Muskeltraining mit dem eigenen Gewicht

Freeletics: Was steckt hinter dem Fitnesstrend?

Die häufigsten Fragen zum Workout und seinem Nutzen

Freeletics heißt: Muskel- und Ausdauertraining mit dem eigenen Körpergewicht. Seine Anhänger feiern das einfache Workout gar als Fitnessrevolution. Lifeline beantwortet die häufigsten Fragen zum Freeletics-Sportprogramm.

Mann macht Liegestütze im Keller
Bei Freeletics wird allein mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. Spezielle Geräte sind dazu nicht notwendig – wohl aber Trainingspläne, die man zum Teil kostenpflichtig herunterladen kann.
iStock

Die Motivationsvideos zu Freeletics im Internet versprechen viel: Innerhalb von 15 Wochen vollziehen sich auf den Bildern regelrechte Körpertransformationen ("Body Changes") vom untrainierten Bürohocker zum gestählten Fitnesshelden. Eine Handy-App gibt dabei den Nutzern fiese Kraftübungen vor, die diese in möglichst kurzer Zeit ausführen müssen. Ins Fitnessstudio braucht dafür niemand: Liegestützen, Klimmzüge und Co. lassen sich zu Hause oder im Park erledigen. Lifeline erklärt das Prinzip der Freeletics und wieso das Programm so erfolgreich ist.

Freeletics - Videomotivation

Die Motivation mit Fotos und Videos spielt bei Freeletics eine große Rolle

DukeMountainRecords via YouTube

 

Was sind Freeletics?

Freeletics setzt sich zusammen aus "free" (frei, unbeschwert) und "athletics" (Sport). Das Kunstwort bezeichnet Fitnessübungen ohne Gewichte oder Geräte, nur mit dem eigenen Körpergewicht. Beim Freeletics-Training gibt es kein teures Equipment. Ihr Trainingsgerät haben die Anhänger dieser puristischen, aber intensiven Sportart immer dabei: ihren Körper.

Bei Freeletics geht es darum, die Übungen eines festgelegten Workouts möglichst schnell, aber zugleich sauber auszuführen. Andernfalls steigt bei Übungen mit dem eigenen Gewicht die Verletzungsgefahr. Die persönliche Bestzeit (PB) dient dem Vergleich mit anderen Nutzern und zeigt den eigenen Trainings-Fortschritt.

Was sind typische Freeletics-Übungen?

Zu einem Freeletics-Workout zählen so traditionelle Übungen wie Liegestütze, Kniebeugen und Crunches (Sit-ups). In der Freeletics-Terminologie heißen diese Abschnitte aber etwa "Push-ups" (Liegestütze), "Squats" (Kniebeugen) "Jackknives" (klappmesserartige Bewegung im Liegen) oder "Burpees" (Sprung-Liegestützen).

Freeletics: Diese Übungen kommen auf Sie zu

 

Wie läuft das Freeletics-Training ab?

Kombiniert werden Sets einzelner Übungen zu einem Workout, das etwa "Aphrodite" heißt. Letzteres Programm setzt sich zum Beispiel aus je 150 Burpees, Squats und Situps zusammen. Weitere Freeletics-Workouts heißen – ebenfalls nach griechischen Gottheiten – Ares, Hades oder Artemis. Daneben gibt es die sogenannte "Max"-Disziplin. Das bedeutet: so viele Wiederholungen einer Einzelübung, wie ein Athlet in einer bestimmten, vorgegebenen Zeit schafft – gewissermaßen die maximale Leistung, die er oder sie bringen kann.

Wo kann ich Freeletics trainieren?

Im Prinzip lassen sich Freeletics-Workouts und -Übungen überall drinnen oder draußen ausführen, wichtig ist genug Platz. Wer sich auf der Freeletics-Homepage registriert, bekommt kostenlose Workout-Vorschläge zum Beispiel per Newsletter oder App. Außerdem steht für jede Freeletics-Übung eine Video-Anleitung zur Verfügung. Zusätzlich kann sich die "Freie Athleten" genannte Community untereinander austauschen und aneinander messen. Umfangreichere und individuellere Trainingspläne bekommen aber nur zahlende Premium-Kunden.

Top 5 der Sportarten mit dem höchsten Kalorienverbrauch

Lifeline/Wochit

Für die meisten Übungen brauchen freie Athleten keinerlei Ausrüstung außer Sportkleidung und -schuhe. Für einzelne Freeletics sind aber eine Wand, eine Rekstange oder ein Laufparcours nötig. Freeletics trainieren kann man allein, es gibt aber auch Freeletics-Gruppen in vielen deutschen Städten, die sich häufig in speziellen Internetforen oder über Facebook zusammenfinden.    

Wie viel kostet die Teilnahme an Freeletics?

Um die 40 Euro kostet ein 15-Wochen-Plan, wobei der Nutzer je nach Trainingsziel zwischen verschiedenen Coaches auswählen kann. Für rund 30 Euro werden zusätzlich Ernährungsratschläge angeboten. Die Basisversionen der Web-Ansicht und der Freeletics-App (zum Beispiel bei iTunes) sind kostenlos.  

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Freeletics?

Freeletics-Videos, die offizielle Homepage und unzählige Blogs sprechen eine deutliche Sprache: Es geht vor allem um die Motivation des einzelnen freien Athleten und der ganzen Gemeinschaft. So rufen die Freeletics-Erfinder in ihren FAQs die Anhänger auf, jede Woche ein Foto von sich zu machen, um die Fitness-Fortschritte festzuhalten.

Auch der Vergleich mit anderen Nutzern dient dem Ansporn, bei Freeletics zur persönlichen Höchstleistung aufzulaufen. Durch das intensive Training sehen freie Athleten im Idealfall schnell Ergebnisse, während die einzelnen Sporteinheiten im Vergleich eher kurz sind – sie dauern zwischen zehn und 50 Minuten. Zugleich geben die Freeletics-Macher in Interviews zu, das Rad nicht neu erfunden zu haben – schließlich sind die einzelnen Übungen bekannt und erprobt.

Wer steckt hinter Freeletics?

Die Unternehmer hinter dem Start-up Freeletics heißen Andrej Matijczak, Mehmet Yilmaz und Joshua Cornelius. Die drei Männer gründeten die Firma mit Sitz in München. Mittlerweile wird die Idee aber von einem Investor vermarktet.

Wer darf mit Freeletics anfangen?

Im Prinzip jeder. Allerdings ist ein gewisses Level an Grundfitness nötig, um die Freeletics-Workouts durchzuhalten. Zu beachten ist außerdem, dass bei Übungen mit dem Eigengewicht die Gelenke übergewichtiger Athleten stark belastet werden, schneller verschleißen und Schaden nehmen können.  

Was sagen Experten zu Freeletics?

Zu Übungen mit dem eigenen Körpergewicht sagt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln: "Wer sein eigenes Gewicht richtig einsetzt, kann den ganzen Körper in Form bringen und seine Koordination fördern." Er rät Freeletics-Fans und anderen Sportlern, die Übungen so lange auszuführen, bis die Muskeln brennen.

Allerdings komme es bei den Übungen auf die richtige Haltung an und darauf, sie exakt auszuführen. Sonst könne sich der Sportler verletzen. Bei Kniebeugen zum Beispiel sei es sehr wichtig, Knie und Füße in der richtigen Position zu haben, damit die Gelenke nicht falsch belastet werden, sagt Froböse: Die Knie sollten senkrecht über den Mittelfuß kommen, aber nicht über die Fußspitzen hinausragen, während das Gesäß nach hinten schiebt. Froböse empfiehlt außerdem, sich vor dem Training mit dem eigenen Körpergewicht gründlich zu informieren und sich idealerweise von einem Trainer einweisen zu lassen.

Wichtig sind auch regelmäßige Ruhetage, um Überbelastung und Übertraining durch intensive oder zu häufige Freeletics-Workouts zu vermeiden. Die Symptome dieses krankheitsähnlichen Zustands reichen von einer höheren Verletzungsneigung und Kopfschmerzen bis hin zu Depressionen.

Körper-Transformation mit Freeletics

Freeletics heißt, nur mit dem eigenen Körpergewicht Muskeln aufzubauen. Im Video zeigt ein junger Mann, wie das Ergebnis nach 15 Wochen Training aussehen kann.

Stefan Zellner via YouTube

Trendsportarten von Aerial-Yoga bis Zumba

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2015
Quellen: nach Informationen der dpa, der Freeletics-Homepage sowie von Ingo Froböse, Deutsche Sporthochschule Köln.

Meistgelesen in dieser Rubrik
25 entwässernde Lebensmittel von Ananas bis Wassermelone!
Ernährung & Fitness

Ananas, Gurke, Spargel: Diese Lebensmittel vertreiben Wasser aus schweren Beinen mehr...

Die 20 besten Magnesium-Lieferanten
Ernährung & Fitness

Magnesium hält Muskeln und Nerven fit. Holen Sie sich den Mineralstoff mit diesen Lebensmitteln! mehr...

Detox-Lebensmittel: Mit 17 Alleskönnern den Körper entgiften
Ernährung & Fitness

Schlapp und müde? Eine Detox-Kur soll neue Energie geben. Diese Lebensmittel reinigen den Körper von innen mehr...

Aktuelle Artikel Ernährung & Fitness
Besteht erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt?

Hand aufs Herz: Wie fit sind Sie?

mehr...

Sie haben Fragen zu Ernährung und Fitness? Fragen Sie nach - kostenfrei und anonym

Zum Expertenrat
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Zum Seitenanfang