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Erste Zähne

Folgen nach Unfällen im Milchgebiss

Welche langfristigen Folgen haben Unfälle, bei denen die Milchzähne betroffen sind? Dieser Frage sind deutsche Wissenschaftler nachgegangen.

Etwa 30 – 40% aller Kinder erleiden einen Unfall mit Beteiligung der Milchzähne. Diese Zahl gilt altersunabhängig. Bedingt durch ihre prominente Position sind dabei in erster Linie die Inzisivi betroffen. Die Intensität und die Richtung, aus der die Kraft dabei einwirkt, entscheiden dabei über das Ausmaß der Verletzung. Es kann zu Hartsubstanzdefekten oder durch stumpfe Kräfte auch zu Verletzung des Zahnhalteapparates kommen. Eine entsprechende Klassifizierung von 1 bis 3 (1: Hartgewebs- und Pulpaverletzung, 2: Hartgewebe- Pulpa- und Alveolarverletzung, 3: Verletzungen des Periodontiums) erstellten Andreasen, JO und Andreasen, FM. Die Auswirkungen auf die permanenten Zähne können Schmelzunterentwicklungen, Deformationen der Zähne, abweichende Wurzelentwicklungen und Gelenkversteifungen sein. In einer Studie der Universität Göttingen, Deutschland, dokumentierten Wissenschaftler in einer Langzeitnachuntersuchung die Folgen nach Milchzahnunfällen.

Einbezogen wurden 106 Kinder, welche ein Frontzahntrauma im Milchgebiss erlitten. Davon waren in 70,5% der Fälle die oberen Inzisivi, in 3,5% die unteren Inzisivi, die oberen seitlichen Inzisivi in 21% und die unteren seitlichen Inzisivi in 0,5% aller Fälle betroffen. Die nachfolgenden bleibenden Zähne wurden auf Sensitivität, Mobilität, Schmelzunterentwicklungen, Kronen- und Wurzelfehlformationen, Retention, Dislokation, Durchbruchsalter untersucht und mit Röntgenaufnahmen, Fotos und Kommentaren examiniert.

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Langzeitschäden können nur durch regelmäßiges Röntgen diagnostiziert werden

Bei 16 Patienten mit 20 betroffenen Zähnen konnten Nachuntersuchungen der bleibenden Zähne durchgeführt werden. Bei 8 Intrusionsverletzungen traten nachfolgend Deformationen an Krone/Wurzel, Schmelzunterentwicklungen und irreguläre Durchbrüche auf. Bei 9 Subluxationen fanden die Autoren später Schmelzunterentwicklungen und irreguläre Durchbrüche. Nach zwei Abrissen traten Schmelzunterentwicklungen und nach einer Wurzelfraktur ein nicht regulärer Durchbruch auf. Nach den Erfahrungen der Wissenschaftler können Langzeitschäden an permanenten Zähnen nur durch regelmäßige Röntgenaufnahmen in längeren Abständen oder gar erst beim Durchbruch diagnostiziert werden.


Quelle: Sennhenn-Kirchner, S. et al.: Traumatic injuries to the primary dentition and effects on the permanent successors – a clinical follow – up study. Dental Traumatology (2006); 22: 237–241.
Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 13, 2007


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