Genitalchirurgie für die Frau

Intimoperationen – die häufigsten Fragen

Welche Risiken gibt es, beeinträchtigt die Operation die Freude am Sex, was kosten Schamlippenoperation und Vaginastraffung? Lifeline hat diese und mehr Fragen an einen Experten gestellt. Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Intimoperationen für Frauen.

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Die Intimchirurgie verbessert das sexuelle Empfinden.
©iStock.com/Jacob Wackerhausen

Bevor sich Frauen zu einer Intimoperation entscheiden, tauchen viele wichtige Fragen auf. Der  Experte für Intimchirurgie, Dr. Ziah Taufig, Facharzt für Ästhetische Chirurgie, Facharzt für Chirurgie und Generalsekretär der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland (GÄCD) hat sie beantwortet:

Lifeline: 1. Welches sind die häufigsten Operationen im Intimbereich bei Frauen?

Dr. Ziah Taufig: Das sind die Verkleinerung der inneren Schamlippen und die operative Verengung der Vagina mit Eigenfett. Viele Frauen entscheiden sich auch für die Operation der inneren Schamlippen und lassen sich beim selben Eingriff auch den Venushügel verkleinern – mit Fett absaugen und Anheben des Gewebes.

2. Handelt es sich dabei um riskante Eingriffe?

Intimoperationen sind nicht gefährlicher als andere Eingriffe. Die Voraussetzungen sind, dass die Operation richtig vorbereitet wurde, die Hygieneregeln eingehalten werden und die fachliche Kompetenz beim Chirurgen und dem beteiligten medizinischen Personal gegeben sind. Intimoperationen werden heute routinemäßig durchgeführt und die Ergebnisse sind gut, die Patientinnen sind zufrieden.

3. Zu welchem Zeitpunkt des Zyklus ist die Operation am günstigsten?

Am besten planen Sie die Operation nicht während der Menstruation, es sollte also keine Blutung vorhanden sein.

4. Kann ich auch operiert werden, wenn ich bereits einen Kaiserschnitt hatte oder eine andere Operation in diesem Bereich?

Selbstverständlich, das eine schließt das andere nicht aus.

Narkose richtet sich nach der Art der Intimoperation

5. Wie muss ich mich darauf vorbereiten?

Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt ausführlich über die geplante Behandlung. Sie sollte individuell auf die persönliche Vorgeschichte der Patientin abgestimmt sein. Falls die Frau blutverdünnende Medikamente einnimmt, etwa Aspirin, müssen diese vor der Operation abgesetzt werden, damit keine Blutungen eintreten. Am Operationsmorgen kommt die Patientin dann in die Praxis / Klinik – falls eine Vollnarkose geplant ist nüchtern, bei lokaler Betäubung nach einem ganz normalen Frühstück.

6. Wie lange dauert die Operation durchschnittlich und welche Narkose ist nötig?



Das ist etwas unterschiedlich: Die Verkleinerung der inneren Schamlippen dauert 30 Minuten und erfolgt unter Lokalanästhesie oder leichter Schlummernarkose wie bei der Darmspiegelung. Für die Vaginalstraffung setzen wir ein- bis eineinhalb Stunden an, mit Vollnarkose.

Wann die Kasse die Kosten für Intimchirurgie übernimmt

7. Wie lange muss ich danach liegen?

Durchschnittlich zwei Stunden. Inzwischen ist es medizinischer Standard, den Patienten nach einer Operation möglichst schnell zu mobilisieren, auch zur Thromboseprophylaxe. Normaler Toilettengang ist übrigens ebenfalls rasch wieder möglich.

8. Wie lange bin ich danach nicht arbeitsfähig?

Bei der Schamlippenverkleinerung oder -vergrößerung zwei bis drei Tage, bei der Vaginalverengung eine Woche und bei der Aufhängung von Vagina, Blase und Gebärmutter zwei bis drei Wochen.


9. Wann darf  ich wieder Geschlechtsverkehr haben?

Wenn sich die Fäden aufgelöst haben und wenn die Schwellung zurückgegangen ist. In der Regel ist das etwa nach ein bis zwei Wochen. Meist entscheiden das die Frauen selbst, wir können nur Empfehlungen geben.

10. Wird die Sensibilität durch die Operation beeinträchtigt? Also wie sieht es mit der Erregbarkeit und Orgasmusfähigkeit aus?

Nein, sie wird durch die Operation nicht schlechter, im Gegenteil. Das sexuelle Empfinden verstärkt sich. Ist das Gewebe gestrafft, wird der so genannte G-Punkt besser erreicht und die Empfindsamkeit der Klitoris und der Vagina nimmt zu. Die Patientinnen berichten, dass Erregbarkeit und Orgasmusfahigkeit besser sind als vor der Operation – auch für den Partner.

11. Wie lange hält der Effekt der Operation an? Muss nach operiert werden?

Dazu gibt es keine Studien. Aus meiner Erfahrung kann ich jedoch berichten, dass Nachoperationen nicht nötig sind.

12. Was kosten die verschiedenen Operationen –Schamlippenverkleinerung, -vergrößerung, Vaginastraffung, Venushügellifting?

Das richtet sich je nach Aufwand. Die Schamlippenverkleinerung kostet ab 1.200 Euro, werden innere und äußere Schamlippen behandelt, die Vagina verengt und zusätzlich der Venushügel gestrafft, müssen Sie mit etwa 4.000 Euro rechnen. Das so genannte „Mutterschaftspaket“ nach Geburten - mit Bauchstraffung, Venushügelverkleinerung und Vaginalverengung – kostet 7.000 Euro. Nicht mitgerechnet sind die Kosten für die Narkose. Sie belaufen sich auf etwa 1.000 Euro.

13. Wann zahlt die Kasse?

Die Kasse zahlt nur bei medizinischer Indikation. Das ist die Senkung der Blase und Gebärmutter mit körperlichen Leiden, also beispielsweise Inkontinenz.

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