Schlank werden mit Vollkornbrot

Kohlenhydrat-Diät

Unter dem Begriff "Kohlenhydrat-Diät" wird oft das Abnehmen durch den Verzicht auf diese Nährstoffgruppe propagiert. Gesünder Gewicht reduzieren lässt sich aber genauso mit Hilfe von Kohlenhydraten – der Kohlenhydrat-Diät im eigentlichen Wortsinn.

Vollkornbrot auf Tisch
Vollkornbrot liefert "gute Kohlenhydrate" für die Kohlenhydrat-Diät.
©iStock.com/ermate

Kohlenhydrate sind als Dickmacher verschrien. Etliche Diäten, auch unter dem Begriff Low-Carb-Diäten summiert, basieren darauf, Kohlenhydrate zu reduzieren oder möglichst ganz auf Lebensmittel dieser Nährstoffgruppe zu verzichten. Dabei sind Kohlenhydrate neben Eiweißen und Fetten wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. In Form von Glukose sind sie der Haupt-Energielieferant für fast alle Körperzellen. Gehirnzellen und rote Blutkörperchen beziehen ihre Energie sogar ausschließlich aus Glukose. Auch für die Verdauung wichtige unverdaulichen Pflanzenfasern, bekannt als Ballaststoffe, sowie Minerale und Vitamine finden sich in bestimmten kohlehydratreichen Lebensmitteln, in erster Linie in Vollkornprodukten. Mindestens 50 Prozent der täglichen Energiezufuhr sollte aus Kohlenhydraten stammen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Dabei kommt es auf die Wahl der Kohlehydrat-Quellen an.

Kohlenhydrat-Diät setzt auf "gute Kohlenhydrate"

Kohlenhydrate sind im Prinzip nichts anderes als aneinandergereihter Zucker. Aber abhängig von ihrer Struktur wirken sie unterschiedlich im Körper. Je nach Anzahl der Zuckerbausteinchen, aus denen sie sich zusammensetzen, unterteilt man Kohlenhydrate in Einfachzucker (Monosaccharide) wie beispielsweise Frucht- oder Traubenzucker, Zweifachzucker (Disaccharide) wie beispielsweise Haushaltszucker und Mehrfachzucker (Polysaccharide), wozu die in Getreideprodukten und Kartoffeln enthaltene Stärke zählt. Nur Einfachzucker können durch die Darmwand ins Blut gelangen, Zwei- und Mehrfachzucker müssen erst in Einfachzucker aufgespalten werden.

"Gute Kohlenhydrate" im Sinne der Kohlenhydrat-Diät sind Mehrfachzucker, die langsam ins Blut gelangen. Sie sorgen für einen konstante Energiezufuhr. Wichtig ist, dass sie aus Quellen stammen, die den Körper gleichzeitig mit wertvollen Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien versorgen. Das sind vor allem Vollkornprodukte und Kartoffelzubereitungen, aber auch Obst und Gemüse.

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"Schlechte Kohlenhydrate" behindern das Abnehmen

Dabei gilt: Je naturbelassener die kohlehydrathaltigen Nährstoffe sind, desto höher ist auch der Gehalt an wichtigen Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen. Zuckerhaltige Getränke wie Limonaden oder Süßigkeiten liefern zwar schnell Energie, aber eben kaum weitere, für die Verdauung wichtige Baustoffe. Solche "schlechten Kohlenhydrate" sind "leere Kalorien" und damit tatsächlich Dickmacher. Denn überschüssige Kohlenhydrate, die nicht als Energielieferanten benötigt werden, lagert der Körper als Fett ein. Zudem lassen stark Einfach- oder Zweifachzucker-haltige Nahrungsmittel den Blutzucker in die Höhe schnellen und ebenso rasch wieder sinken – der Auslöser für Heißhungerattacken.

Bei der Kohlenhydrat-Diät besteht der Speisezettel hauptsächlich aus "guten Kohlenhydraten". Sie regen zum Kauen und damit zum langsamen Essen an, halten den Blutzuckerspiegel konstant. Dadurch beugen sie Heißhungerattacken vor, und die enthaltenen Ballaststoffe sorgen für ein lange anhaltendes Sättigungsgefühl. Schlechte Kohlenhydratquellen wie beispielsweise zuckerhaltige Limonaden, Süßigkeiten und Kuchen sollten die Ausnahme bleiben.

Spezielle Varianten der Kohlenhydrat-Diät

Junge Frau verteilt Kartoffeln auf Teller
Die Kartoffel-Diät ist eine spezielle Variante der Kohlenhydrate-Diät.
©iStock.com/amesy

Von der

Kohlenhydrat-Diät

gibt es verschiedene Unterformen. Dazu zählt zum Beispiel die

Kartoffel-Diät

, bei der gekochte Kartoffeln den Hauptteil der Ernährung ausmachen, kombiniert mit Gemüse und Obst.  Sie kann mit Quark, Salat, Vollkornprodukten sowie Fisch magerem Fleisch ergänzt werden. Eine weitere Variante ist die

7-Tage-Körner-Kur

. Hierbei bildet an jedem der sieben Kurtage eine Körnersorte – Weizenschrot,

Hirse

, Hafer, Naturreis, Gerste, Dinkel und am letzten Diättag eine Getreidemischung – die Nahrungsgrundlage. Die Körnermischung für die Kur ist abgepackt samt Anleitung in Drogerien und Reformhäusern erhältlich. Kombiniert werden die Körnermalzeiten mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten, Joghurt und Milch. Wichtig ist dabei ausreichendes Trinken, vor allem Wasser oder ungesüßten Tee.

Wem derartige Diätpläne zu einseitig sind, kann sich aber auch selbst eine Kohlenhydrate-Diät zusammenstellen. Dabei gilt es, bei der Zubereitung der Malzeiten möglichst auf wenig verarbeitete Kohlenhydratlieferanten zurückgreift. Dazu gehören beispielsweise Roggen- und Vollkornbrot, Hartweizen- oder Vollkornnudeln, Naturreis, Haferflocken, Kartoffeln, Gemüse, Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen sowie Obst. Zu den Hauptmalzeiten können die kohlehydrathaltigen Lebensmittel mit etwas Fisch, Geflügel oder fettarmen Fleisch kombiniert werden. Auf diese Weise können die Mahlzeiten so abwechslungsreich variiert werden, dass das Essen Genuss bleibt.

Individuellen Kalorienbedarf ermitteln

Wieviel gegessen wird, orientiert sich am jeweiligen Kalorienbedarf. Dieser hängt von unterschiedlichen Faktoren ab wie Geschlecht, Alter, Körpergewicht, Art und Dauer körperlicher Bewegung. Als Anhaltspunkt: Bei hauptsächlich sitzender Tätigkeit hat die Durchschnittsfrau im Alter zwischen 25 und 50 Jahren einem täglichen Energiebedarf von 1900 Kalorien, der Durchschnittsmann der gleichen Altersgruppe kommt auf etwa 2300 Kilokalorien. Der individuelle Kalorienbedarf lässt sich mit einem interaktiven Energiebedarfsrechner ermitteln, wie ihn beispielsweise die Universität Hohenheim auf ihrer Website anbietet. Entsprechend wird die Nahrungsmenge angepasst. Dabei helfen Kalorientabellen, aus denen sich der Kaloriengehalt der verwendeten Nahrungsmittel ablesen lässt.

Mit Kohlenhydraten gesund abnehmen ohne Jo-Jo-Effekt

Um Gewicht zu verlieren, muss man weniger Kalorien aufnehmen, als verbraucht werden. Damit die Gesundheit nicht unter der Diät leidet und ein Jo-Jo-Effekt vermieden wird, sollte man nicht mehr als 500 Kalorien täglich einsparen. Das geht mit ballaststoffreichen Kohlenhydraten aufgrund ihrer sättigenden Wirkung besonders gut. Täglich ausreichend Bewegung fördert die Gewichtsabnahme und erhält gesund. Wer am Ball bleibt, kann sich so gesund ernähren und pro Woche 1,5 Kilo abspecken. Großer Vorteil: Eine derartige Diät lässt sich auch über eine längere Zeit hinweg durchhalten und führt langfristig zu einer Ernährungsumstellung. Dadurch wird das Risiko niedriger, nach dem Abnehmen schnell wieder Gewicht zuzulegen. Wer am Ball bleibt, kann innerhalb eines halben Jahres 12 bis 14 Kilo abnehmen.

Gleichzeitig bedeutet die Kohlenhydrat-Diät in der beschriebenen Form laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) auch Krankheitsprävention. Wer viele Ballaststoffe und vor allem viele Vollkornprodukte verzehre, verringere sein Risiko für zahlreiche ernährungsmitbedingte Krankheiten, heißt es in einer Mitteilung der DGE mit Verweis auf wissenschaftliche Studien. Vor allem das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, lasse sich auf diese Weise senken.

Web-Tipp:

Ihren persönlichen Kalorienbedarf können Sie beispielsweise mit Hilfe des Energiebedarfsrechners der Universität Hohenheim ermitteln. Zum Energiebedarfsrechner der Universität Hohenheim.

Aufschluss über den Kaloriengehalt verschiedener Lebensmittel geben Lebensmittel-Tabellen im Internet, unter anderem unter kalorientabelle.net oder http://fddb.info/.

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