
Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte
LKG-Spalte: Was ist bei der Mundpflege zu beachten?
Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte sind sehr kariesanfällig. Ein Grund dafür ist die häufig nur mäßige Mundpflege. Umso wichtiger erscheint daher eine umfassende Aufklärung der Eltern über eine optimale orale Hygiene und Ernährung der betroffenen Kinder.
Lippen-Kiefer-Gaumen (LKG)-Spalten sind die am häufigsten vorkommenden angeborenen Anomalien des Schädels, etwa eins unter 700 Neugeborenen ist betroffen. Die meisten Studien zum Thema belegen, dass Patienten mit Lippen-, Kiefer- oder LKG-Spalten eine schlechtere orale Hygiene und eine höhere Karieshäufigkeit aufweisen als Menschen ohne diese Fehlbildung. Das hat womöglich schwerwiegende Folgen: Früher Zahnverlust könnte die Therapie der Anomalie hinauszögern oder komplizieren. Welche Faktoren zur Kariesentstehung beitragen und wie ihr vorgebeugt werden kann, sind Fragen, denen jetzt australische Wissenschaftler nachgingen.
Probleme bei der oralen Hygiene bereiten z.B. anatomische Veränderungen durch die Spalte oder der schlechte Zugang für die Zahnbürste im Bereich der operierten und damit weniger elastischen Lippe. Weitere Anomalien, die im Zusammenhang mit LKG-Spalten vorkommen können, wie überzählige Zähne oder Schmelzhypoplasien, verschlechtern ebenfalls die Mundhygiene. Auch verbleiben Speisereste länger im Mund, die zudem durch die Gaumenspalte in die Nase übertreten können und anschließend in den Mund. Weiterhin unterstützen auch therapeutische intraorale Applikationen sowie das Verhalten der Eltern, die dem Kind z.B. übermäßig viel kohlenhydratreiche Nahrung geben, die Entstehung von Karies.
Empfehlungen zur Vorbeugung von Karies
Die Autoren entwickelten auf der Basis aktueller Erkenntnisse Empfehlungen, die der Kariesentstehung vorbeugen sollen:
- vor Geburt des Kindes orale Hygiene und Ernährungsgewohnheiten der Eltern erfassen
- Aufklärung der Eltern über optimale Ernährung und Mundpflege des Kindes
- Chemotherapeutika wie Chlorhexidin zur Reinigung herausnehmbarer intraoraler Applikationen verwenden
- Eltern immer wieder darauf hinweisen, dass das Küssen der Lippen des Kindes und die gemeinsame Benutzung von Besteck oder Nahrung die bakterielle Besiedlung des Kindesmundes fördert
- Eltern über optimale Zahnputztechniken im betroffenen Bereich nach operativen Maßnahmen aufklären, Zähne mindestens einmal am Tag putzen
- Eltern und Kind in regelmäßigen Abständen (sechs Monate) zahnärztlich untersuchen
- Mundspülungen mit Natriumfluorid
- Anwendung von Chemotherapeutika wie Chlorhexidin-Gel schon bei kleinen Babys mit hohem Kariesrisiko.
Die Etablierung eines oralen Präventionsprogrammes schon vor der Geburt eines Kindes mit LKG-Spalte ist nach Meinung der Autoren von großer Bedeutung. So können eine optimale orale Hygiene und gute Ernährungsgewohnheiten erreicht werden, was wiederum die Aussichten für eine erfolgreiche Therapie verbessert.






