Schöne und gesunde Füße

Fußpflege: Hornhaut richtig entfernen und andere Pediküre-Tipps

Unsere Füße leisten Schwerstarbeit: Im Laufe des Lebens tragen sie uns rund viermal um die Erde. Das sind 160.000 Kilometer. Allein beim Joggen lastet auf ihnen etwa das Fünffache des Körpergewichts. Im Jugendalter ist das alles kein Problem, später aber kommen oft die Schmerzen. Die richtige Fußpflege und regelmäßiges Entfernen der Hornhaut sind daher enorm wichtig.

Frau mit gepflegten Füßen
Gepflegte Füße sehen nicht nur gut aus, sondern schützen auch vor Krankheiten wie Nagelpilz.
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Eine Pediküre ist mehr als purer Luxus, denn schöne Füße sind gesunde Füße. Die regelmäßige Fußpflege kann Krankheiten (etwa Nagelpilz), rissiger Hornhaut, schmerzhaften Hühneraugen und eingewachsenen Zehennägeln vorbeugen – wenn man es richtig macht.

1. Schritt der Pediküre: Füße waschen

Als Erstes werden die Füße gewaschen, entweder während des Duschens beziehungsweise Badens oder mit einem Fußbad. Benutzen Sie milde Seifen, um die Haut nicht auszutrocknen und lassen Sie Ihre Füße etwa zehn Minuten einweichen.

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2. Schritt der Pediküre: Hornhaut entfernen

Hornhaut entsteht immer da, wo die Haut besonderem Druck ausgesetzt ist – als eine Art Selbstschutz der Füße. Je dicker die Hornschicht wird, desto leichter reißt sie ein und kann bluten. Hornhaut sollte deshalb regelmäßig entfernt werden.

Fußfeilen muten etwas brachial an, dennoch können sie im Kampf gegen überschüssige Hornhaut gute Dienste leisten. Hobel sollten hingegen nicht verwendet werden, denn sie entfernen häufig zu viel Hornhaut und legen die tiefer liegende, empfindliche Hautschicht frei. Außerdem rutscht man mit der Klinge leicht ab und kann umliegende Hautpartien verletzen. Weniger schief gehen kann mit einem Bimsstein, der die trockene Haut sanft wegschmirgelt. Sind die Füße nur leicht verhornt, reicht manchmal schon ein Fußpeeling mit kleinen Schleifpartikelchen.

Wer vor Werkzeugen wie der Feile zurückschreckt, kann der Hornhaut mit speziellen Salben und Pflastern zu Leibe rücken. Viele dieser Produkte enthalten Salizylsäure. In höheren Konzentrationen weicht sie die Hornhaut auf, indem sie die Kittsubstanz zwischen den Zellen auflöst. Wichtig ist, entsprechende Cremes und Lotionen nur auf die Hornhaut aufzutragen und die umliegende Haut etwa mit etwas Fettcreme vor der Säure zu schützen. Salicylsäure kann außerdem in flüssiger Form und als Pflaster angewendet werden. Letztere werden drei bis vier Tage getragen. Nach dieser Zeit ist die Hornhaut in der Regel so weich, dass sie sich problemlos mit einem rauhen Handtuch abrubbeln lässt.

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3. Schritt der Pediküre: Füße abtrocknen

Spülen Sie die Füße nach dem Entfernen der Hornhaut noch einmal kurz ab. Trocknen Sie sie dann sorgfältig mit einem Handtuch. Dabei sollten auch die Ferse und die Zehenzwischenräume berücksichtigt werden, denn hier siedeln sich Pilzerreger besonders leicht an. Tipp: Kindern macht es mehr Spaß, ihre Füße trocken zu föhnen.

4. Schritt der Pediküre: Nägel kürzen

Jetzt können die Nägel gekürzt werden. Dabei ist es wichtig, sie nicht zu kurz zu schneiden. Sie sollten immer oberhalb des Nagelbetts enden. Was Sie außerdem beachten sollten:

  • Zu rund oder zu kurz geschnittene Zehennägel wachsen schnell ins Nagelbett ein. Besser ist es darum, die Nägel relativ gerade und spatenförmig in Form zu bringen. Die Ecken sollten nur ganz leicht abgerundet sein, damit Strümpfe oder Schuhe nicht hängen bleiben.

  • Die Nagelhaut niemals schneiden, sondern immer vorsichtig zurückschieben.

  • Das richtige Handwerkszeug für die Fußnagelpflege ist eine Nagelzange, ein Nagelknipser und eine Feile. Bei harten Nägeln kann es mit der Schere schnell "Ausrutscher" geben.

  • Bei Bedarf lässt sich nun die Oberfläche der Nägel mit einer Polierfeile bearbeiten, damit sie schön glänzen. Alternativ trägt man Nagellack auf. Das sollte immer in drei Schichten passieren: Klarlack als Untergrund, dann erst der Farblack, damit sich der Nagel nicht verfärbt, und anschließend Klarlack zum Fixieren. Zwischendurch die Schichten gut trocknen lassen.

Besondere Regeln bei einer Nagelpilzinfektion:

Liegt bereits bei einem Teil der Nägel eine Nagelpilzinfektion vor, sollten die Pediküre-Instrumente nach Gebrauch desinfiziert werden. Damit können Sie vermeiden, dass sich die Onychomykose weiter ausbreitet. Die Behandlung mit einem Anti-Pilz-Lack muss außerdem auf freiem Nagel erfolgen. Falls Sie auf kosmetischen Lack nicht verzichten möchten, tragen Sie zuerst das Mittel auf, dann den Schmucklack.

5. Schritt der Pediküre: Pflegen

Nach einer Schleifpartie gegen die Hornhaut mit Feile oder Bimsstein braucht die Haut eine Extraportion Pflege. Eine echte Wohltat bei rauen, rissigen Füßen sind Cremes mit dem Wirkstoff Urea. Das ist die lateinische Bezeichnung für Harnstoff. Aufgrund seiner feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften wird er vor allem Cremes und Salben für die Pflege sehr trockener und juckender Haut zugesetzt. Der Effekt lässt sich intensivieren, wenn man nach dem Eincremen in Baumwollsocken schlüpft.

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Wann zur medizinischen Fußpflege?

Grundsätzlich können Sie Ihre Füße selber pflegen. In besonderen Fällen empfiehlt es sich allerdings, einen Podologen oder medizinischen Fußpfleger aufzusuchen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Ihre Füße eine ausgeprägte Hornhaut gebildet haben oder Sie an einer Wundheilungsströung, zum Beispiel in Zusammenhang mit einem diabetischen Fußsyndrom oder Gefäßverschluss, leiden. In solchen Fällen heilen selbst kleine Verletzung mitunter nicht mehr ab und können sogar eine Amputation nach sich ziehen.

Alles über die medizinische Fußpflege erfahren Sie in diesem Artikel zum Thema.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. September 2017
Durch:
Quellen: Flörke, A./Dr. Flörke-Klepper, St.: Das große 1 x 1 der Manicure & Pedicure, Flörke Verlag, 1999 Ruck, H. (Hrsg.): Handbuch für die medizinische Fußpflege: Grundlagen und Praxis der Podologie, Hippokrates, Februar 2005 Stiftung Warentest: Diabetiker: Die Füße gut pflegen, Test, 03/2010 Stiftung Warentest: Fußpflege – Oh Sohle mio, Test 08/2008 Dr. Wolansky, R.: Fußlexikon, Schattauer Verlag, 2009

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