Fehler vermeiden

Baden in der Wanne – so gehts richtig

Tipps fürs richtige Baden in der Wanne ohne Kreislaufbeschwerden

Ein heißes Bad kann wunderbar sein – und dazu noch richtig gesund. Es entspannt, regt die Organe an, entlastet das Immunsystem. Doch auch beim Baden lässt sich einiges falsch machen, können Haut oder Kreislauf leiden. Wie sagt der Volksmund - zu lange heiß gebadet? Richtig: Temperatur und Dauer sind wichtig, Badezusätze und Wassermenge ebenso.

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Baden ist eine Wohltat für Körper und Seele.
(c) Getty Images

Kaum irgendwo fühlt sich der Mensch so wohl wie in der Badewanne. Wissenschaftler erklären dies damit, dass wir schon im Mutterleib in Fruchtwasser schwimmen. Der hydrostatische Auftrieb erleichtert die Last des Körpers, die Wärme entspannt Muskeln und Psyche. Die verschiedensten Sensoren melden angenehme Empfindungen - von den Tastkörperchen in der Haut bis zur Nase, die in angenehmen Düften schwelgt.

Die Wanne als Medizin: Heiß baden ist künstliches Fieber

Ein Bad wirkt auch medizinisch: Das Blut verteilt sich anders und gelangt verstärkt in Lunge und Herz. Die Niere scheidet vermehrt Flüssigkeit aus. Die Kerntemperatur des Körpers kann im heißen Wasser steigen und das Immunsystem günstig beeinflussen: Es wird künstlich Fieber erzeugt.

Die Haut lässt sich durch ein Bad pflegen, aber auch irritieren. Längeres Baden und schwächt ihren Säureschutzmantel, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Das lässt sich auch bewusst einsetzen: Zum Beispiel kann ein Badezusatz mit Salz dazu führen, dass sich die Haut mehr schuppt. Kamille kann Entzündungen bremsen, Eichenrinde zusammenziehend wirken, Rosmarin die Durchblutung steigern, Molke oder Essig den Säureschutz stabilisieren und das Keimwachstum hemmen.

Ausschlaggebend für die Wirkung des Bades sind:

  • Temperatur: Bei der Wassertemperatur kann unterschieden werden zwischen kalten (15 bis 18 Grad Celsius), warmen (um 38 Grad Celsius) und temperaturansteigenden Bädern - die allerdings nur unter sachkundiger Aufsicht stattfinden sollten.

  • Anwendungsdauer: Die Badedauer richtet sich nach der Temperatur: Das kalte Bad darf nur wenige Sekunden bis einige Minuten dauern, das warme Bad zehn bis maximal (!) 15 Minuten.

  • Wasserdruck: Die Wassermenge kann variiert werden zwischen Halb-, Dreiviertel- und Vollbad. Beim Halbbad reicht der Wasserspiegel im Liegen bis an die Taille, beim Dreiviertelbad zur Hälfte des Brustkorbs und beim Vollbad bis an den Halsansatz.

  • Zusätze: Badezusätze enthalten meist Pflanzenextrakte. Sie wirken überwiegend über das Einatmen ätherischer Öle, gelangen aber auch durch die Haut in den Kreislauf und den gesamten Organismus. Zusätze wie Molke, Haferstroh, Essig und Salz wirken vor allem äußerlich.

  • Nach einem heißen Bad auf den Kreislauf achten: Nach einem warmen Vollbad sollte man langsam aus der Wanne steigen und sich danach kurz einen kalten Schenkel- oder Fußsohlenguss verabreichen. So lässt sich vermeiden, dass der Blutdruck zu weit abfällt oder gar der Kreislauf kollabiert. Danach empfiehlt sich eine halbe Stunde Bettruhe, zumindest aber eine Entspannungspause. Gleiches gilt für das warme Dreiviertelbad, das den Kreislauf weniger stark belastet.

  • Nach einem kalten Bad durch Bewegung aufwärmen: Beim kalten Halbbad gilt: Den Kältereiz bitte nur allmählich steigern und immer darauf achten, dass sich der Körper gut wieder aufwärmt – am besten durch Bewegung. Das kalte Halbbad sollte erst ausprobieren, wer seine Fähigkeit die Temperatur zu regulieren schon durch kalte Güsse trainiert hat.

Den Lieblingsduft selbst mischen

Um die Haut nicht unnötig auszutrocknen, ist es besser, Ölbader oder Badezusätze mit rückfettenden Substanzen zu verwenden. Leicht lässt sich ein Badezusatz selbst mixen: Einfach einige Tropfen eines ätherischen Öls in die Wanne geben. Das hat den auch Vorteil, dass Sie aus einer großen Duftpalette Ihr ganz persönliches Lieblingsaroma kreieren können. Ein Tipp: Besonders gut entfalten sich ätherische Öle, wenn Sie auch etwas Sahne oder Vollmilch ins Badewasser geben. Dann schwimmt das Öl nicht auf der Wasseroberfläche, sondern verteilt sich.

Erst baden und dann nur noch ins Bett? Wer Körper und Seele durch und durch relaxen will, sollte Badezusätze wie Lavendel zur Entspannung oder Basilikum ins Wasser geben. Soll es noch rausgehen, dann sind Badeessenzen mit Rosmarin, Minze oder Orangenaroma das Richtige. Diese Mittel sind erprobte Muntermacher.

Zeit für Körperpflege nehmen

Unverzichtbares Wohlfühlritual nach dem Baden: Sich Zeit nehmen, um den Körper ausgiebig zu verwöhnen. Cremen, ölen, massieren, genießen. Eine gut riechende Bodylotion oder ein duftendes schmeicheln Haut und Nase. Dabei vergessen Sie garantiert alles Unangenehme des Tages.

Abwechslung beim Baden: Tipps für noch mehr Entspannung

  • Tipp 1: Ein Wannenkissen im Nacken stützt den Kopf, macht das Baden bequemer und hilft Nacken und Schultern, sich zu entspannen.

  • Tipp 2: Wenn sie an ihre letzten Ferien denken, geraten die meisten Menschen ins Träumen. Kleine Urlaubsmitbringsel im Bad (Muscheln, Kerzenhalter, Fläschchen) erinnern an die schönen Tage und erleichtern das Abtauchen aus dem Alltagsstress.

  • Tipp 3: Die meisten Deckenleuchten im Bad sind fürchterlich. Viel gemütlicher wird es mit Kerzen. Abwechslung können Lichterketten, vor allem in verschiedenen Farben, bringen.

  • Tipp 4: Pflanzen machen das Bad zu einer wahren Wohlfühloase. Außerdem beruhigt Grün die Nerven.

  • Tipp 5: Tauchen Sie das Badezimmer in eine einzige Farbe: nur rosa Handtücher benutzen, rosa Rosen ins Bad stellen, helle Glühbirnen gegen rosa getönte tauschen, die Wände mit rosa Tüchern dekorieren, einen rosafarbenen Badezusatz ins Wasser geben ...

  • Tipp 6: Die beruhigende Wirkung von gleichmäßigem Wasserplätschern kennt jeder. Mit einem Zimmerspringbrunnen kann man diesen Effekt ins Bad bringen.

  • Tipp 7: Eine kleine Investition, doch wahre Wannenfans schwören drauf: eine Whirlwanne, deren Düsen den Körper beim Baden massieren. Manche behelfen sich auch einfach mit einem Richtig Duschen: Tipps für jeden Tag.

Ideen für Selfmade-Badespaß

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. Juli 2013

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