
Allergiemedikamente bei Kindern
Antihistaminhaltige Medikamente schaden dem Schmelz der Milchzähne
Eine In-vitro-Studie belegt: Histaminhaltiger Sirup greift den Zahnschmelz von Milchbackenzähnen an. Im Vergleich zu Zähnen, die dem Arzneimittel nicht ausgesetzt waren, ergaben sich deutlich schlechtere Ergebnisse im Härtetest.
Die Häufigkeit dentaler Erosionen hat insbesondere unter Kindern und Heranwachsenden stark zugenommen. Eventuell könnten antihistaminhaltige Medikamente auf Grund des sauren pH-Wertes, ihrer hohen Viskosität, der häufigen Einnahme (auch nachts) und der verringerten Speichelproduktion zu der verstärkten Erosion beitragen. Ob Fluoride nicht nur vor Karies, sondern auch vor Erosionen schützen, ist noch unklar. Das Ziel der vorliegenden Studie war es, mit Hilfe von Härtetests herauszufinden, inwieweit antihistaminhaltiger Sirup (Claritin D) der Zahnschmelz von Milchbackenzähnen schädigt und welchen Effekt fluoridhaltige Zahnpasta hat.
Das Probematerial wurde aus 88 ausgefallenen Milchbackenzähnen hergestellt. Die Untersucher fertigten 264 Schnitte an. Je 44 Schnitte wurden den folgenden sechs Behandlungen unterzogen: (1) pH-Cycling (Säurebelastung; Negativkontrolle C1); (2) pH-Cycling mit dreimal täglichem Eintauchen in Fluoridzahnpasta/destilliertem Wasser (Positivkontrolle C2); (3) pH-Cycling und täglich zweimalige fünfminütige Applikation von Claritin D (E1); (4) pH-Cycling, täglich zweimalige fünfminütige Applikation von Claritin D und zusätzlich Fluoridzahnpasta (E2); (5) gleiche Behandlung wie E1 plus Gabe von Claritin über acht Stunden (E3); (6) gleiche Behandlung wie E2 plus Gabe von Claritin über acht Stunden und mit Fluoridierung (E4). Die Präparate wurden einem Härtetest vor und nach der Behandlung unterzogen.
Alle Untergruppen wiesen am Ende des Experiments eine deutlich geringere Härte auf als zu Beginn. Im Mittel ging die Härte in den Gruppen C1 um 20,28%, C2 um 5,31%, E1 um 46,83%, E2 um 14,59%, E3 um 89,14% und E4 um 84,49% zurück. Proben mit Fluoridgabe schnitten signifikant besser als Proben ohne Fluoridbehandlung ab: C2>C1, E2>E1 und E3>E4.
Allergiemedikamente schädigen den Zahnschmelz
Generell scheinen antihistaminhaltige Medikamente einen schädigenden Einfluss auf den Zahnschmelz von Milchbackenzähnen zu haben. Interessanterweise kann die erosive Wirkung durch Fluoridgabe (hier in Form von Zahnpasta) zumindestens verzögert werden. Daher sollten Zahnärzte, die Kinder behandeln, die auf antihistaminhaltige Arzneien angewiesen sind, auf den schützenden Effekt fluoridhaltiger Zahnpasta hinweisen.





