Gewichtsdecke: Besser schlafen mit der Therapiedecke?

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Gewichtsdecken sollen gestresste Menschen entspannen und zu besserem Schlaf verhelfen. Aber wie sind die Erfahrungen mit Therapiedecken, für wen sind sie geeignet, wie wirken sie und gibt es Studien?

gewichtsdecke
Eine Gewichtsdecke kann bei Schlafstörungen aufgrund von Stress oder Depression helfen.
© Getty Images/Image Source

Im Überblick:

Wie Schlaf der Gesundheit nutzt

Was ist eine Gewichtsdecke?

Eine Gewichtsdecke, auch Therapiedecke, sensorische Decke oder Gravity-Decke genannt, ist eine Bettdecke, in die extra Gewichte eingenäht sind. Dadurch ist die Decke deutlich schwerer als herkömmliche Bettdecken, was beruhigend wirken und entspannen helfen soll. Sie werden vor allem bei Schlafstörungen eingesetzt. Die Therapiedecken sind in verschiedenen Gewichten erhältlich, da die Decke ungefähr zehn Prozent des eigenen Körpergewichts wiegen soll.

Therapiedecken basieren auf dem Prinzip der Deep Pressure Touch Stimulation (DPTS). Es wird angenommen, dass DPTS bei Kindern und Jugendlichen mit Erkrankungen des Autismus-Spektrums, ADHS und ADS beruhigend wirkt. Ein fester, sensorischer Druck, wie er auch bei einer Umarmung vorkommt, soll simuliert werden, da angenommen wird, dass dies beruhigend, angstlösend und entspannend wirkt.

Laut Herstellern wird durch eine Gewichtsdecke die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin, des Kuschelhormons Oxytocin und des Schlafhormons Melatonin gefördert und der Cortisolspiegel, der für Stress verantwortlich ist, gesenkt. Das trägt zur Entspannung des Nervensystems und schließlich des ganzen Körpers bei.

Vorteile: Wem kann eine Gewichtsdecke helfen?

Lau den Herstellern sollen Gewichtsdecken bei folgenden Problemen helfen:

Wer darf keine Gewichtsdecke nutzen?

Da die Therapiedecken relativ schwer sind, muss gewährleistet sein, dass diese auch jederzeit entfernt werden können. Deshalb sollten die Decken, gerade bei Kindern, keinesfalls mehr als zehn Prozent des eigenen Körpergewichts wiegen. Bei Babys unter einem Jahr sollten diese Decken aus diesem Grund nicht angewendet werden. Kinder unter fünf Jahren oder mit einem Gewicht unter 20 Kilogramm sollten eine Therapiedecke nur unter Aufsicht anwenden. Kinder können beispielsweise zum Einschlafen mit der Gewichtsdecke im Bett liegen und die Eltern können diese entfernen, sobald das Kind schläft.

Menschen mit einem schwachen Kreislauf, einem fortgeschrittenen Diabetes Typ 2 oder sogar schon diabetischem Fuß und Skoliose sollten ebenfalls keine Gewichtsdecken verwenden. Personen mit Asthma oder Schlafapnoe wird ebenfalls vom Gebrauch einer Gewichtsdecke abgeraten.

Wer unter Nierenbeschwerden, Arthrose oder Bandscheibenvorfällen leidet, sollte vor dem Gebrauch einer Therapiedecke ärztlichen Rat einholen.

Was sagen Studien zu Gewichtsdecken?

Viele Menschen, die Gewichtsdecken verwenden, berichten von einem besseren Schlaf, dass sie sich wohlfühlen und die Decke gerne nutzen. Dieses subjektive Empfinden wurde auch immer wieder in Studien berichtet. Objektiv konnten in Studien jedoch wenig Besserungen festgestellt werden. Außerdem fehlen bisher aussagekräftige Studien mit hoher Probandenzahl. Dabei muss aber auch beachtet werden, dass es nur wenig Messinstrumente für das Wohlbefinden gibt.

Eine im Jahr 2020 veröffentlichte schwedische Studie untersuchte die Wirkung von Gewichtsdecken bei Schlaflosigkeit bei Menschen mit Erkrankungen wie Depressionen, bipolarer Störung, generalisierter Angststörung und ADHS. Die Menschen, die eine Gewichtsdecke genutzt hatten, schliefen nachweislich deutlich besser, hatten tagsüber mehr Energie und litten weniger unter Müdigkeit, depressiver Verstimmung und Ängsten. Auch zwölf Monate nach Durchführung der Studie wurden noch ein besserer Schlaf bei den Probanden festgestellt. Die Autoren*Autorinnen der Studie schlussfolgern, dass Gewichtsdecken bei Menschen mit schwerer Depression, bipolarer Störung, generalisierter Angststörung oder ADHS Schlafstörungen verbessern können und die daraus resultierenden Symptome über Tag verbessern und zu mehr Aktivität führen.

Melatonin: Diese Lebensmittel fördern den Schlaf
Beratender Experte
Frau Dr. med. Jessica Männel

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