Solarium aus der Sicht der Wissenschaft

Solarium: Das sagt die Wissensschaft zur Sonnenbank

Wenn die sonnigen Tage mal wieder spärlich gesät sind, treibt es viele ins Solarium. Doch was hat die künstliche Sonne zu bieten und worauf sollten Sie achten?

Solarium
Im Winter ist das Solarium oft der einzige Ort um UV-Strahlen zu tanken.
© Getty Images / iStock.com / tolgakolcak

Licht verleiht bei einer bestimmten Wellenlänge auch dem käsigsten Teint eine schöne Bräune. Das wissen die meisten. Was vielen jedoch unbekannt ist: Licht kann viel mehr und ist als heilende Kraft aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Das funktioniert auch mit künstlichem Licht aus dem Solarium. Das Licht gelangt über unsere Augen und die Haut in die Steuerzentrale unseres Gehirns. Dort sitzt unsere innere Uhr, die den Wach-Schlafrhythmus mit Aktivität am Tag und Ruhephasen in der Nacht steuert. Das Licht synchronisiert diesen Ablauf.

Über spezielle Photorezeptoren gelangen die Signale des Lichts in eine Nervenverdickung, die mit der Zirbeldrüse in Verbindung steht. Die Zirbeldrüse revanchiert sich mit der Unterdrückung der Melanin-Produktion, wenn sich die Lichtsignale ihren Weg ins Gehirn gebahnt haben. Melanin ist ein Schlafhormon, das uns nachts einen tiefen Schlaf schenkt, tagsüber jedoch Abgeschlagenheit und schlechte Laune beschert. Wer regelmäßig genug Sonne tankt – auch im Solarium – wird außerdem mit der Ausschüttung des Hormons Serotonin belohnt, das uns Glücksgefühle und Energie schenkt. Sonnenbäder können also gleich über mehrere Wege etwas für unsere Stimmungslage und das Wohlbefinden tun. Außerdem benötigt unser Körper die UV-Strahlung, um Vitamin D zu bilden. Das Powervitamin steigert die Leistungsfähigkeit, unterstützt den Aufbau von Knochen und Knorpel, stimuliert das Immunsystem, beugt Osteoporose vor und verbessert die Aufnahme von Calcium und Phosphor in den Körper.

So machen Sie sich fit für die Sonne

Wärmende Sonnenstrahlen sind im Winter Mangelware. Da helfen häufig nur warme Erinnerungen an schöne Urlaubstage oder an den letzten Sommer. Während wir in Gedanken in sonnigen Gefilden schweben, entwöhnt sich die Haut allmählich von der Sonnenbestrahlung. Wenn es das Wetter dann besser mit uns meint und die Sonnentage Einzug halten, drohen Sonnenbrände. Denn blasser Haut fehlt der Schutz vor den UV-Strahlen. Das lässt sich mit dem Vorbräunen im Solarium verhindern. Wichtig ist, eine Sonnenbank zu benutzen, die neben den schnell bräunenden UV-A-Strahlen auch UV-B-Strahlen spendet. Denn Haut, die einfach nur schön braun ist, kann im Sommer durchaus einen Sonnenbrand bekommen. Im Fall der UV-B-Strahlen lässt die knackige Bräune zwar etwas länger auf sich warten, dafür sind wir besser vor Sonnenbestrahlung gefeit. Denn UV-B-Licht verdickt die oberste Hautschicht, die uns vor UV-Strahlen schützt. Das Problem: Im Solarium finden sich oft nur Bänke mit UV-A-Strahlung. Fragen Sie daher gezielt nach.

Wichtig ist in jedem Fall, die Haut im Solarium langsam auf die warmen Strahlen vorzubereiten. Nehmen Sie sich mindestens sechs Wochen Zeit, um die körpereigene Schutzfunktion der obersten Hautschicht aufzubauen.

Bräunen im Solarium - Tipps

Um von den positiven Wirkungen der UV-Strahlen auf Körper und Geist profitieren zu können, muss man in Tagen der Sonnenabstinenz nicht die Koffer packen. Denn das Solarium spendet 356 Tage im Jahr Licht. Die Voraussetzung ist jedoch ein bewusster und maßvoller Umgang mit dem Licht aus der  Röhre. Vorgeschrieben ist laut BfS außerdem ein Mindestalter von 18 Jahren – seit dem 31. Juli 2009 ist ein Besuch von Unter-18-Jährigen im Sonnenstudio sogar gesetzlich verboten.

Dr. med. Norbert Schmid-Keiner, Vorsitzender des Vorstands von Photomed (Bundesfachverband Solarien und Besonnung e.V.): „Viele Nutzer gehen oft nachlässig mit ihrem Körper um und übertreiben die Besonnung im Solarium." Dabei gibt es einen einfachen Weg, sicher und gesund Sonne zu tanken: Zertifizierte Solarien. „ Diese Zertifizierung ist ein Prüfsiegen für unerlässliche Sicherheit, Qualität und Hygiene in Sonnenstudios – sowohl für den Betreiber als auch für den Besucher", so Dr. Schmid-Keiner. Der sonnenhungrige Besucher der zertifizierten Solarien kann sich auf einen umfassenden Standard der Technik und Gesundheit, sowie über Mitarbeiterschulung und Beratungskonzepte verlassen. Dieser Standard wird über die Zertifizierungs-Stellen vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kontrolliert und beurteilt. Dr. Schmid-Keimer empfiehlt: "Um die Haut lange gesund zu halten und gesundheitliche Risiken zu vermeiden, ist eine individuelle Beratung durch geschultes Personal sowie auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmte Besonnungsintensität im Solarium unbedingt nötig.“

Ein zertifiziertes Solarium können Sie an Aufklebern, Aushängen und Informationsplakaten am und im Sonnenstudio erkennen.

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