Regional, frisch, gesund: Die Sorte der Woche

Die Aronia

Die Apfelbeere gilt als Alleskönnerin: Ihr dunkelvioletter Saft strotzt vor Anthocyanen

Wer regionale Produkte genießen will, ist an die Jahreszeiten gebunden. Welche Lebensmittel gerade Saison haben und deshalb besonders frisch und lecker in den (Super-)Marktregalen ausliegen, sagt Ihnen Lifeline mit der Sorte der Woche. Heute: die Apfelbeere (Aronia).

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Durch ihre Form erinnert die Aronia an einen Mini-Apfel, geschmacklich eher an unreife Heidelbeeren.
© iStock.com/wawritto

Selbst in Gartenbüchern suchen Beerenliebhaber die Aronia mitunter vergebens. Die fast vergessene Obstsorte erlebt – wenn auch langsam – gerade einen Neuanfang in Deutschland. Farblich erinnert die Aronia an eine schwarze Johannisbeere. In ihrer Form gleicht sie, innen wie außen, einem winzigen Apfel – daher der Name. Botanisch gesehen gehört die Apfelbeere aber dem Kernobst an, sie ist nah verwandt mit der Eberesche. Zum Rohverzehr eignet sich die Aronia wegen ihres bitteren Geschmacks eher nicht.

Aronia enthält außerordentlich viele Anthocyane

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Nur echte Liebhaber trinken den herben, dunkelvioletten Saft der Aronia pur. Gesundheitlich würde sich das aber lohnen: Bestimmte sekundäre Pflanzenstoffe wie die antioxidativen Anthocyanidine seien in Aronia wesentlich stärker konzentriert als in Holunder- oder schwarzen Johannisbeeren, bestätigt Sabine Kulling vom Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel. „Aronia hat aber keine Inhaltsstoffe, die andere Beeren nicht haben“, bremst sie die Euphorie mancher Aronia-Fans.

Generell wirken Polyphenole, zu denen die Anthocyane und damit die Anthocyanidine gehören, dem oxidativen Stress in Zellen entgehen. Das bedeutet, sie fangen schädliche Moleküke (die freien Radikale) ab und machen sie unschädlich, bevor sie Mutationen an Biomolekülen wie der DNA verursachen können. Damit bremsen die sekundären Pflanzenstoffe, die sich vor allem in roten und violetten Sorten finden, letztendlich sogar Krebs aus. In Aronia ist der Anthoycan-Gehalt sogar so hoch, dass sich mit dem Extrakt der Beeren andere Lebensmittel rot einfärben lassen.

Fans der Apfelbeere werden im Reformhaus fündig - und in Sachsen

Neben sekundären Pflanzenstoffen finden sich in Aronia die Vitamine C und K, ferner Phosphor, Kalium und Folsäure. Ernährungswissenschaftlerin Kulling weiß sogar von Menschen, die fest überzeugt sind, dass sich ihre Leber- oder Blutwerte nach dem regelmäßigen Genuss von Aronia verbessert haben. „Das kann, muss aber nicht sein“, sagt sie. Belastbare Studien zu den zugeschriebenen positiven Wirkungen etwa auf Herz und Kreislauf oder als Wachstumshemmer von Tumoren beim Menschen gibt es ihres Wissens nicht. Auch ist bislang keine Studie zur Diabetesvorsorge mit Aronia zustande gekommen.

Der Beliebtheit der Beere tut das keinen Abbruch – sie muss wegen der wachsenden Nachfrage sogar importiert werden, zum Beispiel aus Polen. Die maschinelle Ernte läuft ab Mitte August etwa drei Wochen lang, der frische Aroniasaft wird vor allem in Reformhäusern und Biomärkten zu finden sein. Über die eigentliche Saison hinaus gibt es Aronia in getrockneter Form zu kaufen. Während frische Apfelbeeren nur knapp 50 Kilokalorien (kcal) pro 100 Gramm liefern, steckt in getrockneten Aroniabeeren über das Fünffache (250 kcal).

Der Anbau von Aronia floriert

Sachsen – wo die Beere schon zu DDR-Zeiten kultiviert wurde – ist mittlerweile das größte Aroniagebiet Westeuropas. In den nächsten Jahren sollen Plantagen im Spreewald, in Nordhessen, Bayern und Niedersachsen entstehen. Dann wächst die deutsche Anbaufläche auf gut 200 Hektar. Weil der Aronia-Anbau noch eine Nischenbranche ist, kennt niemand genaue Zahlen.

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