Häufige Schönheitsoperation

Brustvergrößerung: OP, Kosten und mögliche Komplikationen

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Immer mehr Frauen lassen eine Brustvergrößerung vornehmen. Meist stecken hinter dem Wunsch eines solchen Eingriffs kosmetische Gründe. Welche Implantate es gibt, wie hoch bei einer Brustvergrößerung die Kosten sind und welche Komplikationen auftreten können.

Frau plant eine Brustvergrößerung
Implantate zur Brustvergrößerung gibt es in verschiedenen Größen.
© Getty Images/Pranav Kukreja/EyeEm

Die Gründe für eine Brustvergrößerung (Mammaaugmentation) können unterschiedlich sein. Jede Frau sollte vorab für sich die Frage klären, warum sie die Operation durchführen lassen möchte. Eine Brustvergrößerung kann ab 18 Jahren vorgenommen werden, da die Brust bei Frauen dann in der Regel voll ausgereift ist.

Artikelinhalte im Überblick:

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Gründe für eine Brustvergrößerung

In erster Linie erfolgt eine Brustvergrößerung aus subjektiv-ästhetischen Gründen. Die eigene Brust wird als zu klein oder nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechend empfunden. Manche Frauen sehen in der Brustvergrößerung auch das Potenzial, um ihr Selbstwertgefühl und das eigene Schönheitsempfinden zu steigern.

Daneben gibt es weitere kosmetische Gründe für eine Brustvergrößerung:

  • Mikromastie: Unterentwickelte Brüste, die im Verhältnis zu Körpergröße und Gewicht zu klein sind

  • Asymmetrie: Die Brüste sind unterschiedlich groß

  • Geschrumpfte Brüste oder veränderte Brustform nach Schwangerschaft und Stillzeit

  • Brustfehlbildungen wie Schlauchbrüste oder Hängebrüste

  • Rekonstruktion: Wenn eine oder beide Brüste nach Brustkrebs oder anderen Krankheiten amputiert wurden

  • Brusterschlaffung: Tritt häufig nach einem starken Gewichtsverlust oder mit zunehmendem Alter auf

Oftmals wird ein Brustvergrößerung gemeinsam mit einer Bruststraffung in einer OP vorgenommen. Medizinische Gründe für eine Brustvergrößerung sind stark unterschiedlich große Brüste, was orthopädische Folgen hat oder die Rekonstruktion nach einer Amputation.

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Medizinische Einwände gegen die Brustvergrößerung

Kritisch sollte eine Brustvergrößerung bei Frauen gesehen werden, die ein hohes familiäres Brustkrebsrisiko haben. Denn jedes Brustimplantat kann die bildgebende Kontrolle durch die Mammografie in der Vorsorge beeinträchtigen oder erschweren. Dasselbe gilt für Brustkrebs-Patientinnen, die sich in einer brusterhaltenden Therapie befinden, da sich das Verkapselungsrisiko des Implantats nach einer Bestrahlung der Brust deutlich erhöht. Frauen mit Kinderwunsch sollten bedenken, dass eine spätere Schwangerschaft das Ergebnis der Brustvergrößerung beeinflussen kann.

Weitere medizinische Gründe, die gegen eine Brustvergrößerung sprechen:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Infektionen
  • gestörte Wundheilung und Blutgerinnung
  • unzureichende Durchblutung des Brustgewebes

Im Beratungsgespräch muss ausgeschlossen werden, dass die Frau psychische Erkrankungen hat oder die Entscheidung unfreiwillig trifft. In manchen Fällen wünscht sich der*die Partner*in, dass eine Brustvergrößerung vorgenommen wird. Trifft das zu, wird die OP in der Regel nicht durchgeführt.

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Implantate zur Brustvergrößerung

Brustimplantate gibt es in verschiedenen Größen, in der Regel sind sie rund oder tropfenförmig. Als Medizinprodukte unterliegen Implantate dem Medizinproduktegesetz und müssen strenge Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Dazu zählt auch die CE-Kennzeichnung, die anzeigt, dass das Brustimplantat gemäß der europäischen Vorgaben geprüft wurde.

Füllungen von Brustimplantaten:

  • Silikongel: Moderne Implantate sind dickflüssige Kohäsivgel-Implantate, die langkettige hochvernetzte Silikonmoleküle enthalten und als besonders auslauf- und formsicher gelten. Im Vergleich zu anderen Füllmaterialien fühlen sich Silikonimplantate natürlicher an. Solange keine Beschwerden auftreten, müssen sie nicht ausgetauscht werden. Trotzdem sollte grundsätzlich der Zustand der Kissen nach zehn bis 15 Jahren überprüft werden.
  • Kochsalzlösung: Sie ist ein ungefährliches Füllmaterial für Brustimplantate, da der Körper sie einfach verstoffwechselt, falls doch etwas austritt. Mit der Zeit verlieren Implantate mit Kochsalzlösung jedoch an Volumen, die Flüssigkeit kann sich dann mit einem Gluckern bemerkbar machen. Die Implantate fühlen sich weniger natürlich an als solche mit Silikongel.

  • Hydrogel: Diese Brustimplantaten bestehen zu über 95 Prozent aus Wasser, das durch Cellulose zähflüssig gemacht wurde. Sie fühlen sich zwar wie normales Brustgewebe an, haben sich bei Brustvergrößerungen jedoch nicht durchgesetzt. Denn immer wieder gab es Fälle, dass trotz unversehrter Hülle etwas Füllmaterial ins Gewebe ausgelaufen ist. Auch Flüssigkeit aus dem Gewebe kann ins Hydrogel-Implantat eindringen.

Bei den meisten Brustimplantaten besteht die Hülle aus Silikon, sie kann glatt oder texturiert sein. Zwar sind glatte Implantate weicher und fühlen sich natürlicher an, doch hier kann es häufiger zu einer Kapselfibrose kommen. Bei dieser Komplikation reagiert der Körper auf das Implantat als Fremdkörper und bildet Narbengewebe – es entsteht eine harte, teilweise schmerzhafte Kapsel, auch Verformungen der Brust sind möglich. Deswegen wird Frauen bei einer Brustvergrößerung häufig ein Implantat mit angerauter Oberfläche empfohlen.

Operation bei der Brustvergrößerung

In der Regel dauert der Eingriff nicht länger als ein bis zwei Stunden und findet unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung statt. Anschließend erfolgt die Nachsorge in der Klinik für wenige Tage, um Komplikationen auszuschließen oder rechtzeitig behandeln zu können.


Das Brustimplantat kann entweder unter oder auf dem Brustmuskel eingesetzt werden. Liegt das Implantat unter dem Brustmuskel ist es geschützt und kann nicht verrutschen. Außerdem wird die Brustdrüse nicht verletzt und bei einer Mammographie kann Brustkrebs leicht erkannt werden. Allerdings wird bei dieser Methode in den Brustmuskel geschnitten, was die Beweglichkeit, vor allem der Arme, beeinträchtigen kann.

Wird das Brustimplantat dagegen auf dem Brustmuskel eingesetzt, bleibt die natürliche Form und Bewegung der Brüste erhalten. Das macht sich insbesondere beim Sport bemerkbar. Allerdings zeichnen sich die Implantate bei Frauen mit wenig natürlichem Brustgewebe hier stärker ab, für sie kommt eher ein Implantat unter dem Brustmuskel infrage.

Welche Schnitt-Technik: T-Schnitt oder Lejour

Bei der Brustvergrößerung sind verschiedene Schnitttechniken möglich: Man unterscheidet den operativen Zugang durch die Achselhöhle (axillär), die Brustumschlagfalte unterhalb der Brust und um den Brustwarzenhof herum. Der*die Chirurg*in durchtrennt die Haut und Fettgewebe, bildet eine Tasche und platziert dort das Brustimplantat. Anschließend werden die Schnitte vernäht – die Nähte werden nach 10 bis 14 Tagen gezogen oder lösen sich von selbst auf.

Kapselfibrose und andere Komplikationen

Infolge der Brustvergrößerung oder später durch die Implantate können Komplikationen auftreten:

  • Blutungen und Nachblutungen

  • Infektionen

  • Verrutschen der Brustimplantate

  • Wundheilungsstörungen

  • Gewebsnekrosen (absterbendes Gewebe)

  • Überschießende Narbenbildung

  • Defekte Implantate

In etwa zehn Prozent aller Fälle treten nach der Brustoperation mehr oder weniger stark ausgeprägte Störungen der Hautsensibilität auf. Sensibilitätsstörungen können die Brustwarze und die Brusthaut betreffen. Eine absolute Taubheit der Brustwarze kommt dagegen nur sehr selten vor.

Rippling ist der Falten- oder Wellenwurf des Silikonkissens nach der Brustvergrößerung, was sich sichtbar abzeichnen kann. Es entsteht nur bei Implantaten über dem Brustmuskel, meistens bei sehr schlanken Frauen mit wenig Fettgewebe. Vorbeugen lässt sich dem Rippling nicht, auch mit Massagen lassen sich die Falten nicht wieder glätten.

Die häufigste Komplikation bei einer Brustvergrößerung ist die Kapselfibrose: Das Brustimplantat wird als Fremdkörper erkannt und der Körper reagiert darauf. Er bildet eine Kapsel aus Bindegewebe um das Implantat, die sich verdicken und verhärten kann, was oft zu Schmerzen führt.

Wie wird die optimale Implantatgröße bestimmt?

Als Faustregel gilt, dass 200 bis 300 Milliliter eine BH-Cupgröße mehr bedeuten. Am häufigsten werden daher Kissen von 250 Milliliter verwendet, möglich sind aber Größen von 80-800 Milliliter. Der häufigste Fehler bei der Brustvergrößerung ist ein zu kleines oder zu großes Implantat. Mit steigender Implantatgröße nehmen auch negative Aspekte wie Implantatsichtbarkeit, Weichteilüberdehnung und Hängebrustbildung zu.

Welche Größe passend ist, hängt von der Körpergröße und Statur der Frau, der Form des Brustkorbs und des Brustgewebes ab. Auch die Beschaffenheit der Haut und der Brustdrüsen spielen eine Rolle.

Kosten der Brustvergrößerung

Nur wenn medizinische Gründe vorliegen, übernehmen Krankenkassen in der Regel die Kosten für eine Brustvergrößerung. Das gilt zum Beispiel nach einer Amputation oder Entfernung eines Tumors, sodass anschließend die Brust wieder hergestellt wird. Im Zweifel sollte man bei seiner Krankenkasse nachfragen.

Für eine medizinisch nicht notwendige Brustvergrößerung werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen. Die OP muss also selbst bezahlt werden. Als Richtwert kann man mit 5.000-6.000 Euro rechnen, da allein die Brustvergrößerung selbst mindestens 3.500 Euro kostet. Die Kosten richten sich nach der Dauer des Eingriffs und dem Aufwand, dazu kommen Kosten für das verwendete Material und die Nachsorge in der Klinik. Nach einer ausführlichen Beratung und Untersuchung kann ein individueller Kostenplan für die Brustvergrößerung erstellt werden.

Schönheit extrem: Die krassesten Trends
Beratender Experte
Herr Dr. med. Daniel Wallstein

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

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