
Ohne Angst zum Zahnarzt
Auch kommunikative Fähigkeiten des Zahnarztes sind gefragt
Es gibt verschiedene Methoden, wie Patienten mit Angst vor der Zahnarztbehandlung geholfen werden kann. Dazu zählen kognitive Verhaltenstherapien, Entspannungsverfahren und psychologische Interventionen. Für den Zahnarzt ist es wichtig, auf Kommunikation und Gesprächsführung zu achten.
Gerade die Angst vor der Behandlung ist für viele Patienten eine schwer zu überwindende Hürde vor dem Zahnarztbesuch. Aber auch für Zahnärzte gestaltet sich in diesen Fällen die Behandlung schwierig. Verschiedene Vorgehensweisen wie primär anxiolytische und primär schmerzreduzierende Verfahren kommen zur Anwendung, um Ängste zu mindern oder zu vermeiden. Beide Methoden umfassen medikamentöse, wie Sedierung oder Lokalanästhesie, und nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie Psychotherapien oder Akupunktur. Ein anhaltender Erfolg ist allerdings nur mit nicht-medikamentösen primär anxiolytischen Verfahren (Psycho- und Hypnotherapien) zu erreichen.
Kognitive Verhaltenstherapien sollen das Verhalten des Patienten verändern, indem Bewertungs- und Verarbeitungsstrukturen umgewandelt werden. Dazu gehören das Modell-Lernen und die systematische Desensibilisierung. Bei ersterer spielt die Beispielwirkung, bei letzterer die schrittweise Heranführung des Patienten an die Angst auslösende Situation eine große Rolle. Entspannungstechniken sind ebenfalls hilfreich, ihnen liegt eine ebenso einfache wie wirkungsvolle Idee zugrunde: Entspannung und Angst können nicht gleichzeitig bestehen. Sie beinhalten Verfahren wie z.B. progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Fantasiereisen/Meditation oder angenehme Ablenkung.
Psychologische Interventionen werden notwendig, wenn sich die Behandlungsangst als schwere Phobie äußert. Erfolg versprechende Methoden sind Gruppentherapie oder Kurzinterventionen. Die Therapie zieht sich über einen längeren Zeitraum hin, eine enge Kooperation zwischen Zahnarzt und Psychologe ist Voraussetzung.
Kommunikation und Gesprächsführung sind wichtig
Aber auch den kommunikativen Fähigkeiten des Zahnarztes bei der Behandlung kommt große Bedeutung zu. So sollten Formulierungen mit dem Wort "nicht", wie "Es tut nicht weh.", umgangen werden. Diese führen bei ängstlichen Patienten gerade zu den eigentlich zu vermeidenden Assoziationen Schmerz und Angst. Besser geeignet wäre: "Ein kurzer Pieks, dann fühlen Sie sich gleich wieder besser." Beruhigende Worte und einfache Erklärungen durch den Zahnarzt nehmen Patienten die Angst, Mahnungen sind dagegen unangebracht. Ängstliche Menschen reagieren sehr sensibel auf Äußerungen und Körpersprache, so könnten Aussagen, Gesten und Mimik falsch interpretiert werden.






