Tee-Trend aus Japan

Matcha-Tee: Wirkung, Zubereitung und Rezepte

Superfood aus Fernost: Bei Matcha handelt es sich um ein spezielles Grünteepulver. Wie schmeckt Matcha-Tee, wo bekommt man ihn, wie gesund ist Matcha wirklich und wie wird er zubereitet?

matcha tee zubereitung
Matcha-Tee wird auf klassische Art mit einem Bambus-Schneebesen schaumig geschlagen.
© Getty Images/Lorenzo Antonucci

Matcha-Pulver besteht aus sehr fein gemahlenen Grünteeblättern, das Ausgangsmaterial wird Tencha genannt. Matcha-Tee ist intensiv grün gefärbt. Grund dafür ist die spezielle Anbautechnik des Grüntees: Einige Wochen vor der Ernte werden die Teesträucher verdunkelt. Im Schatten bilden die Blätter mehr vom grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll.

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Wie schmeckt Matcha?

Obwohl die gesunden Substanzen im Matcha-Tee höher konzentriert vorliegen als in anderen Grünteesorten, schmeckt er nicht bitterer als diese. Im Gegenteil: Das besondere Aroma von Matcha ist leicht herb und unaufdringlich, dabei aber intensiv und fast ein wenig herzhaft – die Japaner nennen diesen fünften Geschmack umami.

Zubereitung von Matcha-Tee

Matcha wird, genau wie jeder andere Grüntee, mit nicht mehr kochendem, etwa 80 Grad heißem Wasser zubereitet. Wer einen starken Tee möchte, gibt zwei Gramm Pulver – das entspricht etwa einem gestrichenen Teelöffel – und hundert Milliliter Wasser in eine kleine Teeschale. Er muss sehr gut gerührt werden, damit kein Pulver am Boden bleibt. Für einen schwächeren Matcha kommt nur etwa die halbe Menge Pulver hinein.

Die klassische Zubereitung von Matcha-Tee entstand vermutlich schon vor etwa 1.500 Jahren im alten China. Japan erreichte das gesunde Teepulver im 16. Jahrhundert. Zur japanischen Matcha-Zeremonie gehört ein kleiner Schneebesen aus Bambus, der Chasen. Mit ihm wird der Matcha langsam schaumig geschlagen.

Inhaltsstoffe von Matcha

Die gesunden Inhaltsstoffe von Matcha umfassen neben Chlorophyll viele weitere sekundäre Pflanzenstoffe wie Karotinoide und Katechine. Diese wirken antioxidativ, was den Körper vor den schädlichen freien Radikalen bewahren soll, die etwa Krebs begünstigen. Entsprechend weist grüner Matcha-Tee einen sehr hohen ORAC-Wert auf, der die antioxidative Wirkung einer Pflanze bemisst.

Außerdem hemmen die Pflanzenstoffe entzündliche Prozesse im Körper. Für die im Matcha und im normalen grünen Tee enthaltene Substanz Epigallocatechingallat (EGCG) konnten diese Effekte 2003 belegt werden.

Abgesehen von sekundären Pflanzenfarbstoffen stecken in den Blättern Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Kalzium, dazu die Vitamine C, E sowie A. Zu rund einem Drittel besteht der Grüntee aus Eiweiß (Proteinen). Daneben enthält das Matcha-Pulver Ballaststoffe, weil das ganze Blatt verarbeitet wird, nur die Blattadern und -stiele werden vor dem Pulverisieren des Tencha abgetrennt.

Was bewirkt Matcha-Tee?

Wie andere Grüntees und auch Kaffee ist Matcha durch das enthaltene Koffein ein gesunder Wachmacher. Die konzentrierten Katechine sollen darüber hinaus den Fettabbau unterstützen und damit beim Abnehmen helfen. So oder so kurbelt Matcha-Grüntee den Kreislauf an, der Kalorienverbrauch wird zumindest vorübergehend erhöht. Das Pulver selbst liefert dabei kaum Kalorien: Gerade einmal zehn Kilokalorien (kcal) enthalten hundert Gramm des puren, grasgrünen Pulvers.

Superfood – Wie gesund ist Matcha-Tee?

Auch wenn immer wieder viele gesunde Effekte für Matcha-Tee benannt werden, wie beispielsweise Schutz vor Krebserkrankungen, so konnten diese Effekte bisher nur im Tier- und Labormodell, aber nicht beim Menschen belegt werden. Lediglich die gefäßschützende Wirkung ist belegt. Gesund am Matcha-Tee ist auf jeden Fall die hohe Menge an Antioxidantien und Vitaminen, weshalb es gerne auch als Superfood bezeichnet wird.

Die in Matcha-Tee enthaltene Oxalsäure wirkt sich gesundheitlich eher negativ aus, da sie Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium an sich bindet, sodass diese nicht vom Körper aufgenommen werden können. Es wird deshalb empfohlen, Matcha-Tee nicht zum Essen zu trinken, sondern mit einem zweistündigen Abstand.

Bei Untersuchungen von Matcha-Tee wurde eine Belastung mit Aluminium festgestellt. Wenn langfristig zu viel Aluminium aufgenommen wird, kann dies zu Unfruchtbarkeit, neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer und Störungen der Knochenentwicklung führen. Vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es aber bisher noch keine abschließende gesundheitliche Bewertung von Matcha-Tee, vor allem in Bezug auf Grenzwerte für Schadstoffe.


Grünteepulver kaufen

Zu kaufen gibt es Matcha und entsprechendes Zubehör in Asia-Läden, gut sortierten Teegeschäften oder online. Hundert Gramm Tee kosten zwischen 30 und hundert Euro. Das ist wegen des Aufwands beim Anbau vergleichsweise teuer, jedoch ist Matcha-Pulver sehr ergiebig. Der Preis schwankt dabei je nach Qualität der Pflanzen. Eine Rolle spielen neben dem Grad der Beschattung, die Anbauart (bio oder konventionell) sowie die Herkunft des Tees – japanischer Matcha kostet mehr als chinesischer, ist aber meist auch von höherer Qualität.

Viele asiatische Spezialitätengeschäfte führen neben reinem Teepulver weiterverarbeitete Produkte mit Matcha, zum Beispiel Eis oder vorgemischtes Pulver für Fertiggetränke. Außerdem lassen sich mit dem giftgrünen Teepulver Desserts und Gebäck wie Muffins und Kuchen aufpeppen. Auch Pralinen bekommen mit Matcha-Grüntee eine exotische Note.

Rezepte für Matcha-Latte

Wer sich dafür entscheidet, Matcha einmal auszuprobieren, sollte ihn schnell aufbrauchen. Wer auf bitteren Geschmack sehr sensibel reagiert, kann das Pulver statt mit Wasser mit Milch probieren und eine Matcha-Latte zubereiten.

Tipp für Veganer: Der Drink schmeckt auch mit pflanzlichen Milchalternativen wie Hafer- oder Mandelmilch.

Zutaten:

  • ein Teelöffel Matcha-Teepulver
  • 30 Milliliter heißes Wasser
  • 200 Milliliter erwärmte Milch (oder Reismilch, Mandelmilch etc.)
  • Zucker oder andere Süße (Ahornsirup, Agavendicksaft, Stevia…) nach Bedarf

Zubereitung:

Matcha in einem hohen Trinkglas mit Wasser verrühren (zum Beispiel mit dem Milchaufschäumer). Die warme, nicht kochende Milch vom Herd oder aus der Mikrowelle nehmen und ebenfalls aufschäumen. Langsam zum Grüntee-Wasser-Gemisch dazugießen – und die warme Matcha-Latte genießen.

Gesunde Ernährung
Beratender Experte
Herr Dr. med. Roger Eisen

Naturheilverfahren, Sportmedizin, Chirotherapie, Anti-Aging in Bad Griesbach

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