Antioxidative Granate

Granatapfel: Medizin zum Essen

Fruchtbarkeit, Schönheit, Macht: Granatäpfel haben nicht nur eine breit gefächerte symbolische Bedeutung – auch als Heilpflanze wurde der Baum schon im Altertum geschätzt. Inzwischen bestätigen Studien den medizinischen Nutzen der Pflanze und ihrer Früchte zum Beispiel gegen Krebs und für die Hautstraffung. 

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Die leuchtend rote Farbe der Granatapfelkerne liefert schon einen Hinweis auf die gesunden Inhaltsstoffe der Frucht: Granatäpfel liefern besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe, die unter anderem dabei helfen, Krebs vorzubeugen.
© iStock.com/Nailia Schwarz

Der lateinische Name des Granatapfels, Punica granatum, verrät bereits einiges über die Frucht: Punica leitet sich vom lateinischen Wort puniceus ab, was so viel wie purpurrot bedeutet, und granatum heißt „mit vielen Samenkörnern“. Zwar erreicht die äußere ledrige Schale des Granatapfels, der entgegen seiner deutschen Bezeichnung eigentlich eine Beerenfrucht ist, oft nur einen orangen oder rotbraunen Farbton.

Schneidet man die zehn bis 15 Zentimeter große, kugelige Frucht aber auf, macht sie ihrem Namen alle Ehre: Sie enthält eine Vielzahl kleiner, harter Samen, die im reifen Zustand jeweils von purpurrotem Fruchtfleisch umgeben sind. Intensiv rot sind auch die Blüten des bis zu zehn Meter hohen Baums oder Strauchs.

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Granatapfelbäume seit Jahrtausenden kultiviert

Sein Aussehen und die Tatsache, dass er eine der ältesten Kulturpflanzen ist, erklärt zumindest teilweise seinen vielfältigen Symbolcharakter: Je nach Kultur galt der Granatapfelbaum unter anderem als Symbol für Schönheit, Reinheit, Wohlstand, reichen Kindersegen, Gerechtigkeit, Unsterblichkeit und Macht.

Genauso facettenreich wie seine symbolische Bedeutung ist die Nutzung der historischen Kulturpflanze. Neben dem Verzehr der Frucht und ihres Saftes lassen sich Wurzel, Rinde und Frucht je nach Aufbereitung und Zusätzen zu Farben in verschiedenen Schattierungen von rot über gelb bis hin zu blau und schwarz verarbeiten.

Kulinarisch verwendet werden auch die getrockneten Samen des Granatapfels, die beispielsweise in Indien als Gewürz dienen. Der zu Sirup (Grenadine) verarbeitete Saft peppt weltweit Cocktails auf, während die Eigenschaft von Grenadine als Fleisch-Zartmacher in Marinaden weniger bekannt ist.

Granatapfel-Wurzelsud als Wurmmittel

Medizinisch half der Granatapfelbaum schon im Altertum bei der Behandlung von Wurmbefall. Man kochte dazu bevorzugt die Wurzelrinde des Baums aus. Als weitere Einsatzgebiete für Extrakte aus Rinde, Wurzel oder Früchte des Granatapfelbaums beschrieb man die Behandlung von Wunden, Durchfall, Hämorrhoiden, Halsschmerzen und Zahnfleischproblemen.

Dass an Medizin aus Teilen des Granatapfelbaums etwas dran ist, wurde inzwischen anhand von Untersuchungen der Inhaltsstoffe nachgewiesen. So enthält der Sud aus abgekochter Wurzel oder Rinde des Granatapfelbaums so genannte Alkaloide, die auf Würmer im Darm eine lähmende und letztlich tödliche Wirkung entfalten. Die Gerbstoffe in der Rinde des Baums wirken beispielsweise bei Durchfallerkrankungen und fördern die Wundheilung.

Granatapfel besonders reich an sekundären Pflanzenstoffen

In der modernen Naturheilkunde hat sich der Granatapfel aber vor allem wegen seines hohen Gehalts an sekundären Pflanzenstoffen  einen Namen gemacht. Hier sind insbesondere Flavonoide zu nennen, zu denen ein Großteil der Pflanzenfarbstoffe gehört, sowie Polyphenole. Das sind aromatische Verbindungen, die beispielsweise als Farb- oder Geschmacksstoffe in Pflanzen vorkommen.

Diese Stoffe wirken zell- und gefäßschützend, antibakteriell und entzündungshemmend. Sie gelten außerdem als verdauungsfördernd und sollen das Immunsystem stärken. Ihre Wirkung beruht vor allem auf ihren antioxidativen Eigenschaften. Das heißt, sie tragen dazu bei, freie Radikale im Körper zu binden.

Freie Radikale sind Mitverursacher vieler Erkrankungen

Darunter sind besonders reaktionsfreudige Sauerstoff-Moleküle zu verstehen, die während des Stoffwechsels im Körper entstehen. Ihre Entstehung wird unter anderem durch Umweltgifte, UV-Strahlung, Ozon, Rauchen und Alkoholgenuss gefördert. Sie greifen Zellstrukturen, Eiweiße und die Erbinformation an.

Granatapfel: Eine antioxidative Granate
Der Granatapfel ist besonders reich an "Radikalfängern" und deshalb geeignet, etlichen Krankheiten vorzubeugen.
©iStock.com/ValentynVolkov

Zu viele

freie Radikale

im Körper werden daher mit der Entstehung einer ganzen Reihe unterschiedlicher Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. Dazu gehören Arteriosklerose und in der Folge

Herz-Kreislauferkrankungen

wie Herzinfarkt und Schlaganfall, Krebs, Diabetes, Entzündungen im Verdauungstrakt wie beispielsweise Magenschleimhautentzündung.

Aber auch Gelenk- und Augenerkrankungen (Grauer Star) sowie Nervenkrankheiten wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Alzheimer oder Parkinson werden durch freie Radikale begünstigt. Nicht zuletzt beschleunigt oxidativer Stress durch UV-Strahlung die Hautalterung.

Granatäpfel gehören zu den Antioxidantien-Spitzenreitern

Flavonoide, mehr noch Polyphenole, sind als "Radikalfänger" oder, medizinisch ausgedrückt, Antioxidantien bekannt: Sie binden freie Radikale und schützen so Zellen und Gefäße. Und von diesen sekundären Pflanzenstoffen hat der Granatapfel mehr zu bieten als irgend eine andere Frucht: Der Saft der exotischen Frucht enthält mehr Polyphenole als beispielsweise Rotwein oder Traubensaft, die als besonders reich an Antioxidantien gelten.

Daneben punktet die Frucht durch ihren Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Spurenelemente wie Eisen sowie B-Vitamine. Auch Vitamin C liefert der Granatapfel, wenn auch nicht in so großen Mengen wie Zitrusfrüchte, Paprika oder manche Kohlsorten.


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Gesunde Hautzellen durch Granatapfelextrakt

Die vorbeugende und heilende Wirkung des Granatapfels unter anderem in Bezug auf Krebs-, Gefäß-, Nerven- und Stoffwechselerkrankungen wurde in diversen kleineren Studien bereits nachgewiesen. Auch die Haut profitiert insbesondere von den antioxidativen Inhaltsstoffen. Denn die Radikalfänger helfen den Hautzellen, gesund zu bleiben – eine Voraussetzung für straffe Haut. Ein Grund, weshalb einige Hersteller von Hautcremes in ihren Produkten auf Granatapfelextrakte setzen.

Rezept für ein Granatapfel-Schoko-Dessert

Zutaten für vier Personen:

  • 150 g Schoko-Kuchen

  • 30 ml kalter Espresso

  • 15 ml Kaffeelikör

  • 250 g Mascarpone

  • 50 ml Grenadine-Sirup

  • 1 Granatapfel

Zubereitung: Mascarpone und 30 ml Grenadine-Sirup mischen. Schokoladenkuchen zerbröseln, mit Espresso und Kaffeelikör mischen. Granatapfel halbieren, Kerne herauslösen und diese mit den restlichen 20 ml Grenadine verrühren. Ein paar Kerne für die Deko zurücklegen. Kuchen-, Granatapfelkern- und Mascarponemischung in kleinen Gläsern übereinanderschichten. Mit Kernen dekorieren. Gläser zwei Stunden kühlen.

Pro Portion: 489 Kalorien

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