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Baden in der Wanne – so gehts richtig

Ein heißes Bad kann wunderbar sein – und dazu noch richtig gesund. Es entspannt, regt die Organe an, entlastet das Immunsystem. Doch auch beim Baden lässt sich einiges falsch machen, können Haut oder Kreislauf leiden. Neben der Temperatur und Dauer sind auch Badezusätze und Wassermenge wichtig.

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Baden ist eine Wohltat für Körper und Seele.
© iStock.com/PeopleImages

Kaum irgendwo fühlt sich der Mensch so wohl wie in der Badewanne. Wissenschaftler erklären dies damit, dass der Mensch schon im Mutterleib in Fruchtwasser schwimmt. Der hydrostatische Auftrieb erleichtert die Last des Körpers, die Wärme entspannt Muskeln und Psyche. Die verschiedensten Sensoren melden angenehme Empfindungen – von den Tastkörperchen in der Haut bis zur Nase, die in angenehmen Düften schwelgt.

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Die Wanne als Medizin: Heiß baden ist künstliches Fieber

Ein Bad wirkt auch medizinisch: Das Blut verteilt sich anders und gelangt verstärkt in Lunge und Herz. Die Niere scheidet vermehrt Flüssigkeit aus. Die Kerntemperatur des Körpers kann im heißen Wasser steigen und das Immunsystem günstig beeinflussen: Es wird künstlich Fieber erzeugt.

Die Haut lässt sich durch ein Bad pflegen – jedoch auch irritieren. Längeres Baden schwächt ihren Säureschutzmantel, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Das lässt sich auch bewusst einsetzen: Zum Beispiel kann ein Badezusatz mit Salz dazu führen, dass sich die Haut mehr schuppt. Kamille kann Entzündungen bremsen, Eichenrinde zusammenziehend wirken, Rosmarin die Durchblutung steigern, Molke oder Essig den Säureschutz stabilisieren und das Wachstum von Bakterien hemmen.

Ausschlaggebend für die Wirkung des Bades sind:

  • Temperatur: Bei der Wassertemperatur kann unterschieden werden zwischen kalten (15 bis 18 Grad Celsius), warmen (um 38 Grad Celsius) und temperaturansteigenden Bädern – diese sollten allerdings nur unter sachkundiger Aufsicht stattfinden.

  • Anwendungsdauer: Die Badedauer richtet sich nach der Temperatur: Das kalte Bad darf nur wenige Sekunden bis einige Minuten dauern, das warme Bad zehn bis maximal 15 Minuten.

  • Wasserdruck: Die Wassermenge kann variiert werden zwischen Halb-, Dreiviertel- und Vollbad. Beim Halbbad reicht der Wasserspiegel im Liegen bis an die Taille, beim Dreiviertelbad zur Hälfte des Brustkorbs und beim Vollbad bis an den Halsansatz.

  • Zusätze: Badezusätze enthalten meist Pflanzenextrakte. Sie wirken überwiegend über das Einatmen ätherischer Öle, gelangen aber auch durch die Haut in den Kreislauf und den gesamten Organismus. Zusätze wie Molke, Haferstroh, Essig und Salz wirken vor allem äußerlich.

  • Nach einem heißen Bad auf den Kreislauf achten: Nach einem warmen Vollbad sollte man langsam aus der Wanne steigen und sich danach kurz einen kalten Schenkel- oder Fußsohlenguss verabreichen. So lässt sich vermeiden, dass der Blutdruck zu weit abfällt oder gar der Kreislauf kollabiert. Danach empfiehlt sich eine halbe Stunde Bettruhe, zumindest aber eine Entspannungspause. Gleiches gilt für das warme Dreiviertelbad, das den Kreislauf weniger stark belastet.

  • Nach einem kalten Bad durch Bewegung aufwärmen: Beim kalten Halbbad gilt: Den Kältereiz bitte nur allmählich steigern und immer darauf achten, dass sich der Körper gut wieder aufwärmt – am besten durch Bewegung. Das kalte Halbbad sollte erst ausprobieren, wer seine Fähigkeit die Temperatur zu regulieren schon durch kalte Güsse trainiert hat.

Badezusätze: Den Lieblingsduft selbst mischen

Um die Haut nicht unnötig auszutrocknen, ist es besser, Ölbader oder Badezusätze mit rückfettenden Substanzen zu verwenden. Leicht lässt sich ein Badezusatz selbst mixen: Einfach einige Tropfen eines ätherischen Öls in die Wanne geben. Besonders gut entfalten sich ätherische Öle, wenn man zusätzlich etwas Sahne oder Vollmilch ins Badewasser gibt. Dadurch schwimmt das Öl nicht auf der Wasseroberfläche, sondern verteilt sich.

Erst baden und dann nur noch ins Bett? Wer Körper und Seele vollständig entspannen möchte, sollte Badezusätze wie Lavendel oder Basilikum ins Wasser geben. Will man nach dem Baden noch vor die Tür gehen, sind Badeessenzen mit Rosmarin, Minze oder Orangenaroma das Richtige. Diese Mittel sind erprobte Muntermacher.

Zeit für Körperpflege nehmen

Unverzichtbares Wohlfühlritual nach dem Baden: Sich Zeit nehmen, um den Körper ausgiebig zu verwöhnen. Cremen, ölen, massieren, genießen. Eine gut riechende Bodylotion oder ein duftendes Körperöl schmeicheln Haut und Nase.

Abwechslung beim Baden: Tipps für noch mehr Entspannung

  • Tipp 1: Ein Wannenkissen im Nacken stützt den Kopf, macht das Baden bequemer und hilft Nacken und Schultern, sich zu entspannen.

  • Tipp 2: Wenn sie an ihren letzten Urlaub denken, geraten die meisten Menschen ins Träumen. Kleine Urlaubsmitbringsel im Bad (Muscheln, Kerzenhalter, Fläschchen) erinnern an die schönen Tage und erleichtern das Abtauchen aus dem Alltagsstress.

  • Tipp 3: Die meisten Deckenleuchten im Bad verbreiten wenig einladendes Licht. Viel gemütlicher wird es mit Kerzen. Abwechslung können Lichterketten, vor allem in verschiedenen Farben, bringen.

  • Tipp 4: Pflanzen machen das Bad zu einer wahren Wohlfühloase. Außerdem beruhigt Grün die Nerven.

  • Tipp 5: Das Badezimmer in eine einzige Farbe tauchen: Zum Beispiel nur blaue Handtücher benutzen, helle Glühbirnen gegen blau getönte Birnen tauschen, die Wände mit blauen Tüchern dekorieren und einen blauen Badezusatz ins Wasser geben.

  • Tipp 6: Die beruhigende Wirkung von gleichmäßigem Wasserplätschern kennt jeder. Mit einem Zimmerspringbrunnen kann man diesen Effekt ins Bad bringen.

  • Tipp 7: Eine kleine Investition, doch wahre Wannenfans schwören darauf: eine Whirlwanne, deren Düsen den Körper beim Baden massieren. Manche behelfen sich auch einfach mit einem Massage-Duschkopf.

Bewährte Badezusätze mit Kräutern

Kneipp'sche Kräuterölbäder

Kneipps Klassiker sind als reine Pflanzenextrakte in Form von Badesalzen mit leichtem Soleeffekt oder als hautpflegende Ölbäder zu kaufen.

Es gibt auch Mischungen aus verschiedenen Essenzen, die in ihrer Wirkung aufeinander abgestimmt sind, zum Beispiel das Wind- und Wetterbad aus Eukalyptus, Thymian, Lavendel und Fichtennadel.

Kräuterbad bei Energiemangel und Müdigkeit

Rosmarin ist nicht nur eine wichtige Würzpflanze in der mediterranen Küche. Sie hat sich auch als Heilpflanze bewährt. Ein Kräuterbad mit Rosmarin wirkt anregend und belebend; es stärkt Nerven und Kreislauf, hilft gegen das Gefühl von Schlappheit und Energiemangel – typisch für Menschen mit niedrigem Blutdruck. Auch Morgenmuffel macht diese Heilpflanze munter.

Kräuterbäder bei Entzündungen und Schnupfen

Kamille ist bekannt für ihre entzündungshemmende Wirkung. Dampf-Kräuterbäder mit Kamillenzusatz sind ideal, um den Schnupfen zum Laufen zu bringen. Sie eignen sich aber auch, um unreine Haut auf die Tiefenreinigung vorzubereiten.

Gießen Sie in einer flachen Schüssel oder im Waschbecken Kamillenblüten mit kochendem Wasser auf. Nehmen Sie ein Handtuch über den Kopf und atmen Sie den Dampf aus mindestens 25 cm Entfernung durch die Nase ein. Am besten vorsichtig und mit größerem Abstand beginnen, damit Sie sich nicht am heißen Dampf verbrühen! Kleine Entzündungen können mit Kamillenextrakt betupft werden. Das wirkt desinfizierend und lindert zugleich den schmerzhaften Druck, der von eitrigen Pickeln oder kleinen Verletzungen ausgeht.

Kräuterbad bei Husten

Fichten- und Kiefernnadelextrakte werden aus den jungen Trieben alter Bäume gewonnen. Die in ihnen enthaltenen ätherischen Öle wirken heilsam auf die oberen Atemwege. Ein Kräuterbad mit Fichten- oder Kiefernnadel eignet sich deshalb besonders für Husten und Bronchialerkrankungen; es wirkt aber auch gegen nervöse eine Überproduktion von Schweiß und gegen Wechseljahresbeschwerden. Eine Ruhestunde nach dem Bad ist unbedingt anzuraten.

Mit Kamillenextrakt gegen Verletzungen und Hautausschläge

Der in der Kamille enthaltene Wirkstoff Azulen fördert die Wundheilung und eignet sich bei nässenden und juckenden Ausschlägen sowie bei schlecht heilenden kleineren Verletzungen. Medizinische Kamille, das heißt der leicht anzuwendende Kamillenextrakt, ist nicht ganz billig, doch Teilbäder sind völlig ausreichend. Die Badetemperatur sollte bei Entzündungen 36 Grad Celsius nicht übersteigen.

Muskelkater

Arnika gehört zu den traditionellen Heilpflanzen. Ihre orangefarbenen Blüten enthalten ätherische Öle, Flavonoide und schleimlösende Substanzen. Arnika wirkt sich positiv auf die Blutgefäße aus: Blutergüsse, aber auch Muskelkater können mit Arnikabädern bekämpft werden; sie eignen sich auch bei Rheuma und Durchblutungsstörungen sowie zur Unterstützung der Wundheilung.

Kräuterbad gegen Schlaflosigkeit

Baldrian ist ein ideales Mittel gegen nervöse Beschwerden und Schlaflosigkeit. Therapeutisch verwendet werden die Wurzeln. Ein Kräuterbad mit Baldrian sollte vor dem Zubettgehen genommen werden. Es löst Verkrampfungen, beruhigt, begünstigt das Einschlafen und einen entspannten, erholsamen Schlaf. Baldrianextrakt oder anwendungsfertige Badepräparate sind in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien erhältlich.

Welcher Zusatz bei welchen Beschwerden?

Je nach Leiden sind als Badezusatz unterschiedliche Kräuter empfehlenswert:

Bei Nervosität und Schlafstörungen:

  • Melissenblätter
  • Hopfenzapfen
  • Passionsblume
  • Lavendelblüten

Nässende Hautstellen und Veränderungen der Schleimhaut:

  • Eichenrinde (wirkt zusammenziehend)
  • Kamillenblüten (hemmt Entzündungen)
  • Schachtelhalm
  • Weizenkleie

Atemwegserkrankungen, beginnende Infekte:

  • Eukalyptusöl
  • Fichtennadelöl
  • Pinienöl oder -nadeln
  • Thymian

Zur Durchblutungsförderung, bei Muskelschmerzen:

  • Rosmarinblätter
  • Wacholderbeeren
  • Heublumen

Hautleiden wie Akne vulgaris, Schuppenflechte, Neurodermitis:

  • Schwefel (hemmt Keime und steigert die Durchblutung)
  • Haferstroh (lindert Juckreiz)
  • Essig oder Molke (stabilisieren den Säureschutzmantel)
  • Kochsalz oder Salz aus dem Toten Meer (löst Hautschuppen und lindert Juckreiz)
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