Gelblich verfärbte Zähne?

Mit Bleaching kann das Lächeln wieder strahlend weiß werden

Ein strahlend weißes Lächeln wünschen sich viele. Aber mit der Zeit lagern sich Beläge an den Zähnen ab und verfärben sie. Wer mit der Farbe seiner Zähne nicht zufrieden ist, kann sich für eine chemische Zahnaufhellung entscheiden.

Wie funktioniert Bleaching?

Als Bleichmittel wird entweder Wasserstoff-Peroxid oder Carbamid-Peroxid verwendet. Diese Substanzen sorgen dafür, dass bestimmte organische Komponenten (Chromogene), die hauptsächlich für die Gelbverfärbung unserer Zähne verantwortlich sind, aufspalten werden. Die mineralischen Bestandteile unserer Zähne werden durch Peroxid-Verbindungen hingegen nicht angegriffen. Deshalb ist Bleaching bei richtiger Anwendung ein sehr schonendes Verfahren, das keine bleibenden Schäden an den Zähnen hinterlässt. Die Zähne werden für gewöhnlich um mindestens zwei Farbstufen heller. Das Ergebnis hält für längere Zeit – meist zwischen ein bis drei Jahre – an.

Die unterschiedlichen Bleaching-Methoden

Je nach Wunsch kann sich der Interessent für eine Behandlung in der Zahnarztpraxis (In-Office-Bleaching ) oder zu Hause (Home-Bleaching) entscheiden. Bei Verfärbung eines Zahnes infolge einer Zahnwurzelbehandlung besteht darüber hinaus die Möglichkeit des so genannten Walking Bleachings, bei welchem das Bleichmittel ins Innere des „abgetöteten" Zahnes eingebracht wird.

In-Office-Bleaching
Wie der Name schon sagt, findet In-Office-Bleaching in der Zahnarztpraxis statt. Der Zahnarzt trägt das Bleichmittel direkt auf die Zähne auf, nachdem er das Zahnfleisch mit einem speziellen Gummiband geschützt hat. Da die Prozedur unter ärztlicher Kontrolle stattfindet, kann das Bleichmittel in höherer Konzentration (30-35%ige Wasserstoffperoxid-Lösung), meist noch in Verbindung mit einem Reaktionsbeschleuniger, aufgebracht werden, sodass die Behandlung oftmals bereits nach nur einer Anwendung abgeschlossen ist.

Home-Bleaching
Beim Home-Bleaching erhält der Patient vom Arzt eine individuell angepasste, laborgefertigte Kunsthoffschiene (Keine vorgefertigten Schienen verwenden!), in die er das Bleichmittel – 10-15%iges Carbamid-Peroxid-Gel – selbstständig einbringt. Die Schiene wird dann jeweils über den sichtbaren Bereich des Ober- und Unterkiefers aufgezogen und über ein bis mehrere Stunden, z.B. über Nacht, dort belassen. Home-Bleaching dauert in der Regel acht bis zehn Tage und sollte einen Zeitraum von sechs Wochen nicht überschreiten.

Alternativ zur Schienenmethode stehen so genannte Whitestrip-Systeme zur Verfügung. Dabei trägt der Betroffene zweimal täglich für jeweils 30 Minuten Folienstreifen aus Polyethylen auf die Außenseiten der Zähne auf. Diese sind einseitig mit 5,3%igem Wasserstoff-Peroxid bestrichen. Das Verfahren bietet den Vorteil einer gezielten Platzierung des Wirkstoffs, wobei nur sehr wenig Substanz in den Mundraum gelangen und unerwünschte Wirkungen verursachen kann. Die Behandlungsdauer beträgt je nach verwendetem Präparat meist 14 Tage.

Walking Bleaching
Während der Entfernung von Bestandteilen des Zahnnerves im Rahmen einer Zahnwurzelbehandlung kommt es gelegentlich zu starken Blutungen. Dabei können eisenhaltige Blutbestandteile in die Zahnhartsubstanz eindringen und dort zur Bildung von Eisensulfid führen. Eisensulfid bewirkt wiederum, dass sich der Zahn grau verfärbt.

Um die Graufärbung zu beheben, bohrt der Zahnarzt den Zahn auf und bringt ein mit 30-35%iger Wasserstoff-Peroxid-Lösung getränktes Wattebällchen in den freigelegten Nervenkanal ein. Anschließend verschließt er den Zahn provisorisch. Das Wattebällchen bleibt so lange liegen, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Meist sind einige Tage ausreichend.

Was Sie beim Bleaching beachten sollten

Ganz gleich für welche Methode des Bleachings Sie sich entscheiden: Die Behandlung sollte immer nach vorheriger Beratung mit dem Zahnarzt und unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stattfinden, denn der Bleichvorgang ist nicht frei von Risiken.

Bei defekten Zahnfüllungen kann es beispielsweise zu Reizungen und Entzündungen des Zahnnervs kommen. Zudem können sich vorhandene Füllungen je nach verwendetem Material verfärben oder poröser werden. Ihr Zahnarzt berät Sie in diesen Fällen über die günstigste Bleaching-Methode. Zudem führt er die notwendigen Vor- und Nachbehandlungen der Zähne durch. Vor der Behandlung ist z.B. eine professionelle Zahnreinigung nötig.

Verwenden Sie beim Home-Bleaching nur individuell angepasste Schienen und dosieren Sie das Bleichmittel streng nach den Vorgaben des Herstellers. Überschüssiges austretendes Bleichmittel kann zu mehr oder weniger starken Reizungen der Zähne und des Zahnfleisches führen.

Und die Kosten?

Das Bleichen der Zähne ist eine rein kosmetische Angelegenheit. Die Kosten werden daher weder von den öffentlichen noch von den privaten Krankenkassen übernommen. Für eine Behandlung der sichtbaren Zahnflächen von Ober- und Unterkiefer beim Zahnarzt sind – je nach Aufwand und Angebot – zwischen 300 und 600 Euro einzuplanen. Beim Home-Bleaching sind die Kosten geringer.

Bedenken Sie: Zahnfüllungen und Kronen lassen sich nicht bleichen. So wird nach dem Bleichvorgang unter Umständen zusätzlich ein kostenintensiver Austausch der Zahnfüllungs- und Ersatzmaterialien nötig, um entstandene farbliche Unterschiede auszugleichen.


Autor: Springer Medizin
Stand: Jun 20, 2007


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