Rüben und Knollen

Gesundes aus der Erde: Wurzelgemüse

Wussten Sie, dass Meerrettich mehr als dreimal so viel Vitamin C enthält wie Orangen? Dass Topinambur den ganzen Winter über geerntet werden und daher besonders frisch auf den Markt kommen? Oder die Pastinake bis ins 18. Jahrhundert das am meisten angebaute Wurzelgemüse war und ätherische Öle enthält, die antimikrobiell wirken? Kurz gesagt, wussten Sie, dass Wurzelgemüse nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr gesund ist?

Gesundes aus der Erde: Wurzelgemüse
Pastinaken, Rote Beete und Radieschen sind wie geschaffen für eine gesunde Herbst-Küche.
©iStock.com/BDMcIntosh

Über Jahrhunderte waren Rüben und anderes Wurzelgemüse besonders in Herbst und Winter Hauptnahrungsmittel. Viele Arten können bis spät in den Herbst frisch geerntet werden und sind besonders lagerfähig. Somit waren sie in Zeiten vor Kühlschrank und globalisierten Lebensmittelströmen oft die wichtigste Quelle für Vitamine und Mineralstoffe.

Wegen der vielen positiven Inhaltsstoffe wurden die unterschiedlichen Wurzeln aber auch als Naturarznei eingesetzt. Rüben sollten bei Verdauungsproblemen helfen, Rettich wurde zum Schleimlösen eingesetzt. Doch mit der Verbreitung der Kartoffel ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Rüben immer weiter zurückgedrängt. In den vergangenen Jahren erfuhren sie aber eine regelrechte Renaissance und so finden immer mehr Wurzeln ihren Weg zurück auf unsere Tische. Wer sich gesund ernähren möchte, gerade in der kalten Jahreszeit, für den sind Rüben genau das Richtige. Sie können bis in den Winter hinein vor Ort angebaut und frisch geerntet werden. Lange Lieferwege oder Lagerzeiten entfallen, was besonders für die empfindlichen Vitamine wichtig ist. Und dank vieler verschiedener Arten kommt in der Küche nie Langeweile auf. Wir haben für Sie bekannte und unbekanntere Arten genauer unter die Lupe genommen und verraten Ihnen, welche gesunden Inhaltsstoffe die Wurzeln enthalten.

Karotten senken Cholesterinspiegel

Die Gelberübe ist, mit einem Gehalt von neun Milligramm pro hundert Gramm und mehr, eines der carotinreichsten Lebensmittel. In Verbindung mit Fett kann der Körper aus Beta-Carotin das wichtige Vitamin A bilden. Das ist auch als Anti-Aging-Vitamin bekannt, da es bei Aufbau und Regeneration der Haut, aber auch der Knochen, eine entscheidende Rolle spielt. Neben Carotin enthalten Möhren auch verhältnismäßig viel Natrium, Eisen und Vitamin B. Das ebenfalls enthaltene Pektin scheint den Cholesterinspiegel zu senken. Man kann also zu jedem Karotten-Gericht guten Gewissens etwas Öl oder Butter geben und so dem Körper das zur Carotin-Vitamin-Umwandlung nötige Fett zuführen.

Meerrettich wirkt antimikrobiell

Die scharfe Wurzel ist mit rund 177 Milligramm pro hundert Gramm besonders reich an Vitamin C. Zum Vergleich: Eine Orange enthält „nur“ 50 Milligramm pro hundert Gramm. Zudem enthält Meerrettich ätherische Öle, aus denen sich Senföl bildet, das antimikrobiell wirkt. Das hilft zum Beispiel bei Atemwegserkrankungen, gegen Candida-Pilz und stärkt zudem die Abwehrkräfte. Frisch geriebener Meerrettich, mit etwas Honig vermischt, ist daher ein gutes Hausmittel zur Vorbeugung einer Erkältung. Wem die Schärfe pur zu heftig ist, kann einen Esslöffel Kren zum Beispiel auch in eine Hühnersuppe rühren. Tipp: Beim Reiben der Wurzel schon fest einatmen, das macht die Atemwege frei und soll auch Kopfschmerzen vertreiben.

Pastinake fördert Verdauung

Die weißen Rüben mit dem leicht nussigen Aroma, waren bis ins 18. Jahrhundert das am meisten angebaute Wurzelgemüse. Sie haben einen hohen Nährwert und enthalten verschiedene gesundheitsförderliche ätherische Öle. Unter anderem Apiol, das antimikrobiell wirkt und förderlich für die Verdauung und die Nierentätigkeit ist. Pastinaken können roh zubereitet werden, etwa wie Karotten im Salat, als Suppe gekocht oder auch zusammen mit anderem Gemüse gekocht oder gebacken werden. Sie eignen sich, da sie keine blähenden Stoffe enthalten, auch besonders gut für Babynahrung und werden oft als erste Beikost empfohlen.

Rettich und Radieschen lösen den Schleim

Der große Rettich und seine kleine Schwester, das Radieschen enthalten Glucosinolate, die antimikrobiell wirken und in der Naturheilkunde als Schleimlöser eingesetzt werden. Rettich gilt daher als altes Hausmittel gegen Erkältung, wo er sowohl seine schleimlösende als auch entzündungshemmende Wirkung entfalten kann. Sowohl Rettich als auch Radieschen können aber auch bei Problemen im Verdauungssystem, wie Blähungen, Verstopfung oder Durchfall helfen.

Rote Beete enthält viel Folsäure

Die Blätter der roten Beete sind reich an Mineralien, Vitamin A und Betain und lindern die Schmerzen bei akuter Gallenkolik. Frische Blätter von jungen Pflanzen lassen sich zum Beispiel wunderbar unter Blattsalat mischen oder auch wie Spinat verarbeiten. Die weitaus bekanntere Rübe selbst ist besonders reich an Phosphor, Vitamin B, Kalium, Eisen und ganz besonders an Folsäure. Bereits eine große Portion Rote Beete (etwa 250g) deckt mehr als die Hälfte des Tagesbedarfs dieses wichtigen Vitamins. Allerdings enthält Rote Beete auch viel Oxalsäure (181 mg / 100g), weswegen Menschen mit einer Neigung zu Nierensteinen keine allzu großen Mengen zu sich nehmen sollten. Das gleiche gilt für Patienten mit einem Eisen- oder Kalziummangel, oder solche die Eisentabletten einnehmen, da Oxalsäure die Resorption von Eisen und Kalzium beeinträchtigt.

Schwarzwurzel hilft Diabetikern

Schwarzwurzeln sind sehr leicht verdaulich und enthalten Inulin, was sie für Diabetiker besonders geeignet macht, da es den Blutzuckerspiegel nicht beeinflusst. (Achtung, Inulin kann bei übermäßigem Verzehr zu Blähungen und Durchfall führen.) Bei einem hohen Ballaststoffanteil, sind sie gleichzeitig kalorienarm, was sie für eine leichte Vollkost besonders interessant macht. Da sie in der Zubereitung nicht ganz einfach sind, beim Schälen sondern sie eine stark färbende Milch ab, konnten sie sich trotz der gesundheitlichen Vorteile in unseren Küchen bisher kaum durchsetzten.

Topinambur gut für die Galle

Topinamburknollen stammen ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika und sind mit der Sonnenblume verwand. Die Knolle ist etwa so groß wie eine Kartoffel, hat jedoch eine deutlich dünnere Schale, was sie nicht so lagerfähig macht. Allerdings treibt die Pflanze erst ab etwa Oktober aus, was eine frische Ernte bis März ermöglicht. Da die Knollen im Boden Temperaturen bis -30 Grad Celsius überstehen, kommen sie auch im Winter besonders frisch auf den Markt. Topinambur wird eine besonders günstige Wirkung auf Galle, Leber, Magen und Bauchspeicheldrüse nachgesagt. Außerdem enthält die Knolle, wie Schwarzwurzeln, das für Diabetiker interessante Inulin. Topinambur kann sowohl roh, als auch gekocht verzehrt werden, was einen vielfältigen Einsatz in der Küche ermöglicht.

Weißes Gemüse nicht unterschätzen
Gesunde Ernährung
Adventskalender: Tolle Gewinne warten!

Wir versüßen das Warten auf Weihnachten: Öffnen Sie jeden Tag ein Türchen und gewinnen Sie tolle Preise

mehr lesen...
Artikel zum Thema
8 Tipps für ein besseres Stressmanagement

Das Weihnachtsessen, Geschenke und wichtige Termine – Diese Tipps helfen, wenn der Alltag besonders stressig ist!

mehr...
Experten-Foren

Mit Medizinern und anderen Experten online diskutieren.

Forum wählen
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Aktuelle Fragen aus der Community
Meistgeklickt zum Thema
Ingwer – gegen Erkältung und für die Potenz
Gesunde Ernährung

Er hilft beim Abnehmen, tut bei Erkältung gut und vielleicht auch bei Krebs: So gesund ist Ingwer! mehr...

Abführende Lebensmittel: Dieses Essen fördert die Verdauung
Gesunde Ernährung

Bestimmte Lebensmittel wirken Verstopfung entgegen, indem sie die Darmtätigkeit sanft anregen. Wir stellen natürliche Abführmittel vor mehr...

Gewürze mit Heilwirkung
Gesunde Ernährung

Gewürze wie Vanille, Kardamom oder Safran machen sich nicht nur beim Kochen und Backen gut. Sie helfen auch unserer Gesundheit auf die Sprünge mehr...

Haben Sie eine Frage?

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Newsletter-Leser wissen mehr über Gesundheit

Aktuelle Themen rund um Ihre Gesundheit kostenlos per Mail.

Abonnieren
Body-Mass-Index: BMI schnell und einfach berechnen!

Wie hoch ist Ihr Body-Mass-Index? Finden Sie es heraus!

mehr...

Zum Seitenanfang

afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2012/Monat: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über Gong Verlag GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.lifeline.de

Unser Angebot erfüllt die afgis-Transparenzkriterien.
Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheitsinformationen im Internet.