Untersuchung der Blutgefäße

Phlebographie (Röntgendiagnostik der Venen)

Die Phlebographie ist ein Röntgenverfahren, mit dem sich tief liegende Venen darstellen lassen. Es kommt unter anderem bei Verdacht auf Thrombose zum Einsatz.

Phlebografie (Röntgendiagnostik der Venen)
Krampfadern können Grund für eine Phlebografie sein.
© Getty Images / iStock.com / John Taylor

Die Phlebographie (neuere Schreibweise: Phlebografie) ist eine Röntgenuntersuchung, bei dem die tiefen Leitvenen der Beine, die Beckenvenen oder seltener die Armvenen mittels Kontrastmittel dargestellt werden.

Die Phlebographie ist selten das Verfahren der ersten Wahl und wird häufig als Folgeuntersuchung nach einem Ultraschall (Sonographie) eingesetzt. Abgeklärt werden dadurch ungenaue Befunde bei Verdacht auf Thrombose, insbesondere Beinvenenthrombose. Des Weiteren werden Krampfadern (Varizen) untersucht, die Venenklappenfunktion (bei Verdacht auf Venenschwäche) geprüft sowie Thrombosebehandlungen nachkontrolliert.

Übersicht Phlebographie:

Die Stärke dieser Methode liegt vor allem in der zuverlässigen Darstellung von Thrombosen in den Unterschenkelleitvenen und Oberschenkelvenen.

So läuft die Phlebographie ab

Vor einer Phlebographie sollte die zu untersuchende Person nach Möglichkeit vier Stunden nichts gegessen haben – also nüchtern erscheinen. Eventuell wird vorbereitend noch ein warmes Fußbad gemacht, damit sich die Gefäße weiten und die Haut aufweicht, um einen besseren Venenzugang legen zu können.

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Thrombosen treten am häufigsten an den Bein-Beckenvenen und der unteren Hohlvene auf. Aus diesem Grund werden Ablauf und Verfahren anhand der Bein-Phlebographie geschildert.

Mit Kontrastmittel in den Venen wird geröntgt

Die zu untersuchende Person wird auf einer Kippliege in einem Winkel von 45 Grad gelagert. Das zu untersuchende Bein baumelt locker herunter. Auf dem Fußrücken wird eine Vene mit einer Kanüle punktiert und diese mit einem Klebestreifen fixiert. Über diese Kanüle wird das Kontrastmittel injiziert. Damit das Kontrastmittel über die tiefen Beinvenen abfließen kann, werden die oberflächlichen Venen über dem Knöchel abgebunden.

Im Anschluss werden Röntgenbilder der Unterschenkel- und Knievenen aus verschiedenen Richtungen aufgenommen, um den Abfluss des Kontrastmittels zu verfolgen. Das Bein wird dabei nach innen und außen gedreht. Danach folgen Aufnahmen der Oberschenkel-, Becken- und unteren Hohlvene. Eine Thrombose zeichnet sich im Röntgenbild als scharf begrenzter Füllungsdefekt ab.

Wird die Venenklappenfunktion überprüft, muss ähnlich wie beim Stuhlgang gepresst werden. Dadurch wird deutlich, ob venöses Blut zurück fließt oder die Venenklappen dicht sind. Die Untersuchung dauert ungefähr fünf bis zehn Minuten.

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Lifeline/Wochit

Kontrastmittel wird über die Niere wieder ausgeschieden

Nach der Untersuchung wird das Bein fest gewickelt oder ein Kompressionsstrumpf angezogen. Ebenfalls sollte sich die untersuchte Person im Anschluss mindestens 30 Minuten bewegen, damit das Kontrastmittel aus den Beinvenen komplett abtransportiert wird. Ausgeschieden wird das Kontrastmittel über die Nieren. Um das zu beschleunigen muss nach der Untersuchung viel getrunken werden. Die drei darauf folgenden Tage sollte das Bein tagsüber weiter gewickelt werden.

Wann wird die Phlebographie angewandt?

Mit einer Phlebographie werden krankhafte Veränderungen der Venen untersucht und lokalisiert. Vor allem bei Verdacht auf eine Thrombose besteht die Gefahr, dass sich ein Blutgerinnsel löst, durch das Gefäßsystem wandert und sich an einer engen Stelle absetzt. Geschieht dies, kann das Gewebe hinter dem Verschluss nicht mehr richtig durchblutet werden und nimmt Schaden. Gefährlich ist das besonders für die Gefäße der Lungenflügel, was häufig eine Lungenembolie und im schlimmsten Fall den Tod zur Folge hat.

Hauptuntersuchungsgebiete der Phlebographie sind die tiefen Leitvenen der Beine, die Beckenvenen, die untere Hohlvene, welche aus dem Zusammenfluss der beiden Beckenvenen entsteht, sowie die Schulter-Arm-Venen.

Die Phlebographie wird gemacht bei:

  • Thromboseverdacht
  • Beinvenenthrombose
  • Venenschwäche
  • Krampfadern
  • Kontrolle nach einer Thrombosebehandlung
  • Druck auf die untere Hohlvene durch einen Tumor
  • Tumoreinbruch in die Vene

Auch andere Veränderungen der Blutgefäße werden mittels Konstrastmittelgabe und Röntgendiagnostik untersucht. Dieses Verfahren nennt sich Angiographie.

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Risiken der Phlebographie

Nach der Untersuchung können gelegentlich Reizungen im Gefäß durch das Kontrastmittel auftreten. Bei einer Thrombose besteht außerdem das Risiko, dass sich durch die Kontrastmittelgabe thrombotisches Material löst und wandert. Beim Einführen eines Katheters oder der Nadel kann die Venenwand durchstochen werden.

Eine Phlebographie darf nicht durchgeführt werden, wenn eine Kontrastmittelunverträglichkeit besteht. Kontraindiziert ist diese Untersuchung ebenfalls bei einer Schilddrüsenüberfunktion, chronischer Lymphstauung sowie akuten entzündlichen Prozessen am Unterschenkel, Fuß oder Schulter-Arm-Bereich.

Alternativen: Duplexsonographie ist strahlungsfrei

Die Dopplersonographie, Computertomographie und Magnetresonanz-Angiographie gelten als alternative Untersuchungsmethoden zur Phlebographie. Nicht zu letzt, weil diese Verfahren nicht in den Körper eingreifen. Die Ultraschall-Untersuchung und Magnetresonanz-Angiographie erstellen außerdem Bilder ohne zusätzliche Strahlenbelastung durch die Röntgenstrahlen.

Die Dopplersonographie (auch Duplexsonographie genannt) ist bei der Untersuchung von Blutgefäßen das Verfahren der ersten Wahl und wird einer Phlebographie vorgezogen. Sie bietet eine vergleichbare Treffsicherheit, ist beliebig oft wiederholbar und die Thrombusbeschaffenheit lässt sich besser beurteilen. Allerdings ist die Untersuchungszeit mit 20 Minuten doppelt so lang.

Mit der Computertomographie können Thromben der Bauch- und Beckenvenen sicher erkannt werden. Vor allem große Venen bildet die CT besser ab. Des Weiteren bietet sie eine differenzierte Darstellung zwischen alten und frischen Thromben sowie eine gute Abgrenzung der umgebenen Strukturen.

Die Magnetresonanz-Angiographie bietet ähnliche Vorteile wie die CT, wird aber wegen zu hoher Kosten nur in Ausnahmefällen eingesetzt.

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