Augen sind mehr als nur Spiegel der Seele

Irisanalyse – worauf die Augen Hinweise geben

Die Irisanalyse oder Iridologie ist eine Möglichkeit, Erkrankungen eines Individuums bereits im Vorfeld – ohne großen technischen Aufwand, Laboruntersuchungen, Anamnesen und Tests – zu erkennen, Präventivmedizin zu betreiben und die Ursachen zu behandeln.

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Mit der Irisanalyse können Zeichen im Auge Hinweise auf Gesundheitszustand und mögliche Krankheiten geben.
Getty Images/Brand X

Für einen geschulten Therapeuten ist die Irisdiagnose – oder besser Irisanalyse – eine wertvolle erstdiagnostische Methode. Sie gibt Hinweise darauf, wie Beschwerden und Organerkrankungen miteinander zusammenhängen und einander beeinflussen. Sie ergänzt die üblichen, technisch sehr hochwertigen bildgebenden Verfahren. Für den Patienten stellt die Iridologie eine überaus schonende Methode dar, die ihn nicht belastet und ihm trotzdem Aufschluss über mögliche Krankheitsrisiken und deren Vorbeugung geben kann.

Die Augen sind der Spiegel der Seele, weiß der Volksmund. Das Befinden des Menschen spiegelt sich in seinen Augen wider. Jeder Mensch bringt eine bestimmte ererbte Grundkonstitution beziehungsweise Iriskonstitution mit. Darüber hinaus geben die Zeichen im Auge, die so genannten Iriden - Strukturen, Formen, Farben und andere Phänomenen der Regenbogenhaut - Aufschluss über den (energetischen) Zustand des Körpers und über den individuellen Stoffwechsel: ob bestimmte Organe gesund, geschwächt oder krank sind. Zumindest für den, der sich auf diese Kunst versteht, die Zeichen erkennen, lesen und richtig interpretieren zu können. Neben Unvoreingenommenheit und Geduld gehört dazu eine Menge Wissen und Erfahrung.

Keine augenmedizinische Diagnose

"Da man aus den Augen keine Diagnose stellen kann (außer im augenmedizinischen Sinne) spricht man seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr von Irisdiagnose oder Augendiagnose, sondern von Irisanalyse oder Iridologie.

Die Irisanalyse ist eine Hinweis- und Hilfsdiagnostik, rund 70 Prozent der möglichen Erkrankungen kann sie zeigen: Hinweise, zum Beispiel aus der Genetik oder dem Stoffwechsel, können durch typische und markante Zeichen und Veränderungen in Iris und Auge erklären, warum ein Mensch seine Beschwerden hat. Was aber nicht diagnostiziert werden kann, sind beispielsweise Vitaminmangel, Cholesterinwerte, Gallen- oder Nierensteine, Hämorrhoiden oder gar Krebs.

Neigung zu Krankheitsentstehen frühzeitig sichtbar

Bei der Iridologie (Lehre der Iris), der Befunderhebung aus dem Auge, scheiden sich die Geister, sprich: Schulmediziner und Heilpraktiker. Letztere haben sie entwickelt und erhalten sie bis heute. Erstere lehnen sie ab oder bekämpfen sie sogar. Es gibt aber auch Schulmediziner, die sie befürworten und im Klinikalltag einsetzen, zu ihnen gehört Dr. med. Jürgen Freiherr von Rosen: "Die Ärzte haben leider irrtümlicherweise immer versucht, die Irisdiagnosen mit ihren medizinischen Diagnosen zu vergleichen. Das gelingt in den seltensten Fällen richtig."

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Jedoch könne man durch die Beobachtung der Iris "Tendenzen erkennen, zum Beispiel die Neigung zu einer rheumatischen Erkrankung. Diese Tendenzen stellen jedoch selbst noch keine Krankheit dar, sondern sie weisen nur auf die Möglichkeit einer Krankheitsentstehung hin, die bei diesem Menschen wesentlich häufiger vorkommen wird als bei jemandem, der diese Zeichen nicht hat.

Man spricht deswegen ganz entschieden in der heutigen Zeit von Irishinweisen, obwohl im allgemeinen Sprachgebrauch immer noch der Begriff der Irisdiagnostik verwendet wird."

Irisdiagnose hat lange medizinische Tradition

Die Kunst der "Augen- bzw. Irisdiagnose" beherrschten schon die alten Chinesen. Im europäischen Kulturkreis begann ihre Geschichte 1881 mit dem ungarischen Arzt Ignaz Péczeley und seinem Buch "Anleitung zum Studium der Diagnose aus den Augen". In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts forschten darüber unter anderem Pastor Felke, Edward Laue, Pastor Madaus, Rudolf Schnabel, Günther Lindemann, Josef Angerer, Dr. W. Lang und viele andere. "1954 gelang es Dr. Lang, anatomisch gesehen, den Beweis zu erbringen, dass Nervenverbindungen von allen Teilen des Körpers zur Iris bestehen. Die einzelnen Irissektoren sind Repräsentanten dieses Systems des ZNS", so Heilpraktiker Andreas A. Noll.

Topographie der Organe in der Iris ist nicht einheitlich

Nahaufnahme der Iris mit Pupille
Die Iris: Ihre rechte und linke Seite bildet laut Iridologen die Organe der jeweils gleichen Seite ab.
Thinkstock

Grundannahme dabei ist, dass es im Auge und zwar in der Iris eine Topographie des menschlichen Körpers und seiner Organe gibt. Dr. Freiherr von Rosen: "In der rechten Iris sind die rechtsseitigen Organe abgebildet, in der linken die linksseitigen. Auf der zur Nase hingerichteten Seite ordnet man eher die vorderen Organe des menschlichen Körpers ein, auf der Schläfenseite eher die hinteren. Das Gehirn ist oben und die Beine sind unten abgebildet. Auch die Unterleibsorgane liegen demzufolge unten. Magen und Darm liegen im inneren Bereich der Iris, im so genannten Krausenbereich. (…) Man unterscheidet sechs konzentrische Kreise, die man den verschiedenen Organen oder Organsystemen zuordnet." Etwas verwirrend ist dabei nur, dass diese Topographie bei verschiedenen Schulen nicht ganz einheitlich ist. "Die großen Richtungen aber, wie oben und unten, rechts und links, Lokalisation von zum Beispiel Magen, Dünndarm, Dickdarm, Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz erscheint sicher", so das Fazit von Dr. Freiherr von Rosen.

Wie erfolgt eine iridologische Untersuchung?

Das erläutert Heilpraktiker Willy Hauser in der Deutschen Heilpraktiker Zeitschrift anhand eines konkreten Falles in der Praxis: "Die ganzheitliche Erstuntersuchung des Rückenschmerzpatienten beginnt der Iridologe nach einer kurzen Einführungsanamnese mit der Irisanalyse. Dabei geht er systematisch vor: Er beschreibt die Grundkonstitution sowie die Individualkonstitution.

Danach bestimmt er Zustand und Funktion des Pupillarsaums sowie die Verlaufsform und Struktur der Iriskrause. Anschließend beginnt er mit der ausführlichen Irisanamnese. Genetische Aspekte, Eigen- und Familienanamnese werden in diesem Teil der Untersuchung berücksichtigt und festgelegt. Diese Faktoren führen in der Regel sehr schnell zu den Kausalfaktoren der Rückenschmerzsituation."

Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. September 2016
Quellen: Emmy Schumann: Augendiagnose, Hermann Bauer Verlag 1979; Willy Hauser: Den Rückenschmerz iridologisch betrachten – Ursachen erkennen. In: DHZ Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift Band 1/2006, Ausgabe 4/2006, Seite 20-22, ISSN 1862-2267

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