
Fluoridiertes Speisesalz
In Deutschland ist fluoridiertes Speisesalz auf dem Vormarsch
Die Verwendung von fluoridiertem Salz in deutschen Haushalten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Gleichzeitig ging die Kariesprävalenz unter Kindern deutlich zurück. Im Gegensatz dazu steht das Verbot, Fluorsalz in öffentlichen Küchen einzusetzen.
Seit 1991 ist der Verkauf von fluoridiertem Salz in Deutschland erlaubt. Fluor wird dem Speisesalz in Form von Natrium- oder Kaliumfluorid zugesetzt, endgültige Konzentrationen liegen bei 250 mg/kg. Bäckereien, Lebensmittelindustrie, Restaurants und Kantinen dürfen dieses Salz nicht verwenden. Dennoch ist der Marktanteil des fluoridierten Salzes auf über 60% angestiegen, da private Haushalte Fluorsalz bevorzugt erwerben.
Mit zunehmender Ganztagsbetreuung in Schulen und Kindertagesstätten nehmen Kinder und Jugendliche ihre Mittagsmahlzeit vermehrt in Kantinen ein. Auch Erwachsene greifen mehr und mehr auf Fertig- oder Mahlzeiten in Restaurants zurück. Da diese Fluorsalz nicht benutzen dürfen, ist die Gefahr der Unterversorgung groß. Auf diese Missstände weist die vorliegende Arbeit hin.
Fluor als bewährtes Mittel der Kariesprophylaxe
Fluor hat sich als bewährtes Mittel zur Kariesprophylaxe bewährt. Verschiedene Studien belegen einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von fluoridiertem Salz und Karieshäufigkeit. In einer Untersuchung mit Zwölfjährigen zeigte sich, dass Kinder signifikant weniger Karieserfahrungen hatten, wenn sie regelmäßig Fluorsalz zu sich nahmen. Auch die Fluorausscheidung im Urin nimmt mit höherer Fluoraufnahme sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen deutlich zu, so verschiedene Studienergebnisse. Dies geschieht auch, wenn Fluortabletten abgesetzt werden, so dass das Fluorsalz eine Alternative zu den Tabletten darstellt.
Insgesamt hat sich Fluorsalz als Nahrungsmittel in deutschen Privathaushalten etabliert. Im Angesicht der veränderten Lebensumstände mit vielen warmen Mahlzeiten außerhalb der heimischen Küche, sollte das Fluorsalz-Verbot in öffentlichen Küchen oder Fertigprodukten noch einmal überdacht werden, fordert der Autor. Zumal sich in Untersuchungen bestätigt habe, dass die Verwendung des angereicherten Salzes auch in diesem Rahmen ohne Probleme möglich ist.






