Krebs im Mund- und Rachenbereich
Geringeres Krebsrisiko bei starkem Kaffeekonsum?
Wer viel Kaffee trinkt, scheint ein geringeres Risiko zur Entstehung von Karzinomen im Mund- und Rachenbereich zu haben als Menschen, die kein oder wenig Kaffee trinken. Entkoffeinierter Kaffee oder Tee zeigen diese Assoziation nicht, so das Ergebnis einer italienischen Studie mit über 3.000 Teilnehmern.
Insgesamt nahmen an der Studie 3.445 Patienten mit Karzinomen im Mund- und Rachenbereich oder Speiseröhrenkrebs teil. Bei 749 Probanden lag ein histologisch gesichertes Karzinom der Mundhöhle oder des Rachens vor, 359 Teilnehmer hatten Speiseröhrenkrebs. Als Kontrollen dienten Patienten mit Krankenhausaufenthalten auf Grund akuter Erkrankungen, die unabhängig vom Nikotin-, Alkohol- oder Kaffeekonsum waren, Krebserkrankungen lagen nicht vor. Mit Hilfe eines Fragebogens ermittelten die Wissenschaftler u.a. den Kaffeekonsum der Patienten der letzten zwei Jahre vor Ausbruch der Erkrankung, die zur Krankenhausaufnahme führte.
Antioxidative Wirkung des Kaffees vermindert vermutlich Krebsrisiko
Nach statistischer Auswertung konnte sowohl für Karzinome im Mund- und Rachenbereich als auch für Speiseröhrenkrebs eine Odds Ratio von 0,6 unter Patienten mit einem Kaffeeverbrauch von über drei Tassen pro Tag im Vergleich zu denen, die weniger als eine Tasse Kaffee am Tag tranken, ermittelt werden. Allerdings ist die Beziehung zwischen hohem Kaffeekonsum und reduziertem Risiko oraler Karzinome nur für Männer, Patienten mit geringer Schulbildung und aktive starke Raucher signifikant. Frauen zeigten keine deutliche Übereinstimmung; Alkoholaufnahme und Alter waren unabhängige Parameter. Die umgekehrte Relation zwischen hohem Kaffeeverbrauch und Speiseröhrenkrebs stand nicht im Zusammenhang mit Alter und Geschlecht sowie Nikotin- und Alkoholkonsum, signifikant war sie für Menschen mit einer höheren Schulbildung. Die Kombination beider Gruppen ergab im Vergleich der Probanden mit hohem Nikotin- und Alkoholverbrauch, dass diejenigen, die mehr als drei Tassen Kaffee täglich tranken, ein geringeres Krebsrisiko hatten als solche mit weniger als einer Tasse Kaffee am Tag.
Es besteht eine umgekehrte Beziehung zwischen der Höhe des Kaffeeverbrauchs und dem Risiko von Karzinomen im Mund- und Rachenbereich und Speiseröhrenkrebs, schlussfolgern die Autoren. Vermutlich steht die antioxidative Wirkung des Kaffees dahinter.



