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Ästhetische Frontzahnrestauration

Naturgetreuer Zahnersatz durch moderne Kunststoffsysteme

Mit heutigen Kunststoffsystemen lassen sich ästhetisch anspruchvolle Restaurationen im Frontbereich realisieren. Der naturgetreue Effekt basiert auf einer abgestimmten Schichttechnik. Durch Dentin- und Schmelzmassen kann der originale Zahnaufbau nachempfunden werden.

Die Entwicklung von Füllungskunststoffen hat seit den 60iger Jahren einen rasanten Aufschwung erfahren. Gerade im sichtbaren Bereich steht dabei das Nachempfinden des originalen Zahnaufbaus an erster Stelle. Viele Systeme stehen dafür zur Verfügung. Als Werkstoffe kommen dabei Komposite, nanokeramische Füllungswerkstoffe und Kompomere zum Einsatz.

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Farbtechnisches Verständnis erforderlich

Die Auswahl des Kunststoffsystems beeinflusst durch den materialtechnischen allgemeinen Standard den ästhetischen Erfolg einer Restauration nur noch marginal. Wichtig dagegen ist das Form- und Farbverständnis und nicht zuletzt die handwerkliche Fähigkeit des Behandlers. Neben dem Erkennen des Farbtons, der Helligkeit und der Farbsättigung ist auch die Opazität, Transluzenz und Transparenz enorm wichtig. Der natürliche Zahn selbst weist einen Aufbau aus unterschiedlichen Geweben auf. Diese besitzen naturgemäß verschiedene optische Eigenschaften. Diesen Effekt kann man nur durch Verwendung unterschiedlicher Restaurationsmassen in nachempfundener Schichtdicke und Farbwahl erreichen. Die Schichtung kann entweder mit einem Silikonschlüssel oder mit der Fingerschichttechnik erfolgen. Bei letzterer wird die palatinale oder orale Wand durch das Anlegen der Fingerspitze geformt. Die Rekonstruktion erfolgt in zwei Schritten. Wobei die erste Schicht etwa 1–2 mm unterhalb der Schneidekante endet. Ist die Wand aufgebaut, können mit Dentinmassen Mammelons und zahnspezifische Besonderheiten gestaltet werden. Zum Schluss erfolgt die Wiederherstellung der labialen Schmelzschicht (Lenhard, M. et al.; 2004).

Form ist „wichtiger" als Farbe

Einen fast noch größeren Effekt auf den optischen Gesamteindruck als die Farbe hat die korrekt wiederhergestellte Zahnform. Abweichungen von der optimalen Grundform werden sehr aufmerksam wahrgenommen. Weicht diese etwa von vergleichbaren Nachbarzähnen ab, entsteht ein unstimmiger Gesamteindruck. Dabei ist nicht nur der äußere reale Rand sondern auch die optische Zahnform entscheidend. Letztere entsteht durch Lichtreflexion im Übergangsbereich zwischen approximaler und gingivaler Einziehung. Wobei aus dem Grundfeld automatisch vom Betrachter auf die reale Zahnform geschlossen wird. Die Wahrnehmung derselben kann dabei durch Veränderungen der Kantenlinie beeinflusst werden. Die Lebendigkeit eines Zahnes entsteht durch unterschiedliche Lichtreflexionen aufgrund einer individualisierten Oberfläche (Lenhard, M. et al.; 2004). Neben der Makromorphologie kann durch Einarbeitung von Mammelons das „inzisale Feuer" gestaltet werden.

Erweiterte Indikationen möglich

Neben der Anwendung in der herkömmlichen Füllungstherapie können Komposite auch zur Behandlung von Zahnfehlstellungen, Hartgewebsbildungsstörungen, Verfärbungen, Zahnanomalien, Erosionen und vielen anderen Befunden herangezogen werden. Der Vorteil liegt neben geringeren Kosten oftmals in einer minimalen Präparation und damit geringen Schädigung der zu behandelnden Zähne. Häufig kann auf einen Substanzabtrag auch gänzlich verzichtet werden. Einer weiterführenden prothetischen Versorgung steht die Restauration nicht im Wege. Beim jugendlichen Patienten kann die vollständige Gebissausbildung ohne ästhetische Einbußen abgewartet werden. Einschränkungen ergeben sich aus der Oberflächenmorphologie, der Qualität der Zahnsubstanz und der vorhandenen Substanzmenge. Dennoch bleibt die Option einer späteren prothetischen Versorgung - selbst bei einem Misserfolg der Restauration - uneingeschränkt bestehen (Sutalo, J. et al.; 2003).


Quelle: Lenhard, M et al.: Ästhetische Frontzahnfüllung mit Komposit. Die Quintessenz (2004); 55(9): 961–976
Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 20, 2007


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