Gesunde Vitaminbombe

Trendgemüse Kale: Grünkohl, nur cooler

"Vergesst Filet Mignon und Kaviar!" hieß es schon im Mai 2013 in der Online-Ausgabe der "New York Times" über das neue In-Gemüse Kale. Damit hat die Zeitung früh einen Trend erkannt. Mittlerweile kehrt der als bieder verrufene Grünkohl mit dem hippen Namen auch auf deutsche Teller zurück.

verschiedene Kale-Variationen
Kale oder Grünkohl gibt es in verschiedenen Variationen. Sie alle sind reich an Mineralstoffen, Vitaminen (besonders Vitamin C) und sekundären Pflanzenstoffen. Das frostbeständige Gemüse wird den ganzen Winter über frisch geerntet.
© iStock.com/YinYang

Seine Inhaltsstoffe machen Grünkohl außergewöhnlich gesund. Aber angesagt? Das Gemüse gibt es in Deutschland vor allem in Verbindung mit Speck, Würstchen oder Schinken als deftige Hausmannskost. Hierzulande scheint "gesund" ohnehin gleichbedeutend mit "spießig" zu sein: "Das schmeckt aber gesund" ist eine Beleidigung für den Koch.

Anders in New York: Die Bewohner der US-Metropole schätzen alles, was ihre Körper gesund und jung erhalten könnte. Ob Edamame, grüne Detox-Smoothies, Matcha-Tee oder eben Kale: Besonders grünes "Superfood" scheint es den New Yorkern angetan zu haben.

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Kein Wunder: Die satte Farbe des Grünkohls und der anderen Trendlebensmittel rührt von ihrem hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen her. Senfölglykoside wie Glucobrassicin und Glucoiberin etwa verleihen Kale, aber auch Meerrettich eine bittere Note und wirken nachweislich antibakteriell. Das Blattgemüse wirkt somit entzündungshemmend und entgiftend. Die Pflanzen entwickelten die bitteren Substanzen zum Schutz vor Fraßfeinden. Sogar gegen Krebs erwiesen sich Senfölglykoside im Laborversuch als wirksam.

Kale-Substanzen wehren freie Radikale ab und schützen vor Krebs

Auch andere Inhaltsstoffe des Grünkohls sagen Krankheiten den Kampf an: etwa Sulphoraphan, das auch im Anti-Krebs-Gemüse Brokkoli oder in Rosenkohl steckt. Die Substanz wirkt gegen Helicobacter pylori, einen Auslöser von Magengeschwüren. Außerdem schützt Sulphoraphan Zellen vor krankhaften Veränderungen, indem sie freie Radikale neutralisiert.

Ähnlich wirken die sekundären Pflanzenstoffe Beta-Carotin, Zeaxanthin und Lutein. In den Kale-Blättern werden die gelb-orangen Pflanzenpigmente vom sattgrünen Cholorophyll überlagert – das macht sie für uns unsichtbar. Für die Gesundheit aber leisten Karotinoide Großes: Sie schützen zum Beispiel vor und .

Kale strotzt vor Vitaminen und Mineralstoffen

Damit nicht genug: Das Wintergemüse liefert in der kalten Jahreszeit immunstärkendes Vitamin C – und zwar weit mehr als in der gleichen Menge Zitronen steckt. Dazu kommen die Vitamine A, B, E und K, außerdem Kalzium für die Knochen, Kalium und Magnesium.

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Schlank werden und bleiben mit Grünkohl

Ganz zu schweigen von sekundären Pflanzenstoffen, Ballaststoffen und knapp fünf Prozent Eiweiß. Durch den hohen Wassergehalt, wenig Zucker und kaum Fett zahlen hundert Gramm Kale dabei nicht einmal 50 Kilokalorien (kcal) aufs Energiekonto ein.

So vielseitig ist Kale

Noch dazu enthält Grünkohl Stoffe, die Gallensäure binden und überschüssiges Nahrungsfett unverdaut aus dem Körper schleusen. Schonendes Dünsten verstärkt diese Eigenschaft sogar noch. So sorgt Kale ganz abgesehen von seiner geringen Kaloriendichte für eine schlanke Linie.

Grünkohl als Rohkost oder Chips

Gesundheits- und figurbewusste US-Amerikaner genießen Kale zum Beispiel als besonders vitaminreichen Rohkost-Salat, in der Quiche oder in Suppen. Kleiner Trost für Freunde von Junkfood: Mit den richtigen Gewürzen schmecken Grünkohlblätter sogar als Kale-Chips. Auch die sind in New York der Renner. Mit etwas Öl kann der Körper die gesunden Karotinoide im Kale ohnehin besser für sich nutzen.

Kale hat den ganzen Winter über Saison

Hierzulande kann man heimischen Grünkohl etwa von November bis März genießen – genau dann also, wenn andere Vitaminspender Winterschlaf halten. Im Kühlschrank aufbewahrt bleibt ein Kale-Kopf einige Tage frisch.

Von Açai bis Yakon: Wie gesund ist Superfood?
Beitrag zum Thema aus der Community
  • Expertenrat Ernährung, Diät und Abnehmen
    Befallener Grünkohl essbar?
    02.12.2013 | 12:38 Uhr

    Hallo, beim Ernten des Grünkohls im eigenen Garten musste ich leider feststellen, dass...   mehr...

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