Unter RCS leiden besonders Ehrgeizige

RCS – die Managerkrankheit: Wenn Stress ins Auge geht

Plötzliche Sehstörungen, ein Fleck im Sichtfeld: Die Augenkrankheit RCS überrascht Betroffene unangenehm. Meist heilt die Retinopathia centralis serosa von selbst wieder vollständig ab – manchmal bleiben allerdings dauerhafte Schäden zurück. Was die Managerkrankheit so tückisch macht: Sie scheint durch Stress ausgelöst zu werden.

Mann hat Kopfschmerzen
Vor allem Männer erkranken an Sehstörungen durch RCS.
© iStock.com/carlo amoruso
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Ein jüngerer Mann mit Anzug betritt das Sprechzimmer des Augenarztes und klagt über Sehstörungen, mit denen er früher nie Probleme hatte: Bei diesem Szenario drängt sich vielen Fachärzten der Verdacht auf, dass ihr Patient an RCS leidet.

Die Retinopathia centralis serosa könnte man auch als Managerkrankheit des Auges bezeichnen. Auf die eher unbekannte Augenkrankheit macht die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) aufmerksam. Typische Symptome von RCS sind:

  • ein- oder beidseitige plötzliche Sehverschlechterung
  • Verzerrungen
  • Fleck im Sehzentrum

RCS: Plötzliche Sehstörungen durch Stress

Laut dem Augenheilkundler-Verband sind häufig zu viel Stress im Job oder Privatleben schuld, wenn ein grauer Fleck im Sichtfeld auftaucht oder Gegenstände sowie Farben verzerrt erscheinen. Grund ist eine stellenweise Ablösung der Netzhaut (Retina).

Männer sind demnach acht Mal häufiger von RCS betroffen als Frauen. "Typischerweise sind es jüngere Männer unter 50", beschreibt DOG-Präsident und Facharzt Professor Johann Roider den RCS-"Bilderbuchpatienten".

Zusammenhang zwischen RCS und Persönlichkeit

Zwar ist die genau Ursache der Augenkrankheit noch ungeklärt, die DOG-Experten vermuten aber einen Zusammenhang mit dem Charakter der Betroffenen. Menschen mit Stress-Persönlichkeit und damit einem hohen Spiegel des Hormons Kortisol im Blut scheinen anfälliger für solche Sehstörungen.

Folgende weitere Risikofaktoren werden laut dem Selbsthilfeverein Pro Retina Deutschland ebenfalls diskutiert:

  • Bluthochdruck
  • Anwendung von kortisonhaltigen Präparaten über längeren Zeitraum
  • Rheuma
  • Nierenleiden
  • Infektion mit Heliobacter pylori
  • Schwangerschaft
  • Depressionen

Therapie: RCS behandeln

Die gute Nachricht: RCS-Patienten können auf Spontanheilung hoffen, denn in den meisten Fällen verschwinden die ungewohnten Erscheinungen nach etwa drei bis sechs Monaten von selbst wieder vollständig. In Einzelfällen bleibt ein dauerhafter deutlicher Sehverlust zurück.

RCS kann allerdings chronisch werden. Sind die Beschwerden nach drei Monaten immer noch vorhanden oder treten wiederholt auf, sollte RCS behandelt werden.

Dazu muss der Arzt zunächst ausschließen, dass es sich in Wahrheit um eine andere Erkrankung handelt, zum Beispiel die altersbedingte Makula-Degeneration, die ähnliche Symptome wie RCS aufweist. Sehtest, Augenhintergrunduntersuchung, Fluoreszenzangiographie sowie eventuell eine optische Kohärenztomographie geben darüber Aufschluss.

Handelt es sich um eine chronische RCS, kommen mehrere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht, zum Beispiel Laser oder auch die photodynamische Therapie, bei der betroffene Zellen entfernt und Schäden am Auge korrigiert werden. Ist Stress ein denkbarer Auslöser, sollte mit Entspannungstraining entgegengewirkt werden.

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