Fluoridierung

Fluorid zeigt Wirkung gegen Kariesbakterien

Fluoridierungsmaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil der zahnärztlichen Kariesvorbeugung (Prophylaxe). Dabei wird auf unterschiedlichen Wegen das Spurenelement Fluorid zur Stabilisierung der Zähne verabreicht, um so die Entstehung von Karies zu verhindern.

Fluoridierungsmaßnahmen - was ist das?

Karies wird durch bakterielle Besiedelung der Zähne verursacht. Die Keime zersetzen den Zucker aus der Nahrung und produzieren dabei Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Fluorid schützt vor diesem Säureangriff. Zudem macht es Knochen und Zähne fester, indem es den Einbau von Mineralstoffen fördert.

Die Fluoridierung erfolgt auf unterschiedlichen Wegen, eine wichtige Maßnahme ist die Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta. Schon mit Herauskommen des ersten Milchzahnes empfehlen Zahnärzte einmal tägliches Zähneputzen mit einer Zahnpasta, deren Fluoridanteil 0,05% beträgt. Ab dem zweiten/dritten Lebensjahr sollten die Zähne zweimal am Tag gereinigt werden. Mit Erreichen des Schulalters raten Experten, Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt zwischen 0,1-0,15% zu verwenden.

Eine weitere sehr effektive Maßnahme ist die Verwendung von fluoridiertem Speisesalz. Fluoridtabletten zeigen ebenfalls gute Wirkung, vor dem sechsten Lebensmonat wird ihre Einnahme allerdings nicht mehr empfohlen. Bei Kindern bis zum sechsten Lebensjahr erheben die Zahnärzte eine so genannte Fluoridanamnese. Durch eine gezielte Befragung erfahren sie, ob Fluorid aus anderen Quellen zugeführt wird. So sollten fluoridiertes Speisesalz und Fluoridtabletten nicht gleichzeitig zum Einsatz kommen.

Fluoridlacke finden vor allem bei Kindern und Jugendlichen Anwendung, das Auftragen bleibt Zahnärzten oder anderem Fachpersonal vorbehalten. Daneben haben sich Fluoridgele und fluoridhaltige Mundspülungen bewährt.

Fluoridierung - wann ist sie erforderlich?

Vielen Menschen gelingt es trotz intensiver Pflege nicht, ihre Zähne belagfrei zu halten. Hier hilft die Fluoridierung, die Widerstandsfähigkeit der Zähne zu steigern. Nach Untersuchungen ist das Risiko, Karies zu bekommen, im Vorschulalter am höchsten. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und andere Fachgesellschaften empfehlen deshalb Fluoridierungsmaßnahmen. Gerade für besonders kariesgefährdete Kinder sollte diese gezielte Prophylaxe eingesetzt werden.

Ein erhöhtes Kariesrisiko besteht zudem bei Patienten, die einen besonders trockenen Mund haben (z.B. medikamentenbedingt, nach Strahlentherapie). Gleiches gilt bei geistig oder körperlich Behinderten, bei Prothesenträgern, bei Patienten mit kieferorthopädischen Apparaturen und bei betagten Patienten, die Probleme mit der Zahnpflege haben. Bei diesen Menschen haben Fluoridierungsmaßnahmen einen hohen Stellenwert zur Kariesprophylaxe.

Die verschiedenen Fluoridierungsmaßnahmen haben alle ein Ziel: Der Schutz vor Karies. Folgende Wirkungsweisen der Fluoridierung machen dies möglich:


  • Die Zahnoberfläche erhärtet und bildet eine Deckschicht, die vor bakteriellen Angriffen schützt.

  • Die Einlagerung des Fluorids in den Zahnschmelz macht die Zähne weniger säureempfindlich.

  • Außerdem behindert die antibakterielle Wirkung des Fluorids das Wachstum der Bakterien, die sich in Zahnbelägen befinden.



Autor: Springer Medizin
Stand: Mar 9, 2007


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