Kinderzahnbürsten im Vergleich

Art der Zahnbürste ist von geringer Bedeutung

Gerade bei Kindern spielt die Mundhygieneinstruktion eine wichtige Rolle bei der Plaquebeseitigung. Die Putzzeit wird häufig unterschritten und die Technik ist in der Regel noch unausgereift. Der Einfluss der verwendeten Zahnbürste scheint dagegen eine untergeordnete Rolle für das Ergebnis zu spielen.

Mindestens bis ins Grundschulalter liegt die Umsetzung der häuslichen Zahnpflege noch in den Händen der Eltern. In der Zahnarztpraxis können neben prophylaktischen Untersuchungen auch Mundhygieneinstruktionen durch geschultes Personal stattfinden. Ihre Umsetzung erfolgt jedoch zu Hause. Subjektiv wird dabei von vielen die real aufgewendete Zeit als länger eingeschätzt, als sie tatsächlich war. Dabei liegt die durchschnittliche Putzzeit sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern zwischen 60 – 80 Sekunden (Scheidegger, N. et al.: Zahnreinigung mit verschiedenen Kinderzahnbürsten. Schweiz Monatsschr Zahnmed (2005); 115/2: 100–106). Welchen Einfluss hat nun die Zahnbürste auf das Ergebnis?

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Die Dreikopfzahnbürste

Neben den Varianten der herkömmlichen Zahnbürsten wurde in den letzten Jahren auch an der Herstellung neuartiger Bürsten gearbeitet. Ziel ist es immer, die Effektivität der Putzleistung zu erhöhen. Eine neue Form bietet dabei die Dreikopfzahnbürste (Superbrush®). Ihr Kopf besteht aus drei Bürstenfeldern. Die beiden äußeren stehen im Winkel von 45° zum mittleren Borstenfeld. Empfohlen werden bei der Anwendung kurze rüttelnde Bewegungen. Dabei soll der Bürstenkopf immer wieder etwas verkippt werden. Imitiert wird dabei die Bass–Technik. Wobei das Kippen dem Erreichen aller Oral-/Vestibulärflächen dient.

Herkömmliche Modelle und ihre Anwendung

Generell sollte die Kinderzahnbürste abgerundete Borsten und einen kleinen Bürstenkopf besitzen. Ein planes Putzfeld nach dem „multi-tufted"–Prinzip ist zu bevorzugen. Ein kompakter Handgriff bietet guten Halt und ein abgewinkelter Borstenkopf sorgt für das Erreichen auch der hinteren Zähne. Die modifizierte Bass–Technik oder die Rotationstechnik können damit gut ausgeführt werden (Schiffner, U. et al.: Mechanische und chemische Plaquereduktion. Wissenschaftliche Stellungnahme der DGZMK. Stand 1/95). Nach der Empfehlung der DGZMK soll die Zahnreinigung selbst zweimal täglich ausgeführt werden. Statistisch betrachtet werden von 5-jährigen Kindern nur etwa 25 % der Zahnflächen erreicht. Bei 11-Jährigen sind es bereits 50 %. Dabei werden die Lingualflächen vernachlässigt. Zudem wird eine höhere Putzleistung an der gegensätzlichen Seite der Händigkeit aufgewendet. Es besteht unmittelbar ein Zusammenhang zwischen dem komplizierten Bewegungsmuster beim Putzen schwer zugänglicher Stellen und dem Restbelag. Dies gilt sicher ebenso für Erwachsene, bei Kindern spielt es jedoch eine noch größere Rolle (Scheidegger, N. et al.).

Vergleich der Reinigungsleistung bei verschiedenen Bürsten

Über die Effektivität bei der Anwendung der Dreikopfzahnbürste gehen die Meinungen auch in der Literatur auseinander. In einer Untersuchung der Universität Bern (Schweiz) konnte kein signifikanter Unterschied zu herkömmlichen Zahnbürsten gefunden werden. Bei anderen Autoren wird zum Teil eine bessere, andererseits auch zum Teil eine gleich gute bis schlechtere Reinigungsleistung gefunden (Scheidegger, N. et al.). In einer Fragebogenaktion wurden Eltern über ihren subjektiven Eindruck beim Nachputzen mit der Superbrush® befragt. In weiten Teilen wurden bezüglich der einfachen Handhabung, dem Erreichen „aller" Zahnflächen und der Zeitersparnis Vorteile entdeckt. Als Nachteile wurden bemängelt, dass das Borstenfeld unter das Zahnfleisch gerät und vermehrt Zahnfleischbluten auftrat, dass keine spezielle Putztechnik möglich ist und der hohe Preis. Durch den Griff und die drei Borstenfelder resultiert eine starre und nicht griffige Handhabung. In überwiegender Meinung wurde der Einfluss der Bürste jedoch durch die Eltern als positiv auf die Zahnreinigung eingeschätzt (Steenkiste, van M. et al.: Wie beurteilen Eltern von Kindergartenkindern eine dreiköpfige Zahnbürste beim Nachputzen?. Prophylaxe Impuls (2001); 1: 6–10).
Wenn man sich die Ergebnisse anschaut wird deutlich, dass die Effektivität und die Plaquebeseitigung am deutlichsten durch erweiterte und intensive Mundhygieneinstruktionen sowie dem Lernen von Putztechniken und Erhöhung der Motivation von Kind und Eltern gesteigert werden können. Darin sind sich im Wesentlichen alle Autoren einig. Über die Auswahl der Zahnbürste liegen verschiedene Ergebnisse vor. Deshalb sollte man deren Wahl durchaus auch von individuellen Gegebenheiten und Vorlieben abhängig machen.


Quelle: Alle Quellen werden im Text zitiert.
Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 13, 2007


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