Regional, frisch, gesund: Die Sorte der Woche

Die Frühkartoffel

Dünnere Schale, weniger Stärke: was Frühkartoffeln ausmacht und von späteren Knollen unterscheidet

Wer regionale Produkte genießen will, ist an die Jahreszeiten gebunden. Welche Lebensmittel gerade Saison haben und deshalb besonders frisch und lecker in den (Super-)Marktregalen ausliegen, sagt Ihnen Lifeline mit der Sorte der Woche. Heute: die Frühkartoffel.

kartoffeln
Die frischen, zarten Frühkartoffeln eignen sich besonders gut als Beilage zum Spargel oder für einen Kartoffelsalat.
© iStock.com/ollo

Die Frühkartoffel-Saison hat begonnen: Jetzt gibt es die nährstoffreichen Knollen wieder frisch, nicht mehr nur aus dem Lagerbestand. Anfangs wird die Kartoffel ein bisschen mehr kosten als sonst, denn durch das lange schlechte Wetter ist das Angebot knapp. Wenn der erste „Kartoffel-Heißhunger“ der Verbraucher gestillt ist, wird sich das aber einpendeln, glaubt die Rheinische Erzeugergemeinschaft Kartoffeln, kurz Reka.

Frische Kartoffeln aus der Region sind zunächst auf den Märkten zu haben und kommen Ende Juni in die Geschäfte. Enden wird die Frühkartoffelsaison etwa Mitte bis Ende August – alle danach geernteten Knollen laufen unter dem Begriff Speisekartoffel. Die Haupternte der Kartoffeln beginnt dann im September und dauert bis Mitte Oktober.

Was unterscheidet Früh- von Speisekartoffeln?

Die Frühkartoffel unterscheidet sich von der Speisekartoffel durch einen geringeren Stärkegehalt, eine dünnere Schale und eine kürzere Haltbarkeitsdauer.

Die sogenannte Frühkartoffel wird früher gepflanzt und geerntet als die normale Speisekartoffel, ist aber genauso für den Verzehr gedacht. Die ersten Frühkartoffeln werden bereits Mitte bis Ende Mai geerntet. Importierte Frühkartoffeln kommen hauptsächlich aus Italien, Frankreich und Ägypten nach Deutschland.

Bei der Frühkartoffel lässt sich in der Regel im Juni die Schale noch mit dem Daumen abreiben, was bei einer ausgereiften Speisekartoffel nicht möglich ist. Die dünne Schale kann mitgegessen werden und sorgt für einen knackigen Biss. Später werden die Schalen der Knollen dicker, die Kartoffeln sind dann länger haltbar. Während eine ausgereifte Speisekartoffel einen Stärkeanteil von 14 bis 16 Prozent aufweist, kommt die Frühkartoffel nur auf etwa zwölf bis 13 Prozent. Sie enthält dafür mehr Wasser und etwas mehr Nitrat.

Kartoffeln – unscheinbare Nährstoffbomben

Abgesehen davon steht die Frühkartoffel im Nährwertgehalt ihrem später geernteten Cousin in nichts nach: Hundert Gramm enthalten nur rund 70 Kilokalorien, dafür aber zwei Gramm sehr gut verfügbares Eiweiß (Protein) und etwa ebenso viele gesunde Ballaststoffe. Ein Prozent jeder Kartoffel machen Mineralstoffe und Spurenelemente aus, außerdem stecken in den Knollen die Vitamine A, B und C.

Kartoffeln werden in Europa seit dem 16. Jahrhundert kultiviert, weltweit gibt es rund 5000 verschiedene Kartoffelsorten. Jeder Bundesbürger aß im Jahr 2010 knapp 60 Kilo Kartoffeln. Zehn Jahre zuvor waren es noch 70 Kilo Knollen. Als medizinisches Hausmittel bewährt hat sich Kartoffelsaft, etwa gegen Sodbrennen und Schwellungen. Je nach Region heißen Kartoffeln auch Erdäpfel, Erdbirn, Nudel, Schucke, Pipper oder Grumbeere.

Figurwunder Kartoffel dank resistenter Stärke

Dick machen Kartoffeln im Vergleich zu Nudeln oder Reis übrigens keineswegs. Wenn Kartoffeln nach dem Kochen und vor dem Verzehr abkühlen, wandelt sich ein Teil der Stärke in Ballaststoffe um. Die sogenannte resistente Stärke entzieht sich dadurch der Verarbeitung durch Verdauungsenzyme - sie schlägt daher nicht auf die Hüften.

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