
Zum Sport nur mit Zahnschutz!
Maximaler Schutz durch maßgeschneiderte Anfertigung
Das Tragen eines Zahnschutzes ist bei den meisten Sportlern nicht sehr beliebt. Dabei lässt sich dank maßgeschneiderter Anfertigung und verbesserten Designs bei maximalem Schutz ein sehr guter Tragekomfort erzielen, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt.
Die Zahl der Zahnverletzungen oder traumatisch avulsierten Zähne ist anhaltend hoch. Für geschätzte 13-39% dieser Zahnschäden sind Sportunfälle verantwortlich. Das Tragen eines Zahnschutzes, wie es im Boxsport zum Beispiel schon seit langem Usus ist, könnte das Verletzungsrisiko mindern. Dennoch gibt es einige Gründe, die die Athleten davon abhalten, einen solchen Zahnschutz zu tragen: vor allem Schwierigkeiten beim Atmen und vermindertes Sprachvermögen, aber auch schlechte Passung und Störungen des Zahnreihenschlusses, sowie als unangenehm empfundene Oberflächenbeschaffenheit und Materialsteife. Auch das als wulstig empfundene äußere Erscheinungsbild aufgrund exzessiver labial-lingualer Materialdicke schreckt ab.
Von den drei Unterarten auf dem Markt befindlicher Mundschütze weisen vor allem die einfachen Rohkörper, jedoch auch die in Zahnbogenform vorgeformten Modelle diese negativen Charakteristika auf. Nach Maß gefertigte individuelle Zahnschütze sind den anderen Typen diesbezüglich überlegen. Sie umfassen die Zahnbögen gut, und ihre guten Kontaktbeziehungen im Zahnreihenschluss reduzieren das Risiko von Kieferfrakturen nach Trauma erheblich. Gefertigt werden sie meist aus einer Schicht Ethylen-Vinyl-Acetat (EVA), im Vakuumgerät ähnlich einer Okklusionsschiene.
Ein in einer US-amerikanischen Studie getestetes neuartiges Verfahren zur Hitze- und Drucklaminierung ermöglichte nun eine mehrschichtige Anfertigung, die in größerer Stabilität und besserer Schockabsorbierung resultiert. Die Wissenschaftler analysierten, ob diese verstärkte Dicke den Tragekomfort mindert, und so zum Verzicht der Sportler auf ihren Zahnschutz führt. Einschichtige Zahnschütze von 3 mm Dicke wurden mit doppelschichtigen hitze- und drucklaminierten Mundschützen von 5 mm Dicke verglichen. Als Testpersonen fungierten 22 Basketballspieler, die die verschiedenen Zahnschutztypen anhand von 17 Charakteristika zu Tragekomfort, Passung und persönlicher Präferenz evaluierten.
Zahnärzte sollten stärker auf sportlich aktive Patienten einwirken
Die Ergebnisse zeigten, dass signifikant mehr Sportler die mehrschichtigen Mundschütze bevorzugten. Der Tragekomfort wurde durch die doppelte Schicht nicht vermindert. Dank des verbesserten Designs gab die Mehrzahl der Athleten an, sie würde den Zahnschutz jetzt häufiger tragen und auch anderen weiterempfehlen. Die positiven Resultate rechtfertigten auch die höheren Anfertigungskosten.
Die Wissenschaftler werteten dies als Anzeichen dafür, dass sich mit Verbesserungen des Zahnschutzdesigns, die deren negative Charakteristika vermindern, viele Risikosportler dazu bewegen ließen, einen solchen Mundschutz zu tragen. Zahnärzte sollten daher mehr Einsatz zeigen, ihre Patienten entsprechend zu motivieren und über neuartige Anfertigungsverfahren auf dem Laufenden zu sein. So wird den Trägern maximaler Komfort gesichert. Auch eine diesbezüglich verstärkte Zusammenarbeit und Informationsweitergabe mit Eltern, Lehrern und Trainern in Sportvereinen wäre im Sinne der sportlich aktiven Patienten wünschenswert.






