Velour-Ledersohlen eine geeignete Wahl. Die typischen Spitzenschuhe des klassischen Balletts sind dagegen für Anfänger weniger geeignet. Erst wenn Ihr Körper ausreichend trainiert und gekräftigt ist, können Sie den Aufstieg auf die Spitze wagen.

Ballett und Gesundheit

Unter orthopädischen Gesichtspunkten ist der klassische Tanz nicht immer unumstritten. Dabei kann Ballett durchaus förderlich für Ihre Gesundheit sein, sofern Sie richtig und angemessen trainieren. So stärkt Ballett die Muskulatur des gesamten Körpers, steigert die Kondition und fördert die Koordinationsfähigkeit. Durch Ballett können Sie Ihre Körperhaltung sichtbar verbessern, und die trainierte Rumpfmuskulatur kann Beschwerden, etwa Rückenschmerzen, vorbeugen. Gezielte Dehnübungen steigern die Beweglichkeit und erhalten diese. Doch Ballett ist nicht nur ein Sport; durch Bewegungen kombiniert mit Musik können Sie Ihren Gefühlen Ausdruck verleihen, was sich bei vielen Menschen positiv auf das seelische Wohlbefinden auswirkt.

Auch Ballett birgt – wie jede andere Sportart auch – ein gewisses Verletzungsrisiko. Um dieses gering zu halten, sollten Sie beim Training auf die Signale Ihres Körpers achten. Trainieren Sie so, dass Sie sich gefordert fühlen, aber vermeiden Sie Übungen, die Sie an Ihre Leistungsgrenze bringen oder die Sie als schmerzhaft empfinden. Wenn Sie Ihrem Körpergefühl nachgeben, ist die Wahrscheinlichkeit, sich beim Ballett zu verletzen, sehr gering.

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