Ganz einfach selber machen

Ein Fußbad entspannt und schützt vor Krankheiten

Warm oder kalt: Ein Fußbad lässt sich für verschiedene Zwecke einsetzen. Es entspannt die Füße, regt die Durchblutung an, und bereitet die Haut auf anschließende Pflege vor. Fußbäder können sogar eine beginnende Erkältung stoppen oder eine Migräne vereiteln.

Fußbad
Es gibt viele Möglichkeiten, ein Fußbad anzuwenden – mit unterschiedlicher Wirkung. Weitere Effekte erzielt man mit natürlichen Zusätzen wie Rosmarin oder Eichenrinde.
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Eine kleine Wanne für die Füße ist eine gute Anschaffung. Denn mit regelmäßigen Fußbädern können Sie erheblich zu Ihrem Wohlbefinden beitragen. Chinesische und indische Heiler haben die Bedeutung der Füße für Wohlbefinden und Gesundheit schon vor langer Zeit entdeckt. Akupressur oder eine Massage der Fußreflexzonen können Organe stimulieren und den Heilungsprozess anregen. Pfarrer Sebastian Kneipp setzte Wassertreten und Kniegüsse gegen mangelnden Appetit, Schlaflosigkeit, Kopfweh und Migräne ein. Dazu verordnete er ein kaltes oder warmes Fußbad mit wechselnder oder ansteigender Temperatur, je nachdem welche Wirkung erwünscht war.

Kaltes Fußbad macht müde Beine munter

Chronisch kalte Füße, müde Beine, ein Brennen im Unterschenkel oder Krampfadern? Dagegen hilft ein kaltes Fußbad. Es drosselt den Stoffwechsel und Entzündungsprozesse, beruhigt und fördert den Schlaf, schreibt Allgemeinarzt und Podologe Norbert Scholz in seinem "Lehrbuch und Bildatlas für die Podologie". Er rät:

  • Vor dem kalten Fußbad die Füße erwärmen.
  • Dann in das Fußbecken oder die Fußwanne steigen.
  • Dabei sollte das 15 bis 18 Grad Celsius kalte Wasser bis zum Wadenbeinköpfchen reichen. Die Füße 15 Sekunden bis maximal drei Minuten lang eintauchen.
  • Danach das Wasser leicht abstreifen und durch Bewegen erwärmen.

Vorsicht: Kalte Fußbäder sollte man nicht bei schweren arteriellen Gefäßerkrankungen, Raynaud-Syndrom oder Entzündungen des Unterleibs, der Blase oder der Nieren anwenden!

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    Krampfadern sind meist harmlos. Sollten sie entfernt werden müssen, bieten sich mehrere Verfahren an. Am besten jedoch ist, man beugt Varizen vor

Warmes Fußbad regt die Durchblutung an

Bei Durchblutungsstörungen hilft auch ein warmes Fußbad. Dazu eine Fußwanne oder einen tiefen Eimer mit 36 bis 38 Grad warmem Wasser füllen und die Beine 15 bis 20 Minuten darin baden. Danach kalt abgießen, empfiehlt Podologe Scholz. Zusätze aus Rosmarin und Lavendel regen die Durchblutung zusätzlich an.

Bei Thrombose, akuten Entzündungen an Unterschenkel und Fuß, Krampfadern und hohem Blutdruck sollte ein warmes Fußbad nicht angewendet werden.

Wechselfußbäder stärken den Kreislauf

Zwei Wannen braucht man für ein Wechsel-Fußbad, das den ganzen Kreislauf unterstützt und schläfrig macht. So funktioniert es:

  • Füße zuerst in 38 bis 42 Grad warmem Wasser baden.
  • Nach fünf Minuten die Beine kurz in die Wanne mit 18 bis 20 Grad temperiertem Wasser tauchen.
  • Danach den Warm-Kalt-Wechsel noch einmal wiederholen.
  • Anschließend Fußsohlen und die Zwischenräume zwischen den Zehen abtrocknen und mindestens eine Stunde ruhen.

Die Anwendung sollte nicht öfter als zweimal in der Woche gemacht werden.

Tipps gegen geschwollene Beine

Lifeline/Wochit

Fußbäder gegen Erkältung, Migräne und Schweißfüße

Fußbäder können je nach Zusatz spezielle Wirkungen entfalten. Beispielsweise hilft Eichenrinde gegen Schweißfüße, Fußpilz und Ekzeme.

Ein warmes Senfmehlfußbad kann eine sich anbahnende Erkältung vereiteln, aber auch eine Migräne-Attacke verhindern.

  • Dazu gibt man für einen Erwachsenen vier Esslöffel Senfmehl (zerstoßene Senfsamen) in eine hohe Fußbadewanne, deren Wasserfüllung bis zur Wade reicht.

  • Die Temperatur des Wassers sollte 37 Grad Celsius betragen.

  • Die Füße darin zehn Minuten wässern, nach fünf Minuten heißes Wasser nachgießen, damit die Wassertemperatur konstant bleibt.

  • Dann die Füße mit klarem lauwarmen Wasser abspülen, gut abtrocknen, mit Öl einreiben und Wollsocken anziehen.

Nach einem Fußbad gegen Erkältungen sollten Sie sich, wenn möglich, eine halbe Stunde hinlegen, dabei Körper und Füße unbedingt warm halten. Ratsam ist eventuell sogar, den Kopf zu bedecken, um Wärmeverluste zu verhindern.

Senfmehlfußbäder dürfen nicht bei einer entsprechender Allergie oder Hauterkrankungen angewandt werden.

Ansteigende Fußbäder vertreiben Erkältung

Bei einer beginnenden Erkältung und chronisch kalten Füßen helfen ansteigende Fußbäder. Sie haben sich auch gegen Migräne oder schmerzhaften Fersensporn bewährt.

  • Dazu stellt man die Füße in eine Wanne mit 35 Grad warmem Wasser.
  • Anschließend heißes Wasser hinzufügen, sodass die Temperatur binnen 15 bis 20 Minuten auf 40 Grad oder mehr steigt.

Badezusätze aus Rosmarin-, Kiefern- oder Fichtennadelöl fördern die Durchblutung zusätzlich. Als Kur sollte dieses Fußbad bis zu fünfmal pro Woche wiederholt werden.

Drei weitere Gelegenheiten für ein Fußbad

  1. Mit einem zehnminütigen Bad in lauwarmem Wasser weichen Sie Haut und Zehennägel für die Fußpflege ein. Das Wasser können Sie bei Bedarf mit milder Seifenlauge versetzen.

  2. Im Sommer verschafft ein kühles Fußbad ein angenehmes Gefühl, vor allem, wenn es mit erfrischenden Badezusätzen wie Menthol oder Limette versehen ist.

  3. Ein lauwarmes Fußbad entspannt die Muskulatur und hilft daher gegen schmerzende Füße nach langem Stehen oder Gehen.

Fersensporn gar nicht erst entstehen lassen!

Lifeline/Wochit

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Letzte Aktualisierung:20. Oktober 2017
Letzte Änderung durch:

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