Vor- und Nachteile

Magenband: Weniger essen durch Magenverkleinerung

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Mit der Hilfe eines Magenbands wird das Volumen des Magens verringert, damit kleinere Nahrungsmengen aufgenommen werden. Doch wie wirkungsvoll ist diese Methode der Magenverkleinerung und welche Komplikationen können auftreten?

Magenband: Weniger essen durch Magenverkleinerung
© Getty Images/Jose Luis Pelaez Inc

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Was ist ein Magenband?

Das Einsetzen eines Magenbands ist eine operative Behandlungsmethode bei Adipositas (Fettleibigkeit), um eine Gewichtsreduktion zu bewirken und adipositasbedingte Begleiterkrankungen zu verbessern. Das Magenband gehörte eine Zeit lang zu den gängigsten operativen Therapien bei Adipositas, heute wird es nur noch selten eingesetzt.

Bei einem Magenband (laparoscopic adjustable gastric banding; LAGB) handelt es sich um ein verstellbares Silikonband, das dazu dient, einen kleinen Vormagen zu bilden. Dieser füllt sich bei der Nahrungsaufnahme schnell, sodass bereits nach der Aufnahme von wenig Nahrungsmenge ein Sättigungsgefühl eintritt. Es handelt sich hierbei um ein rein restriktives (einschränkendes) Verfahren zur Magenverkleinerung, bei dem es nur durch die Beschränkung der Nahrungsaufnahme zu einem Gewichtsverlust kommt. Bei anderen Operationen der Adipositaschirurgie oder der metabolischen Chirurgie spielen zusätzlich hormonelle Effekte oder eine verminderte Aufnahme von Nährstoffen (Malabsorption) eine Rolle.

Ablauf der OP zum Einsetzen des Magenbands

Ein Magenband wird meist laparoskopisch implementiert. Das heißt minimal-invasiv per Bauchspiegelung, bei der nur kleine Schnitte nötig sind. Der Eingriff wird unter Vollnarkose innerhalb von etwa einer Stunde durchgeführt und erfordert in der Regel einen kurzen stationären Aufenthalt.

Um einen Vormagen zu bilden, wird das Magenband um den oberen Teil des Magens geschlungen. Über einen dünnen Schlauch ist das Magenband mit einem Reservoir (Port) verbunden. Dieser befindet sich direkt unter der Haut und dient dazu, das Magenband flexibel einstellen zu können und somit auch zu bestimmen, wie viel Nahrung direkt weiter in den abgeteilten Restmagen gelangt. Nachdem das Magenband liegt, wird zum Justieren von außen mit einer kleinen Nadel (Punktion) eine Kochsalzlösung an der Stelle injiziert, an der sich der Port befindet. Das Innere des Magenbands füllt sich daraufhin mit der Lösung. Ist das Band zu locker, kann mehr Flüssigkeit verabreicht werden. Sollte das Band zu eng sein, wird Flüssigkeit abgelassen.

Etwa vier Wochen nach dem Einsetzen des Magenbands erfolgt die erste Einstellung mithilfe der Kochsalzlösung. Alle weiteren Bandjustierungen werden nach vier bis acht Wochen vorgenommen und auf die individuelle Situation angepasst – je nach Gewichtsverlust, Sättigungsempfinden, Essverhalten und Magenproblemen wie beispielsweise Erbrechen. Die Bandanpassungen können ambulant durchgeführt werden, weitere Operationen sind zur Einstellung des Magenbands nicht nötig.

Wie hoch ist der Gewichtsverlust mit einem Magenband?

Der sogenannte "Excess Weight Loss" liegt beim Magenband nach fünf Jahren zwischen 35 und 57 Prozent. Beim Excess Weight Loss handelt es sich um einen Parameter für die Effektivität der gewichtsreduzierenden Maßnahmen. In Bezug auf das Idealgewicht einer Person wird berechnet, wie viel Prozent des Übergewichts durch das Therapieverfahren verloren geht. Langzeitdaten zeigen, dass sich der Gewichtsverlust nach einem leichten Wiederanstieg des Gewichts nach zehn Jahren bei 14 Prozent und nach 15 Jahren bei 13 Prozent stabilisiert.

Im Vergleich zu den anderen Eingriffen erreicht das Magenband schlechtere Ergebnisse. Ein deutlich höherer Gewichtsverlust kann zum Beispiel durch einen Magenbypass erzielt werden. Der Rückgang der Symptome eines Diabetes mellitus Typ 2 liegt nach fünf Jahren bei 25 Prozent. Aufgrund der eher schlechten Ergebnisse ist das Magenband auch in der metabolischen Chirurgie zur Verbesserung einer Zuckerkrankheit daher in der Regel nicht die Therapie der ersten Wahl. 

Risiken: Wie gefährlich ist ein Magenband?

Die Wahrscheinlichkeit, bei einem adipositaschirurgischen Eingriff zu versterben, wird mit deutlich weniger als ein Prozent als sehr gering eingestuft. Im Vergleich zu den anderen Verfahren der Magenverkleinerung ist das Risiko beim Magenband am geringsten.

Die häufigste Komplikation ist das sogenannte Slipping, ein Verrutschen des Bandes. Eine weitere mögliche Komplikation ist das Einwachsen des Bandes. Umwandlungsoperationen – also der Wechsel zu einem anderen Verfahren der Magenverkleinerung – kommen bei einem Magenband häufig vor. Aufgrund der relativ hohen Spätkomplikationsrate, die unter anderem einen Ausbau des Magenbands erforderlich macht, wird das Magenband heute seltener eingesetzt.

Vor- und Nachteile eines Magenbands

Wer sich für ein Magenband interessiert, sollte sich vorab ausführlich ärztlich beraten lassen sowie Risiken und Nutzen gut abwägen.

Mögliche Vorteile eines Magenbands:


  • Im Vergleich zu den anderen operativen Methoden ist das Magenband ein minimaler Eingriff.

  • Die Sterblichkeitsrate ist im Vergleich zu den anderen Verfahren am geringsten.

  • Die Komplikationsrate vor, während und nach der Operation (perioperativ) ist im Vergleich zu den anderen Verfahren geringer.

  • Es treten kaum Nährstoffmangelerscheinungen auf.

Mögliche Nachteile eines Magenbands:

  • Im Vergleich zu den anderen Verfahren sind der Gewichtsverlust und der Erfolg bei der Verbesserung von Begleiterkrankungen geringer.

  • Es können bandspezifische Probleme auftreten, die weitere Operationen erfordern.

  • Noch Jahre nach der Operation können Spätkomplikationen auftreten.

  • Muss das Magenband entfernt werden, ist eine Umwandlungsoperation zu einem Schlauchmagen oder Magenbypass meist erforderlich, da es sonst zu einer raschen Gewichtszunahme kommt. Die Umwandlungen sind mit Operationsrisiken verbunden.

Voraussetzungen und Kosten für ein Magenband

Ob ein Magenband für den individuellen Fall infrage kommt, sollte immer ärztlich abgeklärt werden und der Eingriff sollte nur bei seriösen Anbietern erfolgen. Folgende Hinweise sind zu beachten:

  • Voraussetzungen für ein Magenband: Ein operativer Eingriff zur Gewichtsreduktion sollte medizinisch notwendig sein. Lesen Sie hier alles über die Voraussetzungen für eine Magenverkleinerung.

  • Auswahl der Operationsmethode: Welche Operation geeignet ist, richtet sich nach verschiedenen Faktoren – zum Beispiel dem Body-Mass-Index (BMI) oder dem Lebensalter. In der Regel werden als effektive operative Verfahren die Schlauchmagenbildung, ein Magenbypass oder die Biliopankreatische Diversion mit oder ohne Duodenal Switch angeboten. Es wird empfohlen, ein Magenband nur nach besonderer Abwägung und auf besonderen Wunsch der betroffenen, aufgeklärten Person sowie bei einem BMI von unter 50 einzusetzen.

  • Adipositaszentren: Der Begriff ist nicht geschützt. Ein Eingriff sollte jedoch nur von qualifizierten Händen ausgeführt werden. Bei der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie gibt es eine Übersicht von zertifizierten Referenzzentren. Einige Adipositaszentren bieten das Magenband als Operationsmethode mittlerweile gar nicht mehr an.

  • Kosten für ein Magenband: In der Regel sind die Kosten für ein Magenband geringer als die Kosten einer anderen adipositaschirurgischen Maßnahme. Allerdings sollte die Methode zur Magenverkleinerung immer nach medizinischer Beurteilung ausgewählt werden und nicht nach dem Preis. Sind die Voraussetzungen für eine Magenverkleinerung erfüllt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Eingriff auf Antrag. Welche Möglichkeiten es gibt, sollte vorab mit der Krankenkasse und der Klinik besprochen werden.

  • Ernährungsumstellung: Das Magenband stellt eine Abnehmhilfe dar. Ein dauerhaftes Normalgewicht kann erreicht werden, wenn zusätzlich auch eine Änderung des Lebensstils in Form von einer Kostumstellung, einer Veränderung des Essverhaltens und der Bewegungsgewohnheiten erfolgt. Ob die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln notwendig ist, muss individuell geklärt werden.

  • Intensive Nachsorge: Die Bandanpassungen machen eine umfangreiche Nachsorge notwendig. Wie bei allen Operationen der Adipositaschirurgie sind außerdem regelmäßige ärztliche Untersuchungen erforderlich, um die Therapieziele abzusichern und mögliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.

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