Ernährungsforschung

Ist zu viel Koffein schädlich?

Dass Kaffeetrinken nicht das Risiko für Herzkreislauferkrankungen erhöht, sondern sogar vor Diabetes schützen kann, haben Wissenschaftler aus Potsdam in einer kürzlich veröffentlichten Studie herausgefunden. Mit oder ohne Koffein - der positive Effekt bleibt.

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Kaffee: Das beliebte Heißgetränk ist immer wieder Untersuchungsgegenstand von Ernährungsforschern.
Getty Images/iStockphoto

Kaffee ist eines der weltweit beliebtesten alkoholfreien Getränke. Seine gesundheitlichen Auswirkungen sind seit langem umstritten und immer wieder Gegenstand von Forschung und Spekulation. Jetzt analysierten Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin die Ergebnisse einer Langzeit-Bevölkerungsstudie, in der die Effekte des Kaffeekonsums hinsichtlich mehrerer chronischer Erkrankungen auf dem Prüfstand standen.

In einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von knapp neun Jahren zeigte sich für Kaffee-Vieltrinker keinerlei Risikoerhöhung für die - in den westlichen Industrienationen -häufigen Volkskrankheiten: Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen traten unabhängig vom Kaffeekonsum gleich häufig auf. Für Diabetes fand sich unter den bekennenden Kaffeeliebhabern, die mehr als vier Tassen am Tag tranken (600ml) im Gegensatz zu denen mit einem niedrigen Kaffeekonsum sogar eine geringere Zahl von Neuerkrankten. Ähnliche Zusammenhänge bestanden auch für den Konsum von entkoffeiniertem Kaffee.

Welche der vielen verschiedenen Inhaltsstoffe des Kaffees das „schwarze Gold“ auch für die Gesundheit wertvoll macht, bleibt noch zu klären. Infrage kommen eine ganze Reihe von Substanzen wie Chlorogensäure, verschiedene Polyphenole, Nikotinsäure und Mineralstoffe, die unterschiedlich in den menschlichen Stoffwechsel eingreifen und beim Genuss von Kaffee zusammenwirken.

Die Erstautorin der Studie, Anna Flögel, ergänzt, dass ihre Erkenntnisse auch durch die Resultate aktueller amerikanischer Studien gestützt würden. Für Menschen, die gerne und viel Kaffee trinken, besteht also kein Grund zum schlechten Gewissen oder zur erzwungenen Abstinenz. Andererseits, so die Wissenschaftler, sollte sich durch ihre Ergebnisse auch niemand zum Kaffeetrinken genötigt sehen. Andere Essensgewohnheiten wie der regelmäßige Genuss von Vollkornprodukten, Obst und Gemüse seien wichtiger für eine gesunde Ernährung . Für die kalorienarme Flüssigkeitszufuhr böten sich neben Kaffee auch alle Arten von Tee bzw. Wasser an.

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Letzte Aktualisierung:26. März 2012
Quellen: Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke vom 22.02.2012: „Kaffeetrinken ist nicht mit einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen verbunden“.

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