Was die Früchte alles können

Himbeeren: Wunderwaffen für die Gesundheit

Schon die Menschen der Steinzeit haben sich an Himbeeren erfreut, die botanisch wie die Brombeeren zu den Rosengewächsen zählen – und eigentlich gar keine Beeren sind, sondern sogenannte Sammelsteinfrüchte. Wieso Sie mit den aromatischen Himbeeren dem Krebs eins auswischen und was sonst noch in den gesunden Multitalenten steckt, fasst Lifeline für Sie zusammen.

himbeeren auf holz
Himbeeren enthalten viel Vitamin C, Eisen und sogar sekundäre Pflanzenstoffe, die freie Radikale abwehren und so helfen, Krebs zu verhindern.
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Ursprünglich stammt die heutige Himbeere von der europäischen Waldhimbeere ab, einer kleinen säuerlichen Frucht, die im Mittelalter in Klostergärten erstmals kultiviert wurde. Auch Hildegard von Bingen, die im 12. Jahrhundert ihre Ernährungslehre verfasst hat, schätzte Himbeeren als gesundes Obst und Heilmittel. Himbeeren zählen damit zu den ältesten Kulturfrüchten in Deutschland.

Himbeeren: Die Apotheke im Garten

Der deutsche Name "Himbeere" stammt von "Beere der Hirschkuh" ab. Sie hat von Mai bis August Saison, späte Sorten tragen auch noch im Oktober Früchte. Jedenfalls können sich Besitzer einer Himbeerhecke freuen, denn Sie haben die Apotheke praktisch im Garten: Himbeeren sind reich an Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen.

Antioxidantien satt: Diese Lebensmittel schützen vor Krebs

Ihnen werden antibiotische, appetitanregende, entwässernde und abführende Wirkung nachgesagt, sie stimulieren Abwehrmechanismen, wirken gegen Krebs, unterstützen das Immunsystem und regen den Stoffwechsel an. Ihre Wirkstoffe helfen bei Blasen- und Nierenleiden, Sodbrennen und Verdauungsstörungen.

Eisen, Kalzium, Pflanzenstoffe: Das bewirkt die Himbeere im Körper

Neben Provitamin A und Vitamin B enthalten Himbeeren jede Menge Vitamin C, schon 150 Gramm enthalten ein Drittel des benötigten Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Der Gehalt an Eisen in Himbeeren gilt als bemerkenswert, deshalb wirkt die rote Frucht blutreinigend und blutbildend – und zusammen mit Vitamin C kann der Körper das Eisen besonders gut verwerten.

Eine große Portion von 250 Gramm Himbeeren enthält zudem in etwa 100 Milligramm Kalzium, gemischt mit Naturjoghurt werden die Früchte zu einer regelrechten Kalziumbombe. Die in der Himbeere enthaltene Säure ist vorwiegend Zitronensäure. Diese beeinflusst den Harnstoffwechsel, wirkt treibend und reinigend.

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Auch Folsäure, Magnesium und Kalium zählen zu den wertvollen Stoffen in Himbeeren. Flavonoide haben einen antioxidativen und blutreinigenden Effekt und können so entzündlichen Prozessen und sogar Krebs vorbeugen helfen. Und bei all dieser geballten Gesundheitswirkung haben Himbeeren pro hundert Gramm nur 34 Kilokalorien (kcal).

Himbeerblätter: Verbündete der Frauen

Neben den Früchten sind auch die Blätter der Himbeere voll gesunder Wirkstoffe: Sie wirken als Tee oder Tinktur östrogenähnlich, zusammenziehend und erweichen den Uterus, die Vagina und den Beckenboden. Das Grün hilft bei stark schmerzhafter Blutung, bei Stimmungsschwankungen, Prämenstruellem Syndrom (PMS) und können zur Geburtserleichtung beitragen. Himbeerblätter sind reich an Knochen stärkendem Kalzium und damit ideale Pflanzenverbündete für Frauen in den Wechseljahren und danach.

Tagesbedarf: Was eine 150-Gramm-Portion Himbeeren an Vitalstoffen abdeckt:

  • Vitamin E (zehn Prozent der Tagesmenge)

  • Folsäure (elf Prozent)

  • Vitamin C (38 Prozent) – als Himbeersaft: 25 Prozent

  • Kalium (15 Prozent)

  • Magnesium (13 Prozent)

  • Eisen (zehn Prozent) – als Saft: 17 Prozent

  • Kupfer (elf Prozent)

Himbeersorten im Überblick: Welche eignet sich für wen?

  • Willamette: Eine frühreife Beere mit mittelgroßen, roten bis dunkelroten Früchten, fest und sehr gut pflückbar.

  • Glen Ample: Wird gern als Kinder-Himbeere beschrieben, weil die Pflanze keine Stacheln hat. Sie reift früh und hat große Früchte. Gut für den eigenen Garten oder sogar den Balkontopf.

  • Himbotop: Diese Himbeere wächst im Herbst. Sie hat relativ große, feste Früchte und sie gedeiht schnell.

  • Meeker: mittelfrüh reifend, ertragreich und die Früchte sind sehr fest und voll im Geschmack.

  • Tulameen: Eine besonders aromatische Sorte, die Beeren sind groß und nach unten hin spitz zulaufend. Sie reift kurz vor "Schönemann".

  • Schönemann: Hierbei handelt es sich um eine spät reifende Himbeersorte mit länglichen, festen und etwas säuerlichen Früchten.

  • Polka: Eine Herbsthimbeere, höchst aromatisch mit großen Früchten. Sie reift gegen Mitte August.

  • Autumn Bliss: Eine weitere Herbsthimbeere, die Anfang August reift, aromatisch schmeckt und resistent gegen Wurzelkrankheiten ist.

Verzehrsempfehlung und Wirkung der Himbeeren:

  • Hildegard von Bingen empfiehlt Himbeersaft mit Galgant bei fiebrigen Virusinfekten.

  • Sie bereitet außerdem eine Speise aus Dinkelflocken, Himbeeren, gemahlenen Mandeln und Rahm zu und süßt dies mit Rohrzucker oder Honig.

  • Wenn Sie Himbeeren ungegart verzehren möchten – etwa im Müsli –, dann nur wirklich schmutzige Himbeeren waschen, da Wasser das Aroma der Beere verwässert.

  • Für eine Saftkur eignet sich ungesüßter Himbeersaft, der viele wertvolle Inhaltsstoffe enthält. Zudem stärkt und erfrischt der Saft der Himbeere bei Fieber.

  • In Asien werden Himbeeren von Frauen außerdem als Medizin gegen starke Monatsblutungen verwendet.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 26. Juni 2015
Durch: sw
Quellen: Prof. Dr. med. Richard Béliveau, Dr. med. Denis Gingras und Hanna van Laak: Krebszellen mögen keine Himbeeren, Kösel Verlag 2010. Margarete Dreßler: Die Heilkraft der Beeren, Herbig Verlag 2011. Heidelore Kluge: Hildegard von Bingen. Ernährungslehre, Moewig Verlag 2009. Dreßler, Margarete: Die Heilkraft der Beeren. Entzündungshemmend - Gefäßstärkend – Krebsvorbeugend, Herbig Verlag 2011.

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