Medizinische Messverfahren

Ösophagus-Manometrie (Speiseröhrendruckmessung)

Ösophagus-Manometrie (Speiseröhrendruckmessung) ist ein Messverfahren, das angewandt wird, um den Schluckablauf der Speiseröhre zu überprüfen.

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Ohne Wasser gehts nicht: Während der Ösophagus-Manometrie muss in regelmäßigen Abständen Wasser getrunken werden.
Getty Images/iStockphoto

Die Ösophagus-Manometrie oder Speiseröhrendruckmessung ist ein Messverfahren, das dazu dient, die Beweglichkeit der Speiseröhrenmuskulatur und die Funktionalität des oberen und unteren Schließmuskels der Speiseröhre zu untersuchen. Es wird durchgeführt, um Ursachen für Schluckstörungen , Speiseröhrenkrämpfe oder Brustschmerzen, die nicht auf das Herz zurückzuführen sind, zu diagnostizieren. Ösophagis ist die medizinische Bezeichnung für die Speiseröhre, Manometrie ist ein Druckmessverfahren. Die Ösophagus-Manometrie wird daher auch als Druckmessung der Speiseröhre bezeichnet.

Ablauf der Ösophagus-Manometrie

Vor der Untersuchung sollte bis zu acht Stunden keine Nahrung zu sich genommen werden. Medikamente, welche die Beweglichkeit der Speiseröhre unterstützen, sollten nach Möglichkeit zwei bis drei Tage vorher abgesetzt werden.

Eine Ösophagus-Manometrie wird im Sitzen durchgeführt. Dafür wird ein dünner Katheter über die Nase in die Speiseröhre bis in den Magen eingeführt. Die zu untersuchende Person muss in regelmäßigen Abständen Wasser trinken. Währenddessen wird der Katheter schrittweise zurückgezogen und an vier bis acht Stellen der Speiseröhre wird der Druck gemessen. Aufgezeichnet werden die Signale über Messpunkte, die an der Spitze des Katheters sitzen. Gemessen werden der Ruhedruck und die Erschlaffung der beiden Schließmuskel sowie der Bewegungsablauf der Speiseröhrenmuskulatur. Die Signale werden übermittelt und in einer Grafik dargestellt. Eine Ösophagus-Manometrie dauert ungefähr 30 Minuten.

Wann wird die Ösophagus-Manometrie druchgeführt?

Störungen des Ruhedrucks und des Druckablaufs in der Speiseröhre können zu einer Vielzahl von Erkrankungen und Beeinträchtigungen des Wohlbefindens führen. Eine Ösophagus-Manometrie wird durchgeführt, wenn häufiger Beschwerden oder Schmerzen beim Schlucken von Nahrung auftreten oder oft Sodbrennen auftritt.

  • Achalasie ist eine gutartige Funktionsstörung der Speiseröhre und des unteren Schließmuskels zum Magen. Durch eine fehlende oder unvollständige Erschlaffung des unteren Schließmuskels kommt es zu Transportstörungen von Nahrung in den Magen. Die Nahrung staut sich in der Speiseröhre und kann dadurch nicht schnell in den Magen gelangen. Anzeichen dafür sind Schluckbeschwerden.
  • Ösophagusspasmen werden auch als Speiseröhrenkrampf bezeichnet. Die Muskulatur der Speiseröhre verkrampft sich und löst Schluckbeschwerden und Brustschmerzen aus.
  • Refluxkrankheit ist eine gutartige Funktionsstörung des Magen-Darm-Trakts. Durch eine Störung des unteren Schließmuskels entsteht ein übermäßiger Rückfluss von Magensaft beziehungsweise Mageninhalt in die Speiseröhre, welcher Sodbrennen verursacht.

Unkompliziertes und schmerzfreies Verfahren

Die Ösophagus-Manometrie ist ein unkompliziertes und schmerzfreies Verfahren. Selten kommt es bei dieser Untersuchung zu Erbrechen oder Verletzungen im Nasen-Rachen-Raum, in der Speiseröhre oder im Magen.

Die Endoskopie des Magen-Darm-Trakts wird als erste Maßnahme durchgeführt, um organische Ursachen auszuschließen. Eine Röntgen-Untersuchung mit Kontrastmittelunterstützung kann den Nachweis für einen fehlenden Öffnungsreflex des unteren Schließmuskels zum Magen liefern. Die Ösophagus-Manometrie wird meistens erst dann durchgeführt, wenn Endoskopie- oder Röntgenuntersuchungen keine genauen Angaben über Störungen in der Speiseröhre liefern konnten.

Autor:
Letzte Aktualisierung:11. Januar 2017
Quellen: Piper, W.: Innere Medizin, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007 Walter de Gruyter (Hrsg.): Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter, Berlin 2007

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