Mehr als ein Gewürz

Kümmel: So gesund sind Öl und Tee

Kümmel verleiht Kohl nicht nur eine feine Würze, sondern macht ihn auch besser verdaulich, indem er Blähungen verhindert. Doch die Heilpflanze könnte auch gegen Entzündungen helfen und vielleicht sogar Krebs. Wegen seiner vielfältigen Wirkung wurde der Echte Kümmel zur Arzneipflanze 2016 gekürt.

Kümmel
Getrocknete Kümmelfrüchte (links) und gemahlener Kümmel: Vor allem seine ätherischen Öle machen Kümmel so wertvoll für die Gesundheit.
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Kümmel ist vermutlich das älteste Gewürz der Welt, wie archäologische Ausgrabungen nahelegen. Demnach verwendeten in Mesopotamien bereits die Menschen der Jungsteinzeit Kümmel, das war etwa 3.000 Jahre vor Christus.

Kümmel gehört zur Familie der Doldenblütler, sein botanischer Name lautet Carum carvi, Carum officinale oder Carum aromaticum. Der Strauch wird bis zu einen Meter hoch, blüht weiß bis rosa, hat kantige Stängel und gefiederte Blätter. Die kleinen Früchte sind braun und sichelförmig. Sie enthalten die winzigen Kümmelsamen.

Diese Kümmelfrüchte kommen getrocknet als Gewürz auf den Markt. Die Früchte sind nur wenige Millimeter lang und können im Ganzen zum Kochen und Backen verwendet werden. Noch mehr ihres typischen Aromas entwickeln sie jedoch, wenn sie zermahlen oder gerieben werden. Kümmel verleiht vielen Gerichten eine würzige Note, etwa:

  • Kohl
  • Kartoffeln
  • Braten
  • Gulasch
  • Suppen und Soßen
  • Brot und herzhaftem Gebäck
  • Quark
  • Käse
  • Wurst

Kümmel – diese Inhaltsstoffe machen ihn so wertvoll

Es sind vor allem seine ätherischen Öle, die das typische Aroma des Kümmels ausmachen. Seine wichtigsten Inhaltsstoffe sind:

  • Carvon (verantwortlich für den Kümmelgeruch)
  • Limonen
  • Zuckerstoffe
  • Eiweiß
  • ungesättigte Fettsäuren
  • Carotin, Lutein, Cryptoxanthin und Zeaxanthin (diese Karotinoide wirken als Antioxidantien)
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Lifeline/Wochit

Dagegen enthält Kümmelöl ausschließlich Carvon und Limonen – und damit die wichtigsten Inhaltsstoffe des Kümmels. Beide verleihen Kümmel nicht nur seinen typischen Geruch und würzigen Geschmack, sondern machen ihn auch zum idealen Gewürz für blähende Gerichte wie Kohl oder Hülsenfrüchte.

Kümmel wirkt nicht nur gegen Blähungen

Denn bekannt und seit Jahrhunderten in der Naturmedizin bewährt ist Kümmel vor allem wegen folgender Wirkungen: Er...

  • löst Blähungen und lindert Völlegefühl,
  • entspannt Krämpfe im Magen-Darmbereich,
  • regt die Produktion von Magensäure und damit die Verdauung an,
  • sorgt für mehr Appetit und
  • wirkt antibakteriell.
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Auch die Schulmedizin empfiehlt Kümmel zur Behandlung und Vorbeugung von Blähungen. Zusätzlich prüfen aktuelle Studien, ob Kümmel das Risiko für Darmkrebs senken kann. Erste Ergebnisse zeigen, dass Kümmelöl die Entstehung von Polypen bis zu einem gewissen Grad verhindern könnte.

Zusätzlich soll Kümmel Leber und Nieren stärken und allgemein Entzündungen lindern. In der Homöopathie wird Carum carvi neben Blähungen und Magen- Darmbeschwerden auch bei diesen Indikationen angewendet. Die Naturmedizin setzt Kümmel zusätzlich ein bei:

  • Halsschmerzen (Gurgeln mit warmem Wasser, das ein paar Tropfen Kümmelöl enthält)
  • Durchblutungsstörungen (Kümmelpräparate zum Einreiben)

Kümmel: Wogegen helfen Tee, Öl und Zäpfchen?

Wird Kümmel zur Behandlung von Gesundheitsbeschwerden angewendet, können Patienten unter verschiedenen Zubereitungsformen wählen:

  • Kümmeltee bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen
  • Kümmelöl zum Einreiben steigert die Durchblutung und wirkt antibakteriell
  • Kümmelzäpfchen kommt gegen Bauchkrämpfe, Blähungen und Verstopfung bei Kindern und Babys zum Einsatz

Allergie und Co.: Wer Kümmel nicht nehmen sollte

Allerdings verträgt nicht jeder Kümmel. Wie bei jeder anderen Substanz ist auch auf bestimmte Inhaltsstoffe des Naturheilmittels eine Allergie möglich. Wenn jemand beispielsweise auf andere Korbblütler allergisch reagiert, etwa Anis, Karotten, Petersilie oder Sellerie, kann es sein, dass er/sie auch Kümmel nicht verträgt.

Außerdem sollte hochkonzentriertes Kümmelöl nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit benutzt werden.

Kreuzkümmel und Kümmel – die Unterschiede

Häufig werden beide Gewürz- und Heilpflanzen in einem Zug genannt und verwechselt. Die getrockneten Kümmelfrüchte und die Kreuzkümmelsamen sehen sehr ähnlich aus. Beide sind Doldenblütler, wachsen jedoch in verschiedenen Regionen der Welt.

Kreuzkümmel, bekannt auch als Kumin (Cumin), und Kümmel schmecken auch ganz unterschiedlich; Kreuzkümmel sehr intensiv und eher scharf, Kümmel dagegen mild. Kümmel wird vor allem in Europa verwendet, Kreuzkümmel im Orient und Indien – etwa als Hauptgewürz für Falafel oder bestimmte Kartoffelgerichte.

Gemeinsam ist Kümmel und Kreuzkümmel jedoch die gesunde Wirkung. Kreuzkümmel als Gewürz oder Kreuzkümmelöl verfügt genau wie der heimische Kümmel über diese Effekte: Er...

  • regt den Appetit an,
  • fördert die Verdauung und
  • verhindert Blähungen.

Außerdem soll Kreuzkümmel den Stoffwechsel anregen und beim Abnehmen helfen.

Ist Schwarzkümmel gesünder als Kümmel und Kreuzkümmel?

Die Würz- und Heilpflanze Schwarzkümmel ist hingegen nicht mit Kümmel und Kreuzkümmel verwandt. Verwechslungsgefahr besteht allerdings, weil manche Kreuzkümmelsamen schwarz sind, genau wie die Samen des Schwarzkümmels.

Schwarzkümmel gehört botanisch gesehen zu den Hahnenfußgewächsen. In Ägypten und Arabien wird er nicht nur als Würze verwendet, sondern seit Jahrtausenden auch als natürliches Heilmittel geschätzt. Ähnlich wie Kümmel und Kreuzkümmel regt Schwarzkümmel die Verdauung an und reguliert die Gasbildung, schützt also vor Blähungen. Daneben sollen Schwarzkümmel und sein hochwirksames Öl sinnvoll sein bei:

Ob Schwarzkümmel deshalb wertvoller ist als Kümmel oder Kreuzkümmel, hängt davon ab, welche Beschwerden vorliegen. Und davon, ob man das Gewürz einfach nur zum Kochen braucht oder gezielt etwas für die Gesundheit tun will. In letzterem Fall besticht Schwarzkümmel durch seine besondere Kombination aus sekundären Pflanzenstoffen, die neben Bitterstoffen auch hochwirksame Antioxidantien enthalten.

Diese Lebensmittel schützen vor Krebs

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Letzte Aktualisierung: 20. November 2015

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