Angstpatienten beim Zahnarzt
Die zahnärztliche Behandlung verläuft meist weniger schmerzhaft
Eine Studie der Universität Mainz über Angstpatienten in der Zahnarztpraxis zeigt, dass Extraktionen und Wurzelbehandlungen meist weniger schmerzhaft erlebt werden als zuvor erwartet. Patienten mit hoher Schmerzsensitivität empfanden die Behandlung als unangenehmer als solche mit geringer Schmerzsensitivität.
Trotz verbesserter Anästhesie- und Therapietechniken in der Zahnmedizin klagt nach wie vor ein nicht geringer Teil der Patienten über Schmerzen während der Behandlung. Dabei kann oft beobachtet werden, dass sich nach vorangegangenen schmerzhaft erlebten Sitzungen die negative Erwartungshaltung der Patienten verstärkt. Eine Studie der Universität Mainz untersuchte jetzt Zusammenhänge zwischen erwartetem und tatsächlich erlebtem Schmerz bei zahnärztlichen Eingriffen.
97 Patienten, die sich einer Extraktion oder Wurzelbehandlung unterzogen, nahmen an der Studie teil. Die Befragung erfolgte mittels standardisierter Fragebögen nach dem Muster des DAS (Dental Anxiety Scale), PSI (Pain Sensitivity Index) und Teilen des PES (Pain Experience Scale). Nach dem Eingriff beurteilten die Behandler die objektive Schmerzhaftigkeit auf einer visuellen Skala je nach Stärke des Eingriffs. Die statistische Auswertung erfolgte softwaregestützt mit Hilfe des SPSS-Pakets (Statistical Package for the Social Sciences).
Erwartete Schmerzhaftigkeit erhöht auch das Schmerzempfinden
Insgesamt empfanden die Patienten die Eingriffe weniger schmerzhaft als vor der Behandlung erwartet. Patienten mit hohem DAS-Score erwarteten und empfanden die Therapie als schmerzhafter als solche mit geringem DAS-Score. Aus den Ergebnissen lässt sich laut der Autoren schlussfolgern, dass Angstpatienten mit hoher Sensitivität besonders gefährdet sind, übertriebene Erwartungen hinsichtlich der Schmerzhaftigkeit und ein Vermeidungsverhalten betreffend zahnärztlicher Behandlungen zu entwickeln.



