
Karies der Milchzähne
Höheres Risiko für bleibende Zähne
Studienergebnisse belegen einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen Karies im Milch- und bleibenden Gebiss: Finden sich mehr als zwei kariöse Stellen an den zweiten Molaren des Milchgebisses, erhöht sich die Kariesgefahr für die bleibenden Zähne der Betroffenen.
In einer prospektiven Longitudinalstudie analysierten norwegische Zahnärzte die Beziehung zwischen der Karieshäufigkeit im Alter von fünf und zehn Jahren. Des Weiteren wollten sie herausfinden, ob das Auftreten von Karies im Milchgebiss als Mittel zur Identifikation von besonders gefährdeten Kindern dienen kann.
Dazu untersuchten die Autoren 186 Kinder sowohl im Alter von fünf als auch von zehn Jahren. Zur Einstufung des Zahnstatus verwendeten sie den dmfs/DMFS (decayed, missing, filled surfaces)-Index. Kinder, die im Alter von zehn Jahren wenigstens eine Dentinkaries oder eine Füllung an Molaren und/oder Inzisivi oder einen DMFS-Index mit einer Standardabweichung (SD) über dem Median aufwiesen, zählten zur Risikogruppe.
Bezüglich des Kariesprofils ergab sich ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen beiden Dentitionen. Ähnlich gestaltete sich die Beziehung zwischen den zweiten Milchbackenzähnen im fünften und den bleibenden Backenzähnen im zehnten Lebensjahr. Als Parameter mit besonderer Vorhersagekraft zur Zuordnung in die Risikogruppe (Karies der bleibenden Zähne im Alter von zehn Jahren) erwiesen sich Schädigungen der zweiten Backenzähne" und aller Backenzähne des Milchgebisses". In der Summe zeigten sich die höchste Sensitivität und Spezifität (148%) bei mehr als zwei kariösen Stellen der zweiten Milchbackenzähne.
Karies der Milchzähne bedeutet höheres Risiko für bleibende Zähne
Die Untersuchung der Milchgebiss-Backenzähne auf kariöse Veränderungen eignet sich zur Identifikation von Hochrisiko-Kindern. Nach Ansicht der Autoren wäre es sinnvoll, sich dabei auf die zweiten Molaren zu beschränken, statt alle acht Milchbackenzähne zu analysieren. Des Weiteren könnten Kinder und Eltern dann besonders gefährdete Zahnflächen mit speziellen Hygienemaßnahmen schonen. Bei entsprechender Pflege ließen sich somit Sanierungen vermeiden.






