
Mundgeruch - was man dagegen tun kann
Schlechter Atem - ein weit verbreitetes Phänomen
Die häufigste Ursache für Mundgeruch ist eine bakterielle Besiedelung des Zungenrückens. Behandeln lässt sich die Mundgeruch mechanisch und chemisch.
Fast 2,5% der Erwachsenen leiden Studienergebnissen zufolge an Mundgeruch - mit zum Teil sozial einschneidenden Folgen. Mundgeruch entsteht in den meisten Fällen in der Mundhöhle, seltener in der Nase oder in den Mandeln. Daneben können systemische Erkrankungen, wie Lungeninfektionen oder Krebs, mit Mundgeruch einhergehen. Ursache für den schlechten Atem sind in erster Linie so genannte flüchtige Schwefelverbindungen (VSC), die von anaeroben Bakterien gebildet werden. Sie siedeln sich besonders auf dem Zungenrücken, aber auch in Zahnzwischenräumen oder unter dem Zahnfleisch an.
Für die Diagnose ist vor allem ein feines Näschen gefragt; das Geruchsergebnis wird mit Hilfe der Rosenberg-Skala beurteilt. Bei manchen Betroffenen tritt der Mundgeruch nicht beim Ausatmen, sondern nur beim Reden auf. Dann kann lautes Zählen oder ein Sprechen von Ha, Ha" beim Ausatmen den Mundgeruch zu Tage bringen. Weiterhin stehen Verfahren wie Sulfid-Monitore oder Zinkoxid-Sensoren zur Verfügung, daneben können die nasale Endoskopie oder die flexible Laryngoskopie eingesetzt werden. Zum Nachweis der Bakterien bieten sich Kulturen, besonders aber die Polymeraseketten-Reaktion an.
Eine gute Mundhygiene zur Behandlung von Mundgeruch
Das A und O der Therapie ist eine gute Mundhygiene, was insbesondere den Gebrauch von Zahnseide oder anderen Instrumenten zur Reinigung der Zahnzwischenräume einschließt. Mit Hilfe mechanischer Verfahren kann die Zahl VSC produzierender Bakterien gesenkt werden, dazu zählen Zungenbürsten, -schaber und Kaugummi. Weiterhin sollte der Wasserhaushalt ausgewogen sein, kann doch ein trockener Mund zur Bildung von Mundgeruch beitragen. Spülen und Gurgeln mit effektiven Mundwässern sind weitere Maßnahmen. Antimikrobielle Substanzen, appliziert über Mundspülungen, Zahnpasten oder Pastillen, oder auch Ernährungsumstellungen können zudem Abhilfe schaffen.
Künftig könnten neue Techniken zur Feststellung von flüchtigen organischen Substanzen wie VSC eine größere Rolle bei der Diagnose spielen. In der Mundgeruch-Therapie könnten Ultraschall- oder Laser-Methoden in den Vordergrund rücken.






