Inhaltsstoff Piperin

Pfeffer: Gesunde Schärfe und Helfer bei Husten

Grüner, weißer, roter und schwarzer Pfeffer: Mit seiner Schärfe verleiht er jedem Gericht eine aromatische Würze, dazu werden deftige Nahrungsmittel bekömmlicher. Auch als Heilpflanze ist Pfeffer nicht zu unterschätzen, seine gesunde Wirkung verdankt er vor allem dem Inhaltsstoff Piperin.

Pfeffer: Gesunde Heilpflanze
© Getty Images/Bloomberg Creative Photos

Neben Salz ist Pfeffer in fast jedem Gericht zu finden, das Gewürz gehört fest zur deutschen Rezeptpalette. Dabei kommt Pfeffer ursprünglich aus Asien, erst durch die Feldzüge Alexander des Großen kamen die scharfen Körner nach Europa und somit auch nach Deutschland. Im Mittelalter galt Pfeffer noch als kostbares Gut, teilweise wurde er als Zahlungsmittel akzeptiert. Heutzutage gibt es Pfeffer in jedem Supermarkt günstig zu erwerben und das ist gut so, denn: Pfeffer ist sehr gesund.

Im Überblick:

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Warenkunde: Wo der Pfeffer wächst

Pfeffer gilt als eines der ältesten Gewürze der Welt, ursprünglich kommt er aus Indien. Die Pflanze bevorzugt subtropisches Klima, angebaut wird Pfeffer inzwischen vorwiegend im asiatischen Raum in Ländern wie Indien, Vietnam, Indonesien und Malaysia. Aber auch in Südamerika gedeiht Pfeffer gut.

Beim Pfefferstrauch handelt es sich um eine Kletterpflanze, die bis zu zehn Meter hoch wachsen kann. Als Gewürz verzehrt werden die Früchte. Bei den verschiedenen Sorten, also roter, grüner, weißer und schwarzer Pfeffer, handelt es sich stets um die Früchte derselben Pflanze, auch als Echter Pfeffer (Piper nigrum) bezeichnet. Sie werden jedoch zu verschiedenen Zeitpunkten geerntet:

  • Grüner Pfeffer: Unreif geerntete Früchte des Pfefferstrauchs, sie werden eingelegt oder gefriergetrocknet, sodass sie ihre sattgrüne Farbe behalten.

  • Schwarzer Pfeffer: Auch schwarzer Pfeffer wird unreif geerntet, er wird getrocknet und erhält dadurch seine dunkle Farbe. Zudem wird seine Oberfläche rau und runzlig.

  • Weißer Pfeffer: Weißer Pfeffer wird aus den reifen Früchten gewonnen, das rot-orange Fruchtfleisch wird entfernt und nur die weißen Samenkerne werden dann getrocknet als Gewürz verwendet.

  • Roter Pfeffer: Dabei handelt es sich um die vollreifen, ungeschälten Früchte der Pfefferpflanze. Damit sie ihre Farbe behalten, werden die Körner häufig eingelegt. Oftmals werden sogenannte rosa Beeren als roter Pfeffer verkauft, dabei handelt es sich allerdings um die Früchte einer anderen Pflanzenart, dem brasilianischen Pfefferbaum (Schinus terebinthifolius).

Neben den verschiedenen Farben gibt es im Handel noch weitere Gewürze, die als Pfeffer bezeichnet werden, aber kein echter Pfeffer sind. So gehört beispielsweise Szechuan-Pfeffer zu einer anderen Pflanzenfamilie, erinnert allerdings im Aroma und der Schärfe an Echten Pfeffer. Auch Nelken- und Cayennepfeffer sind kein echter Pfeffer, Cayennepfeffer wird aus gemahlenen Chilis gewonnen.

Inhaltsstoffe: Darum ist Pfeffer so gesund

Seine Schärfe und sein Aroma verdankt Pfeffer vor allem ätherischen Ölen und dem sekundären Pflanzenstoff Piperin, ein sogenanntes Alkaloid. Genau dieser scharf schmeckende Inhaltsstoff ist auch für die Heilwirkung des Pfeffers verantwortlich, die mittlerweile recht gut erforscht ist.

Pfeffer hilft dabei, wie auch andere scharfe Lebensmittel, etwa Ingwer, die Durchblutung anzuregen. Damit kurbelt das Gewürz zum einen den Kreislauf an, zum anderen führt es auch zu einer gesteigerten Infektabwehr, da die in den Schleimhäuten sitzende Abwehrkraft stimuliert wird. Darüber hinaus hemmt Piperin wie auch das verwandte Capsaicin aus Chili, das Wachstum schädlicher Keime und wirkt entzündungshemmend. Ideal also bei Erkältung mit Husten, Schnupfen und Halsschmerzen.

Zudem legen Studien nahe, dass Pfeffer beim Abnehmen helfen und einer Insulinresistenz (Vorstufe von Typ-2-Diabetes) vorbeugen beziehungsweise diese lindern kann. Auch wird derzeit untersucht inwieweit der scharfe Inhaltsstoff Krebs vorbeugen kann.

Weitere gesundheitliche Vorteile von Pfeffer:

  • Verdauung: Piperin regt die Verdauung durch Sekretion der Verdauungssäfte an und erhöht der Beweglichkeit der Darmzotten.

  • Frieren: Die traditionelle indische Ayurveda rät Menschen, die leicht frieren, mehr Pfeffer zu essen. Zudem helfen Pfeffer und Chili gegen muskulär bedingte Schmerzen wie Verspannungen.

  • Leber: Piperin soll gegen eine Fettleber helfen und so vor Erkrankungen wie Leberzirrhose und in Folge einem Leberversagen schützen.

  • Gute Laune: Schärfe stellt für den Körper einen Schmerzreiz dar, welcher die Produktion von Endorphinen im Gehirn ankurbelt. Diese auch als Glückshormone bekannten Stoffe sorgen vor allem für Wohlbefinden.

  • Libido: Pfeffer wird seit Jahrhunderten eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt, denn was scharf schmeckt, soll auch scharf machen. Ob das stimmt, ist bislang nicht belegt, allerdings kann die durchblutungsfördernde Wirkung kaum schaden.

Mit Pfeffer gegen Erkältung und Fieber

Pfeffer findet sich in den meisten Küchen, aus dem Gewürz lassen sich schnell wirksame Hausmittel gegen Erkältung herstellen.

Bei Bronchitis, Halsschmerzen und Erkältungen

Heiße Milch mit Honig kennen viele als Hausmittel gegen Husten. Pfeffer kann die entzündungshemmende Wirkung verstärken. Wichtig ist, den Honig nicht in kochender Milch zu lösen, da sonst seine wertvollen antimikrobiellen Wirkstoffe zerstört werden. Lieber die Milch vorsichtig erhitzen, etwas frisch gemahlenen Pfeffer hineingeben und abkühlen lassen. Ist die Milch handwarm (maximal 40 Grad), dann den Honig zugeben und umrühren.

Gegen Fieber

Etwa zwei Teelöffel schwarze Pfefferkörner im Mörser zerkleinern, mit zwei gehäuften Esslöffeln Zucker und einem halben Liter Wasser zum Kochen bringen. Bei schwacher Hitze einkochen lassen, bis sich die Menge auf eine Tasse reduziert hat. Die Körner können mithilfe eines Siebs ausgefiltert werden oder auch im Fiebersud bleiben. Bei Fieber diese Menge esslöffelweise über den Tag verteilt einnehmen. Für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr nur die Hälfte zubereiten, für jüngere Kinder eignet sich das Hausmittel nicht, da sie sensibel auf Schärfe reagieren.


Pfeffer-Tee bei Verstopfung

Einen Teelöffel frisch gemahlenen Pfeffer in Pfefferminz- oder Zitronenblättertee geben und dann langsam trinken.

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