Blitz-Diät mit Jo-Jo-Effekt

Ananas-Diät

Abnehmen auf die Schnelle – das versprechen "Blitz-Diäten" wie die die Ananas-Diät. Aber Vorsicht: Die einseitige Ernährung dieser Diätform führt schnell zu Mangelerscheinungen, und der so genannte Jo-Jo-Effekt ist vorprogrammiert.

Ananas-Diät
Einfach und schnell abnehmen: Das versprechen Blitz-Diäten wie die Ananas-Diät.
©iStock.com/Christopher Pattberg

Schlank sein gehört in unserer Gesellschaft zum Schönheitsideal, gleichzeitig sind immer mehr Menschen übergewichtig. Kein Wunder also, dass Diäten Konjunktur haben. Vor allem dann, wenn sie unkompliziertes und schnelles Abnehmen versprechen. So wie die Ananas-Diät: Sie besteht schlicht darin, sich ausschließlich von zwei bis drei Kilo frischer Ananas am Tag zu ernähren. Das entspricht zwei großen Früchten. Wichtig bei dieser Monodiät, wie man die Ernährung nur mit einem bestimmten Lebensmittel auch bezeichnet, ist, dass die Früchte frisch und nicht etwa aus der Dose sind, da beim Konservieren die Enzyme verloren gehen und Zucker zugesetzt wird. Als Getränke werden Ananas-Saft, Wasser und ungesüßter Tee empfohlen.

Fatburner Bromelain soll beim Abnehmen helfen

Für den schnellen Gewichtsverlust soll vor allem das Enzym Bromelain sorgen, das in der Ananas enthalten ist. Ihm wird nachgesagt, ein "Fatburner" zu sein, also die Fettverbrennung im Körper gezielt anzukurbeln. Deshalb wird die Ananas-Diät auch als "Enzymdiät" bezeichnet. Hinzu kommt, dass die Ernährung ausschließlich mit Ananas kalorienarm ist: Ein Kilo der Tropenfrucht enthält rund 550 kcal, bei den empfohlenen zwei Kilo Ananas pro Tag wird also gerade einmal der Grundumsatz an Kalorien gedeckt, also die Energie, die der Körper zur bloßen Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen benötigt. Dieser liegt, abhängig von Geschlecht, Alter, Größe und Körpergewicht, bei durchschnittlich 1170 bis 1820 kcal und Tag. Hinzu kommt der sogenannte Leistungsumsatz, der von der Art und Dauer der täglichen Bewegung abhängt.

Ananas-Diät bewirkt Wasserverlust

Tatsächlich führt die Ananas-Diät zunächst schnell zum Erfolg. Allerdings gehen die purzelnden Pfunde hauptsächlich auf Wasserverlust zurück. Denn wie bei anderen Radikalkuren auch reagiert der Körper auf die Unterversorgung mit Nährstoffen mit dem Abbau von Glykogen-Reserven zur Energiegewinnung. Dabei wird Wasser freigesetzt. Hält die Unterversorgung an, baut der Körper Muskelmasse ab, um daraus Glukose für die Energieversorgung zu gewinnen. Die unliebsamen  Fettpölsterchen, denen Diätwillige eigentlich zu Leibe rücken wollen, bleiben bei dieser Crash-Diät verschont.

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Fettverbrennung nicht nachgewiesen

Daran ändert auch der hohe Bromelain-Gehalt der Ananas nichts. Denn die fettverbrennende Wirkung des Enzyms ist wissenschaftlich nicht belegt und auch unwarscheinlich. So weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) darauf hin, dass Enzyme Eiweiße sind, die bereits im Magen aufgespalten werden und deshalb nicht intakt im Körper bleiben. Sie können also gar nicht die ihnen zugeschriebene Wirkung entfalten.

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Und selbst wenn die Enzyme die Reise durch den Magen intakt überstehen würden, wäre allenfalls eine Unterstützung bei der Verdauung von Eiweiß im Dünndarm zu erwarten. Denn wissenschaftlich belegt ist lediglich, dass das Enzym Bromelain Eiweiße aufspaltet. Hiervon sei jedoch keine Wirkung auf die Fettverbrennung oder eine Gewichtsreduktion zu erwarten.  "Eiweißspaltende Enzyme wie z. B. Bromelain sind für eine Gewichtsreduktion nicht geeignet", folgert  die DGE.

Kein nachhaltiges Abnehmen durch Ananas-Diät

Gegen die Ananas-Diät spricht auch, dass sie eine extrem einseitige Ernährung darstellt. Wer sich länger ausschließlich von der Tropenfrucht ernährt, riskiert eine Unterversorgung mit Eiweiß, Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen und damit gesundheitliche Probleme.

Blitz-Diät
Zwar lässt die Ananas-Diät schnell die Pfunde purzeln. Aber nach Ende der Diät droht der Jo-Jo-Effekt.
(c) Photodisc

 

Die "Erfolge" einer Blitzdiät mit Ananas werden zudem in der Regel durch rasche Gewichtszunahme nach Beendigung der Diät, dem Jo-Jo-Effekt, wieder zunichte gemacht. Denn langfristige Gewichtsreduktion setzt eine ausgewogene Ernährung durch nachhaltige Änderung der Essgewohnheiten und regelmäßige Bewegung voraus – Aspekte, die bei der Ananas-Diät unberücksichtigt bleiben. So regieren nach Beendigung der Diät wieder die alten, falschen Essgewohnheiten, die ursprünglich zu Übergewicht geführt haben.

Fazit:

Mit der Ananas-Diät lässt sich zwar kurzfristig eine schnelle Gewichtsabnahme realisieren, die jedoch hauptsächlich auf Flüssigkeitsverlust basiert und durch den Jo-Jo-Effekt nach Beendigung der Diät meist wieder aufgehoben wird. Die Wirkung des in der Ananas enthaltenen Enzyms Bromelain als Fatburner ist ein Mythos und wissenschaftlich nicht erwiesen. Für den nachhaltigen Abbau von Übergewicht ist die Ananas-Diät daher nicht geeignet.

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