Wenn Abnehmen nicht klappt

Abnehmbremsen: Warum viele Diäten nicht wirken

Die meisten Deutschen haben sich schon mal mit einer Schlankheitsdiät gequält. Erfolgreich waren nur die wenigsten. Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, wenn das Übergewicht trotz Diät nicht schwinden will.

Übergewichtige Frau sitzt frustriert vor Salat
Wenn es mit dem Abnehmen nicht klappt, können Stress, die Schilddrüse oder andere Faktoren, an die Sie nie gedacht hätten, schuld sein.
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Mehr als zwei Drittel der Deutschen haben bereits eine Schlankheitsdiät hinter sich. Die Traumfigur erreicht und auch noch gehalten, gelingt den wenigsten. Vier von fünf Abnehmwillige scheitern bei einer Diät. Häufig sind die Betroffenen kurze Zeit nach der Schlankheitsdiät sogar noch dicker als zu Beginn der Abnehmkur.

Ursachen gibt es viele. Die meisten davon sind wohlbekannt - etwa die Tatsache, sich von einer Heißhungerattacke überwältigen zu lassen und schnell mal zu "sündigen". Der einmalige Fehltritt wäre jedoch noch nicht richtig dramatisch. Viel schlimmer ist es, dass danach oft alle Dämme brechen, nach dem Motto: "Jetzt ist sowieso schon alles egal". Alle guten Vorsätze werden über Bord geworfen und die Diät auf einen späteren Termin verschoben. Doch es gibt weniger bekannte Ursachen.

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Hier die 13 wichtigsten Abnehmbremsen auf einen Blick:

  1. Schilddrüse: Produziert die Schilddrüse zu wenig Thyroxin, läuft der Stoffwechsel zu langsam ab. Zunehmen ist vorprogrammiert. Der Mangel an Schilddrüsenhormonen lässt sich durch einen einfachen Bluttest beim Arzt feststellen und medikamentös ausgleichen.

  2. Stress: Negativer, anhaltender Stress lässt den Cortisolspiegel steigen. Das steigert nicht nur die Lust auf Süßes, sondern begünstigt zusätzlich, dass sich Fett im Bauchbereich ansetzt. Tipp: Erkennen Sie die Ursache von diesem Stress und versuchen Sie, diese zu beheben. Ist das nicht möglich, sorgen Sie für Entspannung, am besten regelmäßig und unter professioneller Anleitung (Meditation, autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobsen).

  3. Schlafmangel: Wer viel schläft, nimmt leichter ab, wer wenig schläft, hält an seinen Pfunden fest. Das haben mehrere Studien bewiesen. Die Ursache dafür ist zwar noch nicht bekannt. Wer jedoch abnehmen möchte oder sein Gewicht halten will, sollte auf ausreichend Schlaf achten.

  4. Medikamente: Manche Arzneimittel können das Abnehmen erschweren. Das sind vor allem bestimmte Psychopharmaka, Betablocker und Diabetesmittel. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie eines dieser Medikamente einnehmen und Abnehmen nicht gelingt. Vielleicht lässt sich der Wirkstoff durch einen anderen ersetzen, der das Abnehmen nicht verhindert.

  5. Hormone: Viele Frauen nehmen kurz vor dem Eintritt der Menstruation etwas zu. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Fett, sondern um Wasser. Mit Einsetzen der Regel verschwinden die Ödeme wieder. Hormone als Ursache für stagnierendes Gewicht oder sogar Zunehmen spielen ebenfalls eine Rolle bei Frauen in den Wechseljahren. Sinkt der Östrogenspiegel, steigt das Risiko für Bauchfett.

  6. Alter: Mit zunehmenden Jahren läuft der Stoffwechsel langsamer und die Gesamtmenge an Kalorien, die jemand verwerten kann ohne Speck anzusetzen sinkt. Abnehmen wird dann schwieriger. Betroffene kennen das: Mit jungen Jahren hat es oftmals gereicht, ein paar Mal das Abendessen ausfallen zu lassen - und schon zwickte der Rocksaum nicht mehr. Ab 50 reichen diese Maßnahmen zum Abnehmen nicht mehr aus. Spätestens dann sollte die Ernährung angepasst werden - ein Ernährungsberater kann dabei helfen - und mehr Bewegung in den Tagesablauf einzuplanen unterstützt das Gewichthalten, weil dadurch der Leistungsumsatz etwas steigt und der Körper deshalb mehr Kalorien verwerten kann, ohne gleich Fettpolster anzusetzen.

  7. Frustessen: Für viele ist essen ein Ventil, um Frust abzubauen. Ein paar Gummibärchen oder Schokolade sind dann Streicheleinheiten für die Seele. Kein Problem, wenn Sie während der Diät einmal zu diesen Seeltröstern greifen. Vermeiden Sie jedoch, das jeden Abend zu tun. Setzten Sie beim Frustabbau lieber auf eine Joggingrunde oder anderen Sport, den Sie mögen.

  8. Snacks: Viele Diäten schlagen Zwischenmahlzeiten vor. Das ist richtig, wenn die erlaubte Gesamtkalorienmenge pro Tag dadurch nicht überschritten wird. Viele nehmen zusätzlich jedoch Snacks, etwa Obst zu sich. Früchte enthalten jedoch Fruchtzucker. Er lässt den Insulinspiegel rasch ansteigen und danach ebenso rasch absinken. Die Folge: Heißhungerattacken. Wenn Sie nicht ohne Snack auskommen, greifen Sie am besser zu rohen Karotten, Kohlrabi, Gurken oder Tomaten. Gemüse füllt den Magen genauso gut wie Obst, liefert aber so gut wie keinen Fruchtzucker.

  9. Zu strenge Verbote: Starre Regeln und ständiges Kasteien verleiten zu einem Abbruch der Diät. Das Fatale an strenger Diät: Oft versagen wir uns damit besonders unser Lieblingsessen. Das Verlangen danach steigt massiv an und wird immer größer, bis wir der Versuchung erliegen. Doch das ist kein Grund, die Diät zu beenden. Ein kleiner Ausrutscher bedeutet nicht, dass die Diät misslungen ist. Wählen Sie deshalb eine Diät ohne strenge Verbote, sondern mit vernünftiger, moderater Kalorienreduktion. Dann fällt es leichter, die Schlankheitskur durchzuhalten.

  10. Fertigprodukte: Sie erlauben in Minutenschnelle eine warme Mahlzeit, scheinen also immer dann ideal zu sein, wenn es schnell gehen muss. Dabei dürfen Sie jedoch nicht übersehen, dass die meisten Fertiggerichte viel Fett und Salz liefern - wesentlich mehr, als wenn Sie sich rasch eine Gemüsebrühe mit Einlage zubereiten. 

  11. Eiweißmangel: Viele Diäten schlagen Eiweißreduktion vor, denn viele Lebensmittel mit einem hohen Eiweißgehalt sind auch fettreich: Fleisch und Käse. Erhält der Organismus jedoch zu wenig Eiweiß, baut er Muskeln ab und die Gewichtsreduktion verlangsamt sich. Denn Muskeln verbrennen sogar in Ruhe viel Energie.  Wählen Sie deshalb eiweißreiche Nahrungsmittel, die wenig Kalorien haben, etwa mageres Geflügel (ohne Haut) oder fettarme Milchprodukte. So ist Eiweiß sogar ideal zum Abnehmen, denn es sättigt hervorragend.

  12. Fast Food: Hamburger, Pommes, Fisch- und Gemüseburger haben oft den Nachteil, dass sie in Fett gebacken wurden und sogar noch paniert sind. Damit werden sie zu richtigen Kalorienbomben. Wer meint, das Mittagessen bei seiner Diät rasch durch einen Burger zu ersetzen, irrt sich. Besser ist auf jeden Fall ein Vollkornbrötchen mit Gemüse und einer Scheibe Truthahnbrust.

  13. Bewegungsmangel: Ohne Sport funktioniert das Abnehmen nicht richtig. Wenn Diät alleine nicht ausreicht, lässt Joggen, Schwimmen, Radfahren oder wenigstens ein täglicher flotter Spaziergang die Kilos dann doch noch schwinden. Wichtig ist, dass die Bewegung Spaß macht - oder nach einem stressigen Arbeitstag so richtig entspannt.

Die 13 wichtigsten Abnehmbremsen
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