Karies bei Kindern
Sozial schwächere Schichten sind stärker betroffen
In den letzten zehn Jahren ist die Karieshäufigkeit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland stark zurückgegangen. Allerdings konzentriert sich das Gros der Zahnkariesfälle nun auf Kinder aus sozial schwächeren Schichten, so dass dieser Gruppe hinsichtlich der Prävention vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.
Dank umfassender vorbeugender Maßnahmen sinkt die Zahl der von Karies betroffenen Kinder und Jugendlichen seit den 80er Jahren kontinuierlich. Dies ist u.a. auf die Gruppenprophylaxe in Kindergärten und Schulen zurückzuführen. Dazu gehören Ernährungsberatungen, professionelle Anleitungen zur Mund- und Zahnpflege sowie eine konsequente Fluoridierung. So betrug der mittlere dmft (decay, missing, filled tooth)-Index der Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren 1994/95 noch 2,89, während er bis 2004 auf 2,16 sank. In diesem Zeitraum ging die Karieshäufigkeit um 25,3% zurück, unter den zehnjährigen Kindern reduzierte sie sich sogar um 59,8%.
Um der Anhäufung von Kariesfällen bei Kindern aus sozial schwächeren Schichten entgegenzuwirken, werden spezielle Förderprogramme entwickelt. So kommen eine intensivierte Aufklärung im Rahmen der Gruppenprophylaxe und eine lokale Fluoridanwendung in Frage. Erste Erfolge stellten sich bereits ein: In einer Untersuchung von Grundschülern (vierte Klasse) gingen die Kariesfälle um 41,8% zurück.
Früherkennung, Fluoridierung und Gruppen- und Individualprophylaxe
Seit einigen Jahren hat sich die zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung bewährt, Drei- bis Sechsjährige können sie in Anspruch nehmen. So sind eine Identifizierung von Kindern mit einem hohen Kariesrisiko und eine Aufklärung der Eltern über Ernährung und Dentalpflege möglich.
Für Schulkinder und Jugendliche bis 18 Jahre spielt die Individualprophylaxe eine große Rolle, dazu gehört u.a. die Erfassung des Status der Mundhygiene, die lokale Fluoridierung oder die Fissurenversiegelung. Letztere erwies sich in einer Reihe von Studien als sehr effektiv. Kinder mit Fissurenversiegelung hatten deutlich geringere DMFT-Indizes als Kinder ohne eine derartige Maßnahme.
Die Bundeszahnärztekammer hat sich weitere hohe Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2020 sollen 80% der Sechsjährigen kariesfrei sein und der mittlere DMFT-Wert der Zwölfjährigen unter 1,0 liegen.



