Bisskraft im Alter
Warum schwindet mit dem Alter der Biss"?
Der Verlust prothetischer Stützzonen und allgemeinmedizinische Faktoren führen zur Reduktion der Bisskraft im Alter, wie japanische Wissenschaftler in einer Studie beobachten konnten. Da Zahnverlust als ein pathologischer Prozess betrachtet werden muss, kann allerdings nicht das biologische Altern per se für die Abnahme der Bisskraft verantwortlich gemacht werden.
Das vorrangige Ziel der zahnärztlichen Behandlung muss es sein, die physiologische Aktivität des Mund- und Kiefersystems, insbesondere die Kaufunktion, wiederherzustellen oder zu bewahren. Die maximale Bisskraft ist positiv mit der Mastikation korreliert und kann daher als Indikator der Kaufunktion dienen. Japanische Forscher untersuchten jetzt in einer Studie die Abhängigkeit der Bisskraft von Geschlecht, Alter, Bezahnung, Funktion des Kiefergelenkes und dem allgemeinmedizinischen Zustand.
850 Personen im durchschnittlichen Alter von 66,6 Jahren nahmen an der Studie teil. Bei allen wurde die Bisskraft mittels einer drucksensitiven Folie (Dental Prescale 50 H R®, Fuji Film) bestimmt und die Funktion des Kiefergelenkes mit klinischen Untersuchungen überprüft. Die Bezahnung der Patienten wurde anhand der prothetischen Stützzonen nach Eichner in drei Gruppen eingeteilt, der allgemeinmedizinische Zustand auf Fragebögen eruiert. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Kruskal-Willis-Test, Mann-Whitney-Test und Spearman-Korrelationskoeffizient.
Kein Zusammenhang von Alter und schwindender Bisskraft
Dabei war die maximale Bisskraft mit Geschlecht und Vorhandensein von Stützzonen korreliert, nicht jedoch mit Symptomen des Kiefergelenkes und eingeschränkter Mundöffnung. Zwischen Alter und Bisskraft konnte keine Korrelation eruiert werden bei Männern der Eichner-Klasse C und bei allen Frauen. Die Erhaltung von Zähnen und damit von Stützzonen scheint daher der beste Weg zu sein, die Kaufunktion bis in das hohe Alter zu erhalten, so das Resümee der Autoren.-



