Methode zur Magenverkleinerung

Schlauchmagen: Schneller satt durch Operation

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Die Bildung eines Schlauchmagens soll Adipösen dabei helfen, effektiv Gewicht zu verlieren. Was bei diesem Verfahren zur Magenverkleinerung passiert, wie der operative Eingriff durchgeführt wird und was es dabei zu beachten gibt.

Schlauchmagen: Schneller satt durch Operation
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Was ist ein Schlauchmagen?

Die Schlauchmagenbildung (SG; auch Sleeve-Resektion oder Sleeve-Gastrektomie genannt) ist ein Verfahren der Adipositaschirurgie oder der metabolischen Chirurgie. Hierbei handelt es sich um operative Behandlungsmethoden bei ausgeprägter Adipositas (Fettleibigkeit) oder einem schwer einstellbaren Diabetes mellitus Typ 2. Die Bildung eines Schlauchmagens soll eine Gewichtsreduktion, eine Verbesserung der adipositasbedingten Begleit- und Folgeerkrankungen bewirken und die Lebensqualität steigern.

Das Volumen des Magens wird bei einer Schlauchmagenbildung verkleinert, sodass ein schlauchförmig aussehender Teil zurückbleibt. Dies ist eine restriktive (einschränkende) Methode zur Magenverkleinerung, bei der zusätzlich hormonelle Effekte wirken. Durch den Eingriff können nur noch kleinere Nahrungsmengen aufgenommen werden, da sich der verkleinerte Magen sehr schnell füllt und das Sättigungsgefühl rasch eintritt. Außerdem nehmen die Hungergefühle nach der Operation ab, da der Teil des Magens (Magenfundus) entfernt wird, in dem das Hungerhormon Ghrelin produziert wird.

Ablauf: Was passiert bei einer Schlauchmagen-Operation?

Die Schlauchmagen-Operation wird laparoskopisch durchgeführt. Das bedeutet, es sind nur kleine Schnitte zur Operation nötig. Denn es handelt sich um ein minimal-invasives Verfahren (Schlüssellochchirurgie) einer Bauchspiegelung. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert in der Regel in etwa eine Stunde.

Mittels Klammernahtgerät wird bei der Operation der linksseitige Teil des Magens abgetrennt und entfernt (rezesierter Magen) und ein schlauchförmiger Restmagen mit einem Magenvolumen von etwa 100 bis 120 Milliliter gebildet. Zum Vergleich: Bei mäßiger Füllung fasst der Magen normalerwiese ein Volumen von 1,2 bis 1,6 Litern. Bei Übergewichtigen ist das Volumen meist stark vergrößert, weshalb bei der Aufnahme von normalen Nahrungsmengen keine Sättigung mehr erreicht wird.

Die Schlauchmagenbildung kommt nicht nur als eigenständige Operationsmethode zur Magenverkleinerung zum Einsatz, sondern ist häufig Teil von sogenannten Stufenkonzepten. Als Erstschrittoperation wird in solchen Fällen ein Schlauchmagen gebildet, in einem weiteren Schritt kann dieser zum Beispiel in einen Magenbypass umgewandelt werden. Auf diese Weise ist es möglich, bei sehr stark adipösen Personen nach einer Schlauchmagenbildung die Gewichtsreduktion abzuwarten, bevor eine weitere Operation erfolgt.

Erfolg: Wie hoch ist der Gewichtsverlust mit einem Schlauchmagen?

Laut Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie beträgt der Gewichtsverlust mit einem Schlauchmagen nach fünf Jahren etwa 50 Prozent.

Außerdem führt die Operation zu einer deutlichen Verbesserung von Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck.

Risiken: Wie gefährlich ist eine Schlauchmagen-Operation?

Wird die Schlauchmagenbildung von einem erfahrenen Team ausgeführt, gilt sie als sichere Operation. Die Wahrscheinlichkeit, bei der Operation zu versterben, liegt laut Deutscher Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie bei weit unter einem Prozent.

Wie bei jeder Operation sind auch bei der Bildung eines Schlauchmagens Komplikationen möglich, allerdings wird die Komplikationsrate als gering eingestuft. Die häufigsten operationsspezifischen Komplikationen sind Fisteln der Klammernaht, Abszesse oder (Nach-)Blutungen.

Vor- und Nachteile eines Schlauchmagens

Ob die Schlauchmagenbildung die geeignete Operationsmethode darstellt, muss im individuellen Fall ärztlich abgewogen werden. Es gibt keine generell empfohlene operative Behandlungsmethode bei Adipositas. Die Entscheidung richtet sich im Einzelfall unter anderem nach Faktoren wie dem Body-Mass-Index (BMI), dem Alter oder den Begleiterkrankungen. Bei einer Refluxerkrankung kann es zum Beispiel sein, dass der Magenbypass als geeignetere Methode angesehen wird.

Mögliche Vorteile eines Schlauchmagens:


  • Die Operation ist auch bei einem sehr hohen BMI von über 60 möglich.

  • Der Schlauchmagen bietet viele Optionen, falls Folgeoperationen nötig sind.

  • Das sogenannte Dumpingrisiko ist gering. Es handelt sich um das Risiko einer Sturzentleerung nach Magenverkleinerung, die mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall einhergehen können,

  • Es handelt sich um ein restriktives Verfahren, bei dem es nicht zu einer verminderten Aufnahme von Nährstoffen (Malabsorption) kommt.

Mögliche Nachteile eines Schlauchmagens:

  • Es sind Wundheilungsstörungen der langen Naht am Magen möglich.

  • Nach der Operation kann Sodbrennen auftreten.

  • Es ist ein Gewichtswiederanstieg nach zwei bis fünf Jahren möglich.

Schlauchmagen: Voraussetzungen, Kosten & Co.

Wer sich für eine Magenverkleinerung wie einen Schlauchmagen interessiert, sollte Folgendes beachten:

  • Voraussetzungen für einen Schlauchmagen: Operative Therapien zur Magenverkleinerung kommen dann infrage, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Unter anderem müssen die konservativen Therapien in Form von Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapien ausgeschöpft sein und die Operation muss durch einen entsprechend hohen BMI oder Begleiterkrankungen als medizinisch notwendig betrachtet werden. Lesen Sie hier, um welche Voraussetzungen es sich konkret handelt.

  • Kosten für einen Schlauchmagen: Wenn die Voraussetzungen für einen operativen Eingriff erfüllt sind, kann die Krankenkasse auf Antrag die Kosten für einen Schlauchmagen übernehmen. Welche Unterlagen für den Antrag benötigt werden, ist bei der Kasse zu erfragen. Die meisten Kliniken bieten Hilfen zur Antragsstellung.

  • Adipositaszentren: Der Eingriff sollte von einem seriösen Anbieter durchgeführt werden. Zertifizierte Referenzzentren können zum Beispiel über die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie ausfindig gemacht werden.

  • Klinikaufenthalt: Für eine Schlauchmagen-Operation ist ein stationärer Aufenthalt erforderlich. Er kann je nach individueller Situation rund eine Woche betragen. In einigen Kliniken gibt es spezielle Zimmer für extrem adipöse Personen. Nach Entlassung ist man in der Regel noch für eine gewisse Dauer krankgeschrieben.

  • Ernährungsumstellung: Vor und nach der Operation ist eine Kostumstellung nötig. Wie genau diese aussieht, muss im individuellen Fall ärztlich abgeklärt werden. Nach der Operation ist die Ergänzung von bestimmten Nährstoffen durch Nahrungsergänzungsmittel notwendig.

  • Lebenslange Nachsorge: Um die Therapieerfolge zu sichern, muss ein Leben lang eine sorgfältige Nachsorge erfolgen. Neben regelmäßigen ärztlichen Kontrolluntersuchungen gehören dazu auch eine Änderung des Lebensstils, gegebenenfalls eine psychologische oder psychiatrische Betreuung und die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe.

Langzeiterfahrungen mit einem Schlauchmagen

Die Effektivität von adipositaschirurgischen Maßnahmen wie einem Schlauchmagen ist bei extremer Adipositas durch Studien belegt. Studien zu Langzeiterfolgen liegen nur vereinzelnd vor.

Wie erfolgreich die Gewichtsabnahme auf Dauer ist, hängt auch von der aktiven Mitarbeit der betroffenen Personen ab. Denn nach einigen Jahren mit einem Schlauchmagen kommt es wieder zu einem Gewichtsanstieg. Es ist daher besonders wichtig, dass nach der Operation gelernt wird, wie sich das Leben fortan gesünder gestalten und sich zukünftiges Übergewicht verhindern lässt. Eine dauerhafte Ernährungsumstellung und die Etablierung von neuen Bewegungsgewohnheiten ist entscheidend für einen anhaltenden Therapieerfolg.

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