Methoden und Ablauf

Ohren anlegen: Ohrenkorrektur bei Kindern und Erwachsenen

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Wer unter „Segelohren“ leidet, empfindet das oft als störend. Besonders Kinder mit abstehenden Ohren sind häufig Hänseleien ausgesetzt. Mit einer Ohrenkorrektur kann man sich die Ohren anlegen lassen – die Operation gehört zu den häufigsten kosmetischen Eingriffen. Was Sie darüber wissen sollten.

Ohren anlegen: Ohrenkorrektur bei Kindern und Erwachsenen
© Getty Images/Westend61

Abstehende Ohren (Otapostasis) entstehen durch eine angeborene Verformung des Ohrknorpels oder durch eine asymmetrische Entwicklung von Knorpelelementen. Diese Erscheinung kann durch Ohren anlegen, also eine Ohrenkorrektur (Otoplastik oder Otopexie), verändert werden. Im medizinischen Sinn wird von abstehenden Ohren gesprochen, wenn der Winkel zwischen Hinterkopf und Ohrmuschel mehr als 30 Grad beträgt. Beeinträchtigungen im Hörvermögen liegen dadurch nicht vor.

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Gründe: Warum Ohren anlegen lassen?

Ob eine Schönheitsoperation zum Anlegen der Ohren erforderlich ist, muss im individuellen Fall entschieden werden. Medizinische Gründe für eine Ohrenkorrektur sind selten, meist handelt es sich um rein ästhetische Faktoren. Abstehende Ohren stellen allerdings nicht automatisch einen Schönheitsfehler dar, für den man sich schämen muss. Die kleinen Makel können durchaus charmant wirken und zu einem besonderen Erscheinungsbild beitragen.

Es gibt jedoch Fälle, in denen Betroffene stark darunter leiden. Besonders Kinder werden aufgrund ihrer "Segelohren" oft gehänselt. Im schlimmsten Fall kann sich das massiv auf das mentale Wohlbefinden auswirken und zu ernsthaften psychischen Problemen, Komplexen und Minderwertigkeitsgefühlen führen. Eltern sollten die Ohren des Kindes nicht ohne dessen eigenen Willen anlegen lassen, sondern nur, wenn bei dem Kind selbst der Wunsch nach einer Veränderung besteht. Das psychische Leid kann auch erst im Jugend- oder Erwachsenenalter so ausgeprägt sein, dass sich für eine Ohrenkorrektur entschieden wird.

Ab welchem Alter Ohren anlegen bei Kindern?

Wenn psychische Probleme aufgrund der abstehenden Ohren zu befürchten sind, kann eine Ohrenkorrektur schon kurz vor der Einschulung mit etwa fünf Jahren durchgeführt werden. In diesem Alter ist das Wachstum des äußeren Ohres so weit abgeschlossen, dass die Ohren angelegt werden können. Das ideale Behandlungsalter liegt laut der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen zwischen vier und 14 Jahren. Auch später im Erwachsenenalter ist ein solcher Eingriff jederzeit möglich.

Welche Methoden gibt es beim Ohren anlegen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Ohren anlegen zu lassen. Welches Verfahren infrage kommt, sollte im individuellen Fall geklärt werden:

  • Ohren anlegen durch Operation: Die klassische Methode der Ohrenkorrektur ist die Operation. In erfahrenen Händen handelt es sich dabei um einen Routineeingriff. Es gibt unterschiedliche Techniken, die ein*e Arzt*Ärztin anwendet und kombinieren kann. Das Vorgehen ist von der Ursache der abstehenden Ohren abhängig: Ist die innere Falte der Ohrmuschel (Anthelixfalte) zu wenig ausgeprägt, wird diese neu geformt. Ist die Ohrmuschel zu stark ausgeprägt, wird überschüssiger Knorpel entfernt. Die Knorpelstruktur kann etwa durch Feilen, Schleifen oder einen Schnitt abgetragen werden. Durch eine Nahttechnik kann den Ohren eine neue Form gegeben werden. Meist erfolgt der Hautschnitt auf der Rückseite des Ohrs, wodurch eine kleine, kaum sichtbare Narbe entsteht, die mit der Zeit verblasst. Bei einigen Menschen ist lediglich ein Ohr von der Fehlbildung betroffen und steht ab. Trotzdem kann es sinnvoll sein, beide Ohren operieren zu lassen, um ein gleichmäßiges Aussehen zu erzielen.

  • Ohren anlegen ohne Operation: Eine Ohrkorrektur kann in bestimmten Fällen auch ohne Operation erfolgen – zum Beispiel durch den Einsatz von Implantaten bei einer schonenden, minimal-invasiven Methode. Die Implantate sollen die fehlerhafte Faltung des Ohrs korrigieren. Eine weitere Möglichkeit stellt die Fadenmethode dar. Hier wird die gewünschte Form durch das Einflechten spezieller Fäden erreicht – Hautschnitte sind dazu nicht nötig.


Ohren anlegen: Ablauf und Ergebnis der Operation

Die Ohrenkorrektur sollte von qualifizierten Fachärzten*Fachärztinnen ausgeführt werden. Der genaue Ablauf richtet sich nach dem individuellen Fall und der gewählten Methode. Eine klassische Operation zum Ohren anlegen kann im Allgemeinen folgendermaßen ablaufen:

  • Vorbereitung: Vorab sollte ein ausführliches Beratungsgespräch erfolgen, bei dem über das gewünschte Ergebnis, die Erfolgsaussichten sowie über Risiken und Komplikationen des Eingriffs gesprochen wird. In der Regel werden die Ohren vorab zudem auf Entzündungen und Hörvermögen untersucht. Die Haare müssen vor dem Eingriff nicht gekürzt oder rasiert werden – sie werden vorher mit einem desinfizierenden Shampoo gewaschen. Einige Tage vor der Operation sind gegebenenfalls Besonderheiten bei der Einnahme von blutverdünnenden Mitteln zu beachten. Falls sie abgesetzt werden müssen, wird das mit der hausärztlichen Praxis geklärt.

  • Operation: Die Ohrenkorrektur wird in der Regel ambulant durchgeführt, ein stationärer Aufenthalt ist in bestimmten Fällen möglich. Je nach Lebensalter wird der Eingriff unter örtlicher Betäubung, gegebenenfalls kombiniert mit einem Dämmerschlaf, oder unter Vollnarkose durchgeführt. Bei kleineren Kindern läuft die Operation unter Vollnarkose ab. Die Dauer ist abhängig vom Aufwand und beträgt etwa ein bis zwei Stunden.

  • Nachsorge: Nach der Operation sollten Patient*innen einige wichtige Hinweise beachten: Auf Sport (vor allem mit erhöhtem Verletzungsrisiko), Sauna, Ohrringe oder Helme muss verzichtet werden, Brillenträger sollten Kontaktlinsen tragen. Auch beim Haarewaschen muss man vorsichtig sein. In den ersten Tagen nach der Operation wird ein gut sitzender Kopfverband (Mützenverband) oder ein eng anliegendes Stirnband getragen – anfangs rund um die Uhr, später nur noch nachts. Dieser Verband soll das Abknicken der Ohren verhindern. Für die Dauer von etwa einer Woche wird man nach der Operation krankgeschrieben. Wenn keine selbstauflösenden Fäden für die Naht verwendet wurden, werden diese nach einigen Tagen wieder gezogen. Die Kontrolltermine zur Nachsorge sollten wahrgenommen werden.

  • Beschwerden nach der Operation: Nach dem Eingriff kann es zu folgenden Beschwerden kommen, die sich aber nach kurzer Zeit wieder legen: Schmerzen an der Ohrmuschel, bläuliche Verfärbungen, Schwellungen, Berührungsempfindlichkeit oder Spannungsgefühle. Schmerzen können mit Schmerzmitteln behandelt werden.

  • Ergebnis: Erst wenn die Schwellung nach wenigen Wochen zurückgegangen ist, zeigt sich das Endergebnis. Dass das Ohr nach der Operation wieder leicht zurückfedert, ist normal und liegt an der Elastizität des Knorpels. Diesen Umstand kalkuliert das Operationspersonal aber ohnehin mit ein. Im Allgemeinen ist das Resultat daher zufriedenstellend und keine weitere Operation erforderlich. Die angelegten Ohren halten ein Leben lang. Sollte es vorkommen, dass die Rückstellkräfte des Knorpels so stark sind, dass es zu einer erneuten Deformierung kommt, kann der Eingriff problemlos erneut durchgeführt werden.

Ohren anlegen per Operation: Welche Komplikationen können auftreten?

Generell handelt es sich bei der Ohrenkorrektur um eine risikoarme Behandlung. Dennoch können wie bei allen Operationen, Komplikationen auftreten. Dazu gehören in seltenen Fällen

  • Wundheilungsstörungen,
  • Blutungen,
  • Infektionen der Wunde,
  • Nebenwirkungen der Narkose,
  • überschießende Narbenbildung sowie
  • Gefühlsminderungen, die sich in der Regel zurückentwickeln.

Wichtig: Sollten nach einer Operation Fieber, starke Schmerzen oder Nachblutungen auftreten, muss ärztlicher Rat eingeholt werden.

Anfallende Kosten beim Ohren anlegen

Die Kosten einer Ohrenkorrektur richten sich nach dem Aufwand im persönlichen Fall und unterscheiden sich je nach Praxis. Sie betragen rund 3.000 Euro.

Vorab sollte man sich bei der Krankenkasse nach einer Kostenübernahme informieren: Für Kinder werden die Kosten bis zu einem vorgegebenen Alter möglicherweise übernommen. In speziellen Fällen – etwa bei sehr hohem Leidensdruck – werden die Kosten auch im Erwachsenenalter erstattet.

Wird die Operation auf eigene Kosten ausgeführt, sollte vorher geklärt werden, was im Falle von Komplikationen oder Folge-Operationen geschieht. In einigen Fällen beteiligen sich die Krankenkassen unter bestimmten Bedingungen daran. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, vorher eine Versicherung abzuschließen, die solche Kosten abdeckt.

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Beratender Experte
Herr Dr. med. Daniel Wallstein

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

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