Segelohren korrigieren

Otoplastik: Abstehende Ohren anlegen lassen

Sie denken über eine Korrektur Ihrer abstehenden Ohren – eine Otoplastik – nach? Was genau passiert bei dieser Operation? Gibt es Risiken? Was ist zu beachten? Elf Fragen und Antworten rund um das Thema Segelohren.

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Otoplastik: Das Anlegen von Segelohren ist auch im Erwachsenenalter möglich.
© iStock.com/PaulCalbar

Wann ist eine Otoplastik für mich das Richtige?

Da diese Deformierung des Ohres angeboren ist, leiden nicht selten bereits Kinder unter abstehenden Ohren. Die Folge: Hänseleien und Spott schon im Kindergarten oder in der Schule. Eine Korrekturoperation – eine sogenannte Otoplastik – sollte aber erst kurz vor der Einschulung erfolgen, da das Ohr erst im Alter von fünf bis sechs Jahren etwa 70 bis 80 Prozent seiner späteren Größe erreicht hat. Eventuelle Wachstumsstörungen werden nicht mehr auffällig, da meistens beide Ohren korrekturbedürftig sind. Eine Korrekturoperation ist aber auch im Erwachsenenalter unproblematisch.

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Wann sollte ich mich besser nicht für eine Operation entscheiden?

Besteht ein deutlich erhöhtes Operationsrisiko oder die Gefahr einer Wundheilungsstörung, sollte eine Otoplastik – wie bei eigentlich allen ästhetischen Operationen – erst nach sorgfältiger Überlegung und fachkundiger Beratung in Erwägung gezogen werden.

Ohren anlegen lassen: Was kann ich erreichen?

Ziel einer Otoplastik  ist die Schaffung einer regelrechten Fältelung des Ohrknorpels sowie eine Korrektur der Stellung der Ohrmuschel zum Kopf. Die entstehenden Narben sind aufgrund der heute angewendeten Methoden in der Regel nicht sichtbar.

Was passiert bei der Otoplastik genau?

In der Vergangenheit wurden viele Operationsverfahren zur Korrektur der Segelohren entwickelt. Die heutzutage gebräuchlichsten Methoden nutzen den operativen Zugang auf der Rückseite des Ohres.

Durch Zurechtbiegen der Ohrmuschel wird dabei zunächst die gewünschte Fältelung auf der Vorderseite festgelegt und markiert. Hierdurch wird dann auf der Rückseite der Hautschnitt festgelegt. Wenn nichts dagegen spricht, sollte der Schnitt in der Nähe des Ohransatzes liegen, damit ist die Gefahr sichtbarer Narben umso geringer.

Wenn überhaupt ein Hautstreifen entfernt werden muss, so ist dieser nur schmal, damit der Raum zwischen Ohr und Kopf nicht wesentlich verkleinert wird. Vorsichtig wird anschließend die Haut der Ohrmuschelrückseite teilweise vom Knorpel abgelöst. Der Knorpel wird dann entweder in einer besonderen Weise eingeschnitten oder mittels einer Diamantfräse ausgedünnt, bis die Spannung soweit vermindert ist, dass eine mühelose Fältelung des Knorpels gelingt.

Eine Verletzung der Vorderseite des Knorpels ist zu vermeiden. Es kann sonst später zur Bildung von scharfen Kanten auf der Ohrvorderseite kommen, die die Otoplastik für jedermann erkennbar macht. Wird die anschließende Fältelung des Knorpels mit sich langsam auflösenden Nähten vorgenommen, besteht keine Gefahr von sicht- oder tastbarer Knotenbildung.

Besteht zusätzlich zur mangelhaft ausgeprägten Fältelung des Knorpels eine Fehlstellung des Ohres zum Kopf, werden die bestehenden Muskelverbindungen zum Kopf durchtrennt. Danach lässt sich die Ohrmuschel frei zur Kopfachse drehen. Durch spezielle Nähte, in Teilen bis zur Knochenhaut des Schädels, nimmt der Chirurg eine Stellungskorrektur vor. Der Verschluss der Haut erfolgt durch einen in der Haut verlaufenden Faden, der auch bei Kindern schmerzfrei entfernt werden kann. Zum Ende des Eingriffs wird ein zusätzlich formender milder Druckverband angelegt.

Tipps für gesunde Ohren

Erfolgt die Otoplastik unter Vollnarkose?

Bei Kindern wird der Eingriff grundsätzlich in Vollnarkose durchgeführt. Im Jugend- oder Erwachsenenalter kann die Otoplastik auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Allerdings werden die mit der Operation verbundenen Geräusche durch die unmittelbare Nähe zum Gehörgang von vielen als sehr unangenehm empfunden.

Wird der Eingriff ambulant durchgeführt oder ist ein Klinikaufenthalt erforderlich?

Auch bei Vollnarkose wird die Otoplastik meistens ambulant oder tageschirurgisch durchgeführt. Falls erforderlich, ist allenfalls ein kurzstationärer Aufenthalt notwendig. Die Gründe können Begleiterkrankungen oder eine nicht sichergestellte häusliche Versorgung sein.

Wie bereite ich mich am besten auf den Eingriff vor?

Eine Vorbereitung auf die Operation ist nicht notwendig, insbesondere ist keine Entfernung oder Kürzung der Kopfhaare erforderlich.

Was muss ich nach einer Otoplastik beachten?

Für zwei bis drei Tage wird ein Kopfverband angelegt. Danach ist das Tragen eines Stirnbandes, insbesondere nachts, zum Schutz des operierten Ohres für weitere vier bis sechs Wochen sinnvoll. Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko im Kopfbereich sind zu vermeiden, Schulkinder werden daher nach der Otoplastik für sechs Wochen von Mannschaftssportarten befreit. Danach ist schon eine weitgehend stabile Narbenbildung des Knorpels eingetreten.

Welche Risiken gehe ich ein?

Komplikationen bei der Otoplastik von Segelohren sind eher selten. Gefürchtet ist in erster Linie eine Blutergussbildung, die zu einer Versorgungsstörung des Ohrknorpels führen kann. Als Folge kann eine auffällige Narbenbildung auftreten, im schlimmsten Falle ein Teilverlust der Ohrmuschel. Wundinfektionen sind aufgrund der Durchblutung der Ohrmuschel eine Rarität. Manchmal kann es jedoch durch vorzeitiges Lösen eines Fadens oder ungewolltes Umknicken der Ohrmuschel und dem Reißen der Knorpelnähte zu einem Verlust der Ohrmuschelfältelung kommen, eine nochmalige Korrekturoperation ist jedoch unproblematisch.

Im Normalfall verläuft die Otoplastik eines abstehenden Ohres ohne Probleme. Dies gilt auch für operative Verfahren, bei denen eine Korrektur der mangelhaften Knorpelfältelung von der Ohrmuschelvorderseite vorgenommen wird. Ein Nachteil dieser Methode besteht jedoch darin, dass eine Korrektur der Ohrstellung zum Kopf nicht möglich ist, ohne dass zusätzlich noch ein Schnitt auf der Ohrmuschelrückseite durchgeführt werden muss.

Muss ich nach der Otoplastik nochmal zum Arzt?

Eine spezielle Nachbehandlung – bis auf das sechswöchige Tragen eines Stirnbandes – ist nicht notwendig, so dass nach wenigen Wochen der operative Eingriff, auch bei Kindern, vergessen ist.

Kann (oder sollte) ich meine Ohren mehrmals anlegen lassen?

Bei korrekter Durchführung der Otoplastik ist im Regelfall eine nochmalige Operation nicht sinnvoll, der gewünschte Effekt verbleibt für den Rest des Lebens. Sollte die Fältelung des Knorpels jedoch im Rahmen eines Unfalls Schaden erleiden, kann durchaus eine erneute Operation Sinn ergeben.

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