Eingriff gegen schütteres Haar

Haartransplantation: Volles Haar statt Geheimratsecken

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Wenn Männer etwas dagegen tun wollen, dass ihr Haupthaar immer weniger wird, kann eine Haartransplantation helfen. Auch Frauen können sich Haare verpflanzen lassen. Mit welchen Kosten ist eine Haartransplantation verbunden und welche Ergebnisse sind zu erwarten?

Mann untersucht seine Geheimratsecken
Wenn sich das Haar lichtet, kann eine Haartransplantation bei Geheimratsecken und einer fliehenden Stirn helfen.
© Getty Images/gpointstudio

Bei einer Haartransplantation werden haarlose oder stark ausgedünnte Stellen am Kopf mit eigenen Haarwurzeln aufgefüllt. Diese werden in der Regel vom Hinterkopf gewonnen. Haare eines anderen Spenders sind dagegen nicht geeignet, da der Körper sie abstoßen würde. Deshalb heißt das Verfahren auch Eigenhaartransplantation oder Eigenhaarverpflanzung.

Wurde er professionell durchgeführt, ist der kosmetische Eingriff nach der Heilungsphase nicht zu sehen. Das transplantierte Haar wächst völlig natürlich nach und kann genauso frisiert werden wie vorher.

Artikelinhalte im Überblick:

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Wann eine Haartransplantation möglich ist

Die Verpflanzung von eigenen Haaren ist grundsätzlich immer dann möglich und sinnvoll, wenn noch genügend eigenes, gesundes Haar am Hinterkopf als Spenderhaar vorhanden ist. Denn Haarwurzeln vom Hinterkopf und dem Nackenbereich sind unempfindlich gegenüber hormonellen Einflüssen, die zu Haarausfall bei Männern führen und daher häufig nicht von Glatzenbildung betroffen.

Gründe für eine Haartransplantation:

  • Geheimratsecken und Glatzenbildung: Haare vom Hinterkopf können an die kahlen Stellen transplantiert werden. Jedoch ist das Haar in der Folge nicht mehr ganz so dicht wie das natürliche Haar, denn man kann die neuen Haarwurzeln nicht so dicht pflanzen, wie es ursprünglich der Fall war.

  • Kreisrunder Haarausfall: Unter der Voraussetzung, dass sich der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) nicht mehr verändert, kann man eine Haartransplantation durchführen.

  • Narben: Auch auf Narben wachsen mit hoher Sicherheit Eigenhaar-Wurzeltransplantate an.

Selbst Augenbrauen, Bart oder Schambehaarung können mit einer Haartransplantation aufgefüllt werden. Allerdings wachsen die transplantierten Haarwurzeln nach der Verpflanzung genauso kontinuierlich und lang wie sie das am Hinterkopf tun würden. Die so verdichteten Augenbrauen oder der Bart müssen lebenslang kurz geschnitten werden. Es besteht auch die Möglichkeit, Haarwurzeln von anderen Körperstellen zu verpflanzen.

Haarausfall kann auch durch Medikamente oder Erkrankungen der inneren Organe

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hervorgerufen werden. Bevor in diesen Fällen eine Haartransplantation in Erwägung gezogen wird, sollten zunächst mit dem*der Hausarzt*Hausärztin die Ursachen abgeklärt und wenn möglich behandelt werden. Dabei kann auch die Frage geklärt werden, ob und in welchem Umfang anschließend eine Haartransplantation infrage kommt.

Kosten für eine Haartransplantation

Die Kosten für eine Haartransplantation fallen sehr unterschiedlich aus und sind abhängig von

  • der Größe des haarlosen Areals,
  • der angewandten Technik und
  • der gewünschten Haardichte.

Für eine Haartransplantation liegen die Kosten zwischen 1.000 und 9.000 Euro. Da die Eigenhaarverpflanzung in der Regel ein rein kosmetischer Eingriff ist, werden die Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen. Nur in seltenen Einzelfällen springt die Kasse ein, zum Beispiel, wenn Teile des Kopfhaares durch einen Unfall, eine Verbrennung oder eine Operationsnarbe verloren gegangen sind und/oder der Haarausfall psychisch sehr belastend ist. Dies muss allerdings von einer*m Psychologin*en bestätigt werden.

Vorbereitung auf die Haartransplantation

Eine Haartransplantation darf in Deutschland im Prinzip von jedem Arzt durchgeführt werden. Es gibt weder eine spezielle Facharztausbildung, noch eine staatlich anerkannte Weiterbildung dafür. Bei seiner Wahl sollte man sich von dessen Erfahrungen auf dem Gebiet sowie die des medizinischen Assistenzpersonals verlassen. Auch die technische Ausstattung der Praxis ist für das spätere Endergebnis ein wesentlicher Faktor.

Der Verband der Haarchirurgen und die Gesellschaft für ästhetische Chirurgie Deutschland e.V empfehlen, dass der*die behandelnde Arzt*Ärztin


  • über eine Facharztausbildung in einem operativen Fach (zum Beispiel allgemeine Chirurgie, ästhetische Chirurgie, Dermatologie, HNO) verfügen soll,

  • speziell in der Haartransplantation ausgebildet sein und das auch nachweisen können: Die Verbände plädieren für ein mehrstufiges Model aus Einführungskursen, Aufbaukursen, Trainings und OP-Workshops sowie Hospitationen bei langjährig praktizierenden Spezialisten.

Einer Haartransplantation sollte ein Beratungsgespräch vorausgehen. Dabei sollte die Art des Haarausfalls diagnostiziert werden, eine ausführliche Anamnese mit Vorerkrankungen gehört ebenso dazu. Wichtig sind hierbei vor allem Hautkrankheiten, Allergien, Blutgerinnungsstörungen oder Erkrankungen der Leber sowie eingenommene Medikamente. Sinnvoll ist zudem eine Dokumentation mittels Fotos oder Schemazeichnungen vor und nach der Operation.

Verschiedene Methoden zur Haartransplantation

Früher wurden die Haare häufig mit der Stanztechnik gewonnen. Dazu wurden mehrere Millimeter große Hautteile am Hinterkopf ausgestanzt und an die kahlen Stellen verpflanzt. Diese Methode ist jedoch veraltet. Heute werden für die Entnahme der Haare im Wesentlichen zwei Methoden angewandt, die Streifenentnahme und die Einzelhaar-Entnahme.

Streifenentnahme (FUT-Technik) bei der Eigenhaarverpflanzung

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Bei der FUT- oder Streifentechnik werden die Haarwurzeln von einem Streifen am Hinterkopf gewonnen.
© iStock.com/art4stock

Die Haartransplantation per Streifenentnahme heißt auch FUT-Technik (Follicular Units Transplantation). Dazu werden am Hinterkopf des Patienten ein schmaler Hautstreifen inklusive Haare und Haarwurzeln entnommen. Dabei bleibt am Hinterkopf ein schmaler Narbenstreifen, nach der Operation deckt das übrige Haar die Entnahmestelle und es ist nichts sichtbar.

Der entnommene Hautstreifen wird unter dem Mikroskop aufbereitet und in einzelne Einheiten, sogenannte Grafts, zerteilt. Die Grafts sind natürliche Gruppierungen der Haare. Sie wachsen nämlich nicht einzeln, sondern meist in kleinen Inseln von zwei bis fünf Haaren. Die gewonnenen Grafts werden dann an die vorbereiteten kahlen Stellen verpflanzt.

Die FUT-Technik ist bei richtiger Ausführung sehr effektiv, weil man damit in einer Behandlung bis zu mehr als 2.000 Transplantate verpflanzen kann.

FUE- beziehungsweise FUI-Technik

Bei der FUE-Technik (Follicle Unit Extraction) werden für die Haartransplantation an mehreren Stellen am Hinterkopf einzelne Haarwurzeln entnommen. Es verbleiben viele kleine punktförmige Einstichstellen, die auf den ganzen Hinterkopf verteilt sind. Diese müssen – im Gegensatz zum Hautschnitt bei der FUT-Technik – nicht vernäht werden, die Narben sind später wegen ihrer Feinheit nicht zu sehen.

Bei der FUI-Technik müssen die Haare am Hinterkopf kurz rasiert werden und man kann die Entnahmestelle meist so lange sehen, bis die Haare nachgewachsen sind. Die Entnahme einzelner Grafts ist nicht bei allen Patienten möglich. Man kann in einer Behandlung bis zu 400 Grafts verpflanzen, das bedeutet, dass meist mehrere Behandlungen nötig sind.

So läuft die Haartransplantation ab

Der Eingriff wird ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt, Schmerzen sind kaum zu spüren. Oft bekommt der Patient eine leichte Beruhigungstablette. Bevor die Transplantate gesetzt werden, wird das Gebiet der Kopfhaut, auf das die Haare transplantiert werden, zuerst mit einer Lösung aus einem Lokalanästhetikum unterspritzt. Dadurch schwillt die Haut an, was die Arbeit erleichtert.

Zunächst werden die zu transplantierenden Haarwurzeln entnommen. Bei der Streifenmethode wird die Entnahmestelle vernäht. Für die nachfolgende Verpflanzung müssen die Haarwurzeln präpariert werden. Dazu werden sie in Grafts zerteilt und dann in feine Hautkanälchen an den haarlosen Stellen transplantiert. Zur Rekonstruktion von Haaransatz und Geheimratsecken kann der*die Haarchirurg*in auch Einzelhaare entnehmen. Dahinter werden dann Zweier- und Dreier-Haargruppen transplantiert. Somit wird ein natürliches Aussehen erreicht.

Wie viele Haarwurzeln werden für die Haartransplantation entnommen?

Die Haardichte und damit die Größe des zu entnehmenden Streifens oder die Menge der einzelnen Einheiten für die Haartransplantation ist bei jedem Menschen verschieden und richtet sich nach der Haardichte. Nach einer speziellen Haardichtemessung (Trichodensitometrie) können genaue Aussagen gemacht werden.

Genauso verhält es sich mit der Empfängerfläche. Man kann zwar heute 1.000 Transplantate auf einer Fläche von 35 bis 50 Quadratzentimeter unterbringen. Das Ergebnis ist ein sehr natürliches und dichtes Haarbild, nur selten ist eine Verdichtungsbehandlung nötig. Wenn man allerdings nur 1.000 Transplantate zur Verfügung hat, dann müssen die Haarwurzeln entsprechend dünner verteilt werden, so dass auch eine Fläche von beispielsweise 60 bis 80 Quadratzentimetern noch ausreichend gut mit Haaren bedeckt ist.

Kann eine Haartransplantation mehrmals durchgeführt werden?

Es lassen sich etwa 50 Prozent aller Haarwurzeln vom Hinterkopf in mehreren Behandlungen entfernen, ohne dass es optisch auffällt. Mehrere Haartransplantationen sind erforderlich, wenn der Haarausfall fortschreitet oder eine höhere Haardichte in bereits behandelten Gebieten gewünscht wird.

Nebenwirkungen und Komplikationen der Haarverpflanzung

Eine Haartransplantation ist ein unkomplizierter Eingriff, der mit wenigen Risiken verbunden ist. Zudem erfolgt die Transplantation in den oberen drei bis fünf Millimetern der Haut. Bei falscher OP-Technik oder zu tiefen Arbeiten können in seltenen Fällen stärkere Blutungen auftreten. Bei sehr dichter Transplantation und lang andauernden Eingriffen steigt das Risiko, dass die Transplantate nicht richtig anwachsen.

Da die Kopfhaut gut durchblutet ist, hält sich das Infektionsrisiko allgemein in Grenzen. In selten Fällen können aber Infektionen auftreten – vor allem, wenn die Wunden schlecht verheilen. Nach der Operation bildet sich für einige Tage eine Kruste, außerdem sind Schwellungen möglich. Im Wundbereich kann ein Taubheitsgefühl auftreten. Die normale Kopfhautsensibilität kehrt nach zwei bis vier Wochen zurück, selten dauert es länger.

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Lifeline / Wochit

Was sollte man nach der Haartransplantation beachten?

Nach der Haarverpflanzung kann man die Klinik am selben Tag wieder verlassen. Zum Schutz der betroffenen Stellen wird am Kopf ein Druckverband angelegt, der meist nach ein paar Tagen abgenommen werden kann.

Körperliche Schonung in den ersten Tagen nach der Haartransplantation ist gut für die Heilung. Die Haare sollten erst ab dem dritten Tag nach der Operation wieder gewaschen werden. Leichter Sport ist nach einer Woche, Leistungssport und intensive körperliche Betätigung nach zwei Wochen erlaubt. Sauna und intensive Sonnenbäder sind für vier Wochen tabu. Baden (Salzwasser oder Hallenbad) ist nach einer Woche wieder möglich.

Eine Kontrolle am Tag nach der Behandlung ist möglich. Bei der Streifenentnahme werden die Fäden am Hinterkopf nach zwei Wochen gezogen. Eine Kontrolle des Haarwachstums anhand einer Fotodokumentation wird nach sechs Monaten empfohlen.

Eingepflanzte Haare fallen aus und wachsen wieder nach

Die eingepflanzten Haare können nach der Haartransplantation zunächst wieder ausfallen – das ist eine ganz normale Reaktion der Haarfollikel auf die Operation. Das Haarwachstum beginnt nach der Regeneration der Haarwurzeln etwa ab der achten Woche nach dem Eingriff. Ab dann kann mit einer natürlichen Wuchsgeschwindigkeit von etwa einem Zentimeter pro Monat gerechnet werden. Zunächst wachsen die neuen Haare dünn, später dicker nach. Mit dem Endergebnis einer vollen Haarpracht kann etwa nach zwölf bis 18 Monaten gerechnet werden.

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Beratender Experte
Herr Hans-Jürgen Rabe

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

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